22.04.03

22.4.2003: Wochenrückblick: Solon und Transmeta weiter verlustreich - SolarWorld zurückgestuft - BWT erhöht Dividende

Die wichtigen Aktienindizes der Welt wiesen in der zurückliegenden Woche durchweg nach oben. Den stärksten Anstieg zeigte der DAX mit einem Plus von sechs Prozent. TecDAX und Technology All Share Index kletterten um je vier Prozent, der MDAX schaffte dagegen nur zwei Prozent. In den USA stieg der Dow Jones Industrial Average Index um zwei Prozent, der Nasdaq Combined Composite Index legte fünf Prozent zu. Der japanische Nikkei-225 liegt mit einem Dreiviertel Prozent Zuwachs an letzter Stelle.

Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller Nordex AG (WKN 587357) hat nach eigenen Angaben einen Auftrag zur Errichtung und Wartung von fünf Windturbinen von dem niederländischen Forschungsinstitut ECN (Energy research Centre of the Netherlands) erhalten. Das Auftragsvolumen verteilt sich über fünf Jahre, die Anlagen sollen im November in Betrieb gehen. ECN wolle die Turbinen vom Typ N80 für Testreihen nutzen, um Anlagensteuerung, Energieertrag und Umweltaspekte zu verbessern, hieß es. Nach Angaben von Nordex hat man sich aufgrund der Qualität der N80 gegen starke internationale Konkurrenz durchgesetzt. Die Nordex-Aktie war in den vergangenen Monaten wegen schlechter Unternehmensmeldungen stark unter Druck geraten. Übernahmegerüchte führten zu zusätzlichen Kursschwankungen. In der zurückliegenden Woche gaben Nordex drei Prozent auf 1,06 Euro ab.

Die Berliner Solon AG (WKN 747119) legte die Ergebnisse des ersten Geschäftsquartals vor. Der Meldung zufolge stieg der Umsatz des Solarmodulherstellers leicht auf 4,54 Millionen Euro (Vorjahr 4,44 Millionen). Das Ergebnis von Zinsen und Steuern (EBIT) betrug minus 541.000 Euro - ein Viertel mehr Verlust als im Vorjahresquartal. Der Solon-Vorstand begründet den höheren Verlust mit Restrukturierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen. Für das Gesamtjahr hoffen die Berliner, doppelt so viele Module wie im Vorjahr produzieren und verkaufen zu können. Das EBIT soll den Planungen zufolge auf über eine Million Euro steigen. Die Solon-Aktie verlor drei Prozent auf 1,45 Euro.

Die Analysten des Investmenthauses M.M. Warburg haben sich mit dem Solarkonzern SolarWorld AG (WKN 510840) beschäftigt. Sie vermuten, dass auch 2003 ein schwieriges Jahr für SolarWorld werde. Hauptgründe seien der Wechselkurs des japanischen Yen zum Euro