22.11.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

22.11.2002: EU-Kommission will Biokraftstoffe fördern

Die EU-Kommission hat einen "Aktionsplan Biokraftstoffe" auf den Weg gebracht. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet sollen bis 2005 europaweit zwei Prozent aller Kraftstoffe, sprich Diesel und Benzin, durch Biosprit ersetzt werden. Für 2010 wird demnach ein Anteil von 5,75 Prozent, für 2020 sogar von 20 Prozent angestrebt. Damit will die EU den Klimaschutz verbessern und Beschäftigungsimpulse geben.

Barbara Meyer-Bukow vom Mineralölwirtschaftsverband kritisiert den Plan als rein agrarpolitisch motivierte Maßnahme. Zudem sei die Umweltbilanz von Biotreibstoff gegenüber fossilen Rohstoffen nicht überzeugend. So falle beim Anbau von Raps, aus dem er bislang vornehmlich gewonnen wird, das den Treibhauseffekt fördernde Lachgas an. Das Umweltbundesamt hat dagegen errechnet, dass Biodiesel nur halb so viel Kohlendioxid freisetzt wie fossiler Treibstoff. Obendrein ist Rapssprit völlig schwefelfrei und biologisch rasch abbaubar. Dennoch pflichtet Axel Friedrich vom Umweltbundesamt solcher Kritik bei. "Lieber den ökologischen Landbau vorantreiben, als großflächig konventionellen Raps anbauen," meint Friedrich.

In Deutschland macht Biodiesel aus Rapsöl derzeit zwei Prozent des Diesel-Jahresverbrauchs aus. Er wird bereits an jeder zehnten Tankstelle angeboten. Über 2,5 Millionen biodiesel-taugliche Fahrzeuge sind auf deutschen Straßen unterwegs. BMW und Daimler-Chrysler bieten auf Wunsch ein Nachrüst-Set für bestimmte Typen an. Volkswagen hat seit 1995 alle Diesel-Modelle für den Bio-Treibstoff freigegeben. Aufgrund einer vom Bundestag beschlossene Steuerbefreiung für Bio-Kraftstoffe ist Rapssprit pro Liter sieben bis acht Cent billiger als konventioneller Diesel.
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