22.10.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

22.10.2002: In der Zukunft sollen intelligente Netzwerke mit Strom versorgen

Der Financial Times zufolge werden derzeit in mehreren Pilot-Projekten Formen des dezentralen Energiemanagements getestet und weiterentwickelt. Gearbeitet wird dabei an einem Netzwerk von Kleinkraftwerken, das Strom und Wärme vorzugsweise auf Basis regenerativer Energien erzeugt. Auch die Haushalte sollen Energie ins Netz einspeisen. Auf diese Weise soll eine Art virtuelles Kraftwerk entstehen, das zwar aus kleinen Einheiten besteht, aber in Größe und Steuerbarkeit durchaus mit einem Großkraftwerk vergleichbar ist. Die Produktion der Kleinkraftwerke wird in einer Kommunikationszentrale mit Hilfe komplexer Computerprogramme optimal auf den Strom- und Wärmebedarf der Abnehmer abgestimmt. Lastspitzen, also Phasen erhöhten Verbrauchs, sollen durch diese intelligente Vernetzung auffangen werden. In der herkömmlichen Energieversorgung wird dagegen ein Backup-Kraftwerk hochgefahren oder Strom bei anderen Anbietern teuer eingekauft. Bewähren sich die Systeme, könnten sie in Zukunft den Anteil von Großkraftwerken im Energiemix verringern.

Wie die Westfalenpost berichtet testet zum Beispiel die Firma Siemens in Werl ein dezentrales Energiemanagementsystem (DEMS). Unter der Regie der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Werl (GWS) sollen hierbei vorrangig ein Biomasse-Kraftwerk, Solaranlagen und Windräder Energie liefern. DEMS stimmt dabei den Strombedarf mit dem Angebot ab. In verschiedenen Regionen Europas testet das EU-Projekt Dispower vier Jahre lang, wie sich dezentrale Energieanlagen koppeln lassen. Unter der Leitung des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik in Kassel und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg soll festgestellt werden, wie sich der Informationsfluss managen lässt, welche Software nötig ist und wo die technischen Grenzen liegen.
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