22.02.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

22.2.2006: Reicht das E.on-Angebot nicht aus? - Noch große Hindernisse für Übernahme der Endesa SA

Der spanische Versorger Endesa SA hält das Übernahmeangebot der Düsseldorfer E.on AG für zu niedrig. Wie Endesa mitteilte, liegt die Offerte im Volumen von 29,1 Milliarden Euro zwar höher als die des spanischen Konkurrenten Gas Natural, sie spiegele aber nicht den Wert des Unternehmens wider. Man habe im Anschluss an das als feindlich eingestufte Angebot von Gas Natural mit verschiedenen Unternehmen Gespräche geführt, so Endesa; darunter sei auch die E.on AG gewesen. Positiv sehen die Spanier die Bereitschaft der Deutschen, in bar zu zahlen und die Strategie des Unternehmens fortzuführen. Zudem plane E.on keinen Verkauf von Unternehmensteilen.

Die spanische Regierung unter spanische Ministerpräsident Jose Luis Zapatero äußerte sich unterdessen ablehnend zu den Übernahmeabsichten der E.on AG. Laut einem Bericht der spanischen Tageszeitung El Pais kündigte Zapatero rechtliche Schritte an, um das als strategisch wichtig eingestufte Unternehmen in spanischer Hand zu halten. Die Regierung verfüge über eine so genannte "Goldene Aktie" und könne ein Veto einlegen, so der Ministerpräsident laut dem Blatt. Zapateros Sprecher Fernando Moraleda äußerte sich ebenso unnachgiebig. Man beachte zwar die Regeln des Marktes, werde jedoch alle Mittel zur Hand nehmen, um einen Energiekonzern zu haben, der auf spanischen Pfeilern ruhe, so Moraleda weiter.

Einer Übernahme der Endesa durch die ebenfalls spanische Gas Natural hatte die spanische Regierung dagegen bereits zugestimmt. Und Endesa scheiterte mit dem Versuch das als feindlich eingestufte Übernahmeangebot von Gas Natural vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) per einstweiliger Verfügung zu unterbinden.

Empresa Nacional de Electricidad SA (Endesa): ISIN ES0130670112 / WKN 871028
E.on AG: ISIN DE0007614406 / WKN 761440

Bildhinweis: Kann E.on die Bedenken der spanischen Regierung ausräumen? Ulrich Hartmann, Aufsichtsratsvorsitzender des Münchener Energiekonzerns/ Quelle: Unternehmen
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