22.10.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

22.10.2007: Wochenrückblick: Rückenwind für Nordex AG: „so gut wie komplett ausgebucht“ – Gewinnwarnung bei Renewable Energy Corporation (REC) und Hoku Scientific – Bauriese Hochtief AG entdeckt Geothermie

Der DAX konnte sich im Verlauf der vergangenen Börsenwoche nicht über der 8000er-Marke halten, er verlor deutlich um 1,95 Prozent auf 7.921,40 Punkte. Der US-amerikanische Leitindex Dow-Jones sank um 0,90 Prozent auf 13.888,96 Punkte. Verloren hat auch der japanische Nikkei-Index: Er schloss die Woche beim Stand von 17.106,09 Punkten, ein Minus von 2,02 Prozent. Getrieben um Sorgen über einen Konflikt an der türkisch-irakischen Grenze übersprang der Ölpreis erneut die Schwelle von 80,00 US-Dollar. Rohöl der Sorte „Brent“ kostete zum Wochenschluss 83,86 Dollar nach 79,98 Dollar Ende der Vorwoche, ein Zuwachs von 4,85 Prozent. Kupfer ist deutlich billiger geworden (Copper Grade A): Nach 8.225,50 Dollar pro Tonne in der Vorwoche kostete das Metall mit 7.909,25 Dollar nun 3,84 Prozent weniger. Der Euro hat sich wieder verteuert, er kostete 1,43 Dollar nach 1,417 Dollar in der Vorwoche.

Volle Auftragsbücher sichern dem Norderstedter Windanlagenbauer Nordex AG weiteres kräftiges Wachstum. Thomas Richterich, Vorstandschef des TecDAX-Unternehmens, sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ): „Wir sind für die nächsten zwei bis drei Jahres so gut wie komplett ausgebucht." Es lägen feste Bestellungen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro vor, hinzu kämen Lieferverpflichtungen von 400 Millionen Euro. In 2007 wollen die Norderstedter den Umsatz demnach um 50 Prozent auf 770 Millionen Euro steigern. Um weiteres Wachstum im gleichen Tempo zu schaffen will das Unternehmen laut der SZ 350 Millionen Euro investieren.
Die Nordex-Tochter Nordex Italia hat von der ERG Gruppe aus Genua den Auftrag zur Lieferung von 44 Windrädern im Wert von 104 Millionen erhalten. Die Anlagen der Baureihe N90/2500 kW sollen im 110-Megawatt-Windpark “Fossa del Lupo” in der süditalienischen Provinz Catanzaro errichtet werden.

Der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas Wind Systems A/S soll den Windpark St. Seine im französischen Bourgogne mit Windturbinen ausstatten. Zum Finanzvolumen des Auftrags schwieg sich der Weltmarktführer aus dem dänischen Randers wie üblich aus.

Der Solarzellenhersteller Suntech Power Holdings Co., Ltd. wird ab Januar 2008 noch mehr Solarwafer von der ebenfalls chinesischen ReneSola Ltd. beziehen. Wie die Unternehmen vereinbarten, soll Suntech von 2008 bis 2012 Wafer mit einer Kapazität von 510 Megawatt (MW) erhalten. Über finanzielle Details wurde nichts mitgeteilt.

Das US-amerikanische Solarunternehmen SunPower Corporation hat den Umsatz im 3. Quartal auf 234,3 Millionen Dollar mehr als verdreifacht. Hohe Rohstoffpreise hätten das Ergebnis belastet, hieß es. Das Nettoergebnis sank demnach um 12 Prozent auf 8,4 Millionen Dollar oder 0,10 Dollar je Aktie. SunPower bekräftigte die Prognose für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2007: ein Umsatz von 760 Millionen Dollar und ein Gewinn je Aktie von 1,20 bis 1,24 Dollar.
In der spanischen Region Badajoz nahe Portugal will SunPower ein Solarprojekt mit einer Leistung von 18 MW umsetzen. Laut US-Medienberichten finanzieren neben der AIG Financial Products Corp. diverse Investoren aus Spanien die Anlage, die im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden soll.

