02.02.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.2.2005: ECOreporter.de-Aktientipp: Der franz?sische Hom?opathie-Hersteller Boiron SA

Die franz?sische Boiron SA ist der weltgr??te b?rsennotierte Hersteller hom?opathischer Heilmittel. Die vor 70 Jahren gegr?ndete Boiron-Gruppe mit Sitz in Lyon stellt Arzneimittel her. Das Unternehmen ist parallel dazu auch in der Ausbildung hom?opathischer ?rzte aktiv, veranstaltet Kongresse und forscht. Nicht nur Menschen k?nnen mit Heilmitteln der Marke Boiron behandelt werden: Zur Heilung der h?ufigsten Tiererkrankungen haben die Franzosen ein spezielles veterin?rhom?opathisches Sortiment aufgebaut.
Was ist Hom?opathie? Die Bezeichnung wurde aus den griechische Worten "homoin" (deutsch: "?hnlich") und "Pathos" (deutsch: "Leiden") zusammengesetzt. W?rtlich ?bersetzt bedeutet Hom?opathie demnach "?hnliches Leiden". In der Hom?opathie wird eine Krankheit mit der Arznei behandelt, die am gesunden Menschen ?hnliche Erscheinungen hervorruft. Hom?opathische Heilmittel sind au?erdem immer hochgradig verd?nnt.

Boiron produziert Arzneimittel in Sainte-Foy-l?s-Lyon und Messimy. Von dort aus gehen sie in cirka 20 L?nder: USA, Kanada, auch Tunesien, Venezuela, Rum?nien oder Burkina Faso. Die Aktie des Unternehmens ist in zahlreichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds vertreten. Ratings der Schweizer Bank Sarasin und des imug investment research, Hannover, bescheinigten Boiron ?bereinstimmend einen hohen Grad an Nachhaltigkeit. Arthur Hoffmann, Manager für den Fonds ?kovision bei der Bank Sarasin, erkl?rt: "Boiron arbeitet in weiten Teilen der Produktion, der Qualit?tssicherung und der Mitarbeiterf?hrung vorbildlich nachhaltig!" Als eines der ersten Unternehmen in Frankreich f?hrte die Groupe Boiron die 35-Stundenwoche ein - bei vollem Lohnausgleich. Die Bem?hungen um gute Arbeitsbedingungen gehen aber weit ?ber das hinaus. Den Gewinn aus Produktivit?tssteigerungen im Volumen von mehr als f?nf Prozent teilt sich das Unternehmen mit seinen Arbeitnehmern. Ein Sozialfonds finanziert h?here Arztkosten für hom?opathischer Behandlung.

F?r die Arzneimittel verarbeitet Boiron eigenen Angaben zufolge 1200 pflanzliche und 300 tierische Rohstoffe; ein Gro?teil davon stammt von 120 speziell geschulten Sammlern, die weltweit für Boiron unterwegs sind.

Der franz?sische Markt für hom?opathische Heilmittel ist laut Boiron mit einem Volumen von 230 Millionen Euro der gr??te der Welt, gefolgt von Deutschland und L?ndern wie Indien, Brasilien, Italien oder den Niederlanden. Weltweit belaufe sich das Volumen der Verk?ufe hom?opathischer Arzneimittel auf mehr als eine Milliarde Euro.
Von diesem Kuchen schneidet sich die Group Boiron schon jetzt ein beachtliches St?ck ab, und die Umsatzerl?se des Unternehmens wachsen best?ndig. Von 255 Millionen Euro im Jahr 2000 kletterten die Ums?tze auf ?ber 266 Millionen in 2001, 287 Millionen in 2002 auf 305 Millionen Euro im Gesch?ftsjahr 2003. Die endg?ltigen Zahlen für das abgelaufene Gesch?ftsjahr 2004 will die Gesellschaft am 4. M?rz vorlegen. F?r 2004 erwartet Boiron einen Anstieg auf 313 Millionen Euro. Schwerpunkt der Gesch?ftst?tigkeit ist der franz?sische Markt. Im gr??ten Nachbarland Deutschlands beliefen sich die Erl?se in den Jahren 2002 und 2003 auf jeweils mehr als 200 Millionen Euro. Mit den Ums?tzen kletterten auch die Gewinne: Das operative Ergebnis entwickelte sich nach Unternehmensangaben von 1999 bis 2003 mit einer j?hrlichen Wachstumsrate von 7,3 Prozent. Es stieg von 27,77 Millionen Euro (1999) auf 39,52 Millionen (2003). Noch besser entwickelte sich der Nettogewinn, er legte in f?nf Jahren durchschnittlich 11,4 Prozent zu und lag 2003 bei 25,63 Millionen Euro.

Laut den Prognosen verschiedener Analysten wird Boiron auf Wachstumskurs bleiben. Die Sch?tzungen gehen im Mittel von einem weiteren Umsatzwachstum in 2005 auf 335 Millionen Euro aus, für 2006 werden 350 Millionen erwartet. Der operative Gewinn soll den Prognosen zufolge 2004 bei 38 Millionen Euro liegen, für 2005 trauen Experten dem Unternehmen ein Wachstum auf 41,5 Millionen Euro zu, 2006 sollen 44 Millionen erreicht werden. Daraus errechnen die Analysten einen voraussichtlichen Gewinn je Aktie in H?he von 1,23 Euro für 2004, 1,40 Euro für das laufende Gesch?ftsjahr und 1,50 Euro für 2006.

Im Zuge der Fusion der beiden Unternehmen soll die kleinere Dolisos den Angaben zufolge zun?chst eine Kapitalerh?hung um 36 Millionen Euro durchf?hren. Nach der Integration in die Groupe Boiron w?rden dann knapp 85 Prozent der Anteile des Unternehmens bei der ehemaligen Boiron liegen, gut 15 Prozent des Kapitals w?rden die vormaligen Eigewnt?mer der Dolisos halten, so Boiron. Zus?tzlich dazu werde die Gro?aktion?rin der Dolisos, die Groupe Pierre Fabre, eine Forderung von 25 Millionen Euro erhalten, die innerhalb von drei Jahren zur?ckgezahlt werden solle.

Ralf-Peter Lemmer, Manager des Fonds Gerling Select 21, misst der ?bernahme gro?e Bedeutung zu: "Nach Integration der Dolisos w?re Boiron der gr??te b?rsennotierte Hersteller von hom?opathischen Arzneimitteln weltweit und h?tte den franz?sischen Konkurrenten Arkopharma klar ?berholt", so Lemmer. Dass die ?bernahme noch platze, sei unwahrscheinlich. "Anleger sollten Schw?chephasen für K?ufe nutzen", r?t der Fondsmanager daher.

Die Gruppe Boiron besch?ftigt weltweit knapp 2600 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat insgesamt 18,67 Millionen Aktien herausgegeben, bei einem Kurs von zuletzt 22,90 Euro (B?rse Frankfurt; 31.1.2005) errechnet sich eine Marktkapitalisierung von immerhin 427,5 Millionen Euro. Ein gro?es Unternehmen? Nicht in den Kategorien eines institutionellen Anlegers: "Die Group Boiron ist relativ klein," erkl?rt Fondsmanager Hoffmann. "Die Aktien werden nur wenig und in geringen St?ckzahlen gehandelt, deshalb gibt es oft sprunghafte Kursbewegungen, die gar nicht nachvollziehbar sind." Gleichwohl h?lt Hoffmann das franz?sische Unternehmen für ein lohnendes Investment. "Der Bedarf an hom?opathischen Heilmitteln w?chst seit Jahren kontinuierlich und die Medikamente sind einfach billig", so Hoffmann. Er r?t Investoren, den Kurs der Aktie zu beobachten: "R?ckschl?ge bieten eine gute Einstiegsm?glichkeit!"

Simone Schieg, Managerin des Amis Funds Eco Global, hat die Aktie der Boiron SA vor einigen Monaten verkauft. Die Papiere des Unternehmens h?tten nach den Kursanstiegen seit dem Jahr 2000 ein wenig an Attraktivit?t eingeb??t, sagt Schieg. Die Fondsmanagerin kritisiert zudem, dass das Umsatzwachstum 2004 bei Boiron schw?cher ausfiel als im Vorjahr, die Kosten seien im Vergleich zu den Ums?tzen ?berproportional gestiegen. Gleichwohl h?lt Schieg das Unternehmen für ein "durchaus solides Investement". Mittel- bis langfristig w?rden sich für Boiron gute Marktchancen in einem Marktumfeld mit hohem Wachstumspotential ergeben. Zus?tzliche Chancen erwachsen dem Unternehmen nach Ansicht der Managerin aus dem politischen Umfeld: "Die permanenten Bem?hungen der EU-Kommission um eine Harmonisierung und passende EU-Richtlinie für hom?opathische Arzneimittel k?nnten durchaus positive Impulse für Boiron bringen", so Schieg.

Fazit: Die Aktie des franz?sischen Hom?opathieherstellers ist ein Investment für an Nachhaltigkeit orientierte Anleger mit einem langen Atem. Wenn die geplante ?bernahme der Dolison gelingt, verf?gt das Unternehmen ?ber eine komfortable Marktposition. Nach einem steilen Anstieg der Notierung von 11 Euro Anfang 2000 auf ?ber 20 Euro in 2001 pendelt die Aktie um die Marke von 20 Euro. Der Tiefstkurs auf Sicht von 52 Wochen lag bei 17,30 Euro, den h?chsten Stand erreichte das Papier mit 24,60 Euro am 6. Januar 2005. Zum aktuellen Kurs von 22,90 Euro erscheint Boiron gut bewertet.
Klarheit ?ber den k?nftigen Kurs bringt erst die Entscheidung der franz?sischen Beh?rden ?ber den Zusammenschluss. Immerhin wird das neu entstehende Unternehmen in Frankreich eine Quasi-Monopolstellung innehaben: Der gemeinsame Marktanteil von Boiron und Dolisos bel?uft sich nach Angaben von Branchenexperten auf 85 Prozent. Risikobewusste Anleger beobachten den Kurs und greifen zu, wenn die Aktie unter die 20 Euro Schwelle f?llt. Konservativere Naturen warten die weitere Entwicklung ab und steigen ein, wenn die ?bernahme in trockenen T?chern ist.

Boiron SA: ISIN FR0000061129 / WKN 873532

Bilder: Medikamente der Laboratoire Boiron / Photo: Yann Geoffray; Detail: Heilmittel / Photo: Artechnique; Medikamente und Verpackungen; Detail: Verpackung / / Photo: Yann Geoffray / Quelle alle Bilder: Unternehmen
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