Der Oldenburger Solarmodulhersteller aleo solar AG hat sich die Lieferung von Solarzellen mit 30 MW Leistung gesichert. Bis Ende 2008 erhält das Unternehmen demnach Solarzellen von der China Sunergy Co. Ltd.. Der Vertrag sehe eine Option auf weitere 10 Megawatt vor, so aleo. Unternehmenssprecher Franz Nieper strich gegenüber ECOreporter.de die Qualität der Solarzellen des chinesischen Unternehmens heraus.
Rob Stone, Analyst bei Cowen and Co., bezweifelte gegenüber einer US-Nachrichtenagentur, das China Sunergy Co., Ltd. seine Jahresprognose erfüllen kann. Die ehrgeizige Zielvorgabe des Unternehmens basiere auf Verträge über Siliziumlieferungen von Unternehmen, die den Rohstoff für die Produktion von Solarzellen bislang noch nicht hergestellt hätten.

Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Capital Stage AG will sich zu 39 Prozent an dem Hersteller von Dünnschichtsolarzellen Inventux Technologies AG beteiligen. Die 2007 gegründete Inventux, Steinhagen, wolle im ersten Schritt rund 49 Millionen Euro in Produktionsanlagen investieren und 120 Arbeitsplätze schaffen, so Capital Stage. Ab Herbst 2008 sollen jährlich 275.000 neuartige micromorphe Dünnschichtmodule auf Siliziumbasis mit einer Gesamtleistung von 33 Megawatt produziert werden. Inventux werde sich in Berlin ansiedeln.

Die börsennotierte Berliner Solarvalue AG will im ersten Halbjahr 2008 die Produktion von Solarsilizium starten. Wie das Unternehmen mitteilte, soll am Produktionsstandort Ruse in Slowenien aus metallurgischem Silizium Solarsilizium kostengünstiger hergestellt werden als mit den derzeit üblichen Verfahren.

Die Payom Solar AG, Merkendorf, plant die Übernahme eines Dienstleisters für regenerative Energien. Wie das Unternehmen meldete, wurde mit dem namentlich nicht genannten Unternehmen eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Die Übernahme solle noch in 2007 abgeschlossen werden, durch die Akquisition wolle man in Zukunft ein wesentlich breiteres Angebot präsentieren.

Die Aßlarer Spezialistin für Kristallzuchtanlagen und Vakuumtechnologie, PVA TePla AG, hat einen Auftrag über 50 Kristallzucht-Anlagen erhalten. Wie PVA mitteilte, werden die Anlagen an die norwegische Gesellschaft REC SiTech AS (SiTech) geliefert. Über den Wert des Auftrages sei Stillschweigen vereinbart worden.

„Unerwartete Betriebsstörungen“ bei den Unternehmenssparten ‚Wafer“ und Silizium’ drohen die Gewinnaussichten des norwegische Solarkonzerns Renewable Energy Corporation (REC) zu belasten. Laut einem Medienbericht aus Oslo könnten die Probleme das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um mindestens 70 Millionen Norwegische Kronen (NOK) belasten (rund 9 Millionen Euro). Das Unternehmen will am 26. Oktober seine Zahlen für das 3. Quartal vorlegen.

Einen Kurseinbruch der Aktie seines Unternehmens hat Peter Pauli, Vorstandschef des Maschinenbauers Meyer Burger Technologie AG, ausgelöst. Pauli erklärte in einem Presseinterview, er könne den rasanten Anstieg des Aktienkurses von Meyer Burger nicht nachvollziehen. Die Anteilscheine stürzten an der Schweizer Börse daraufhin um bis zu 14 Prozent ab, der Handel wurde gestoppt.

Solarwafer im Wert von rund 266 Millionen Dollar hat chinesische Solarfun Power Holdings Co., bei der ebenfalls chinesischen LDK Solar Co Ltd bestellt. LDK soll die Wafer den Angaben zufolge 2008 bis 2010 liefern. Laut einem Agenturbericht könnte Solarfun Power dennoch ein Engpass bei der Versorgung mit Wafern drohen. Adam Hinckley, Analyst bei CIBC World Markets, verwies auf die geringen Finanzkraft des Unternehmens. Die Gesellschaft werde es schwer haben, Vorauszahlungen für die benötigten Waferlieferungen zu leisten.

Eine Gewinnwarnung für das am 30. September abgeschlossene 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat die chinesische Hoku Scientific herausgegeben. Wie das Unternehmen mitteilt, ist mit einem Nettoverlust in Höhe von 1,0 bis 1,2 Millionen Dollar zu rechnen. Genaueres will Hoku erst bei der offiziellen Bekanntgabe der Quartalszahlen am 23. Oktober mitteilen. Als Quartalsumsatz wurden 239.000 Dollar in Aussicht gestellt, was deutlich unter den Erwartungen von Experten liegen würde.
Die Siliziumsparte von Hoku kann möglicherweise ihre Produktionskapazitäten statt der bislang angestrebten 2.000 Tonnen pro Jahr auf 2.500 Tonnen ausbauen.

EnviTec Biogas AG aus dem niedersächsischen Lohne hat einen Auftrag im Wert von rund 15 Millionen Euro von der bio-strom Energiesysteme GmbH & Co. KG, Vechta, erhalten. EnviTec soll demnach Biogasanlagen mit einer elektrischen Anschlussleistung von insgesamt 6,3 Megawatt errichten. bio-strom Energiesysteme ist eine Tochter der börsennotierten BKN BioKraftstoff Nord AG.


Der börsennotierte österreichische Hersteller von Biodieselanlagen BDI – BioDiesel International AG, soll eine Anlage in Norwegen bauen. Wie das Unternehmen mit Sitz in Graz berichtete, hat die norwegische Uniol AS den Auftrag für das Projekt in der Hafenstadt Frederikstad erteilt. BDI hatte seit Juli 2007 bereits Planungs- und Engineeringleistungen für die Anlage erbracht. Vom Gesamtinvestitionsvolumen von 35 Millionen Euro entfallen den Angaben zufolge 18 Millionen auf BDI. Seit dem 15. Oktober ist Dagmar Heiden neuer Finanzvorstand des Unternehmens.

Die Züricher Beteiligungsgesellschaft New Value AG hat ihr Engagement bei dem Medizinaltechnologie-Unternehmen idiag AG aufgestockt. Wie das Unternehmen bekannt gab, hat es weitere 1 Million Schweizer Franken (CHF) investiert und hält nun 45,5 Prozent am Aktienkapital der idiag. Das Gesamtvolumen der Finanzierungsrunde lag bei 4.5 Millionen CHF an.

Der Essener Baukonzern Hochtief AG will in die geothermische Energieerzeugung einsteigen. Wie das Unternehmen mitteilte, realisiert es im bayerischen Dürrnhaar gemeinsam mit den Partnern Renerco AG und SachsenFonds das erste rein privat finanzierte Geothermie-Kraftwerk Deutschlands mit 5 MW Leistung. Das Investitionsvolumen betrage zirka 35 Millionen Euro. Gemeinsam gründeten die Unternehmen demnach die Süddeutsche Geothermie-Projekte GmbH & Co. KG (SGG). Tilo Wachter, Prokurist bei der Renerco AG und Geschäftsführer der SGG, sagte gegenüber ECOreporter.de, die Partner hätten vor kurzem den Betriebsplan für die Bohrungen für das zweite gemeinsame Projekt in Kirchstockach eingereicht. In 2008 sollen demnach zwei bis drei weitere Projekte mit Bohrungen starten.

Auch im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat der Rücknahmeautomatenhersteller Tomra Systems ASA die Werte aus dem überaus erfolgreichen Jahr 2006 nicht erreicht. Wie das norwegische Unternehmen mitteilte, sank der Betriebsgewinn von 194 Millionen Norwegische Kronen (NOK) im Vorjahreszeitraum auf 130 Millionen NOK. 100 NOK sind rund 13 Euro wert. Der Umsatz sank von 1,068 Milliarden NOK auf 861 Millionen NOK. Ursache sei vor allem die schwächere Nachfrage aus dem wichtigen deutschen Markt, so Tomra.

Peter Wunderlich, Finanzvorstand beim Eschborner Energiedienstleister Techem, hat seinen Posten zum 16. Oktober 2007 aufgegeben. Wie das Unternehmen mitteilte, gab es „unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftspolitik“. Laut Techem wird Dieter Kilian den Posten „ab sofort“ übernehmen.

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Bilder: Produktionshalle von Nordex; Solarmodul der aleo solar AG; Fermenter der Biogas Nord AG / Quelle jeweils: Unternehmen

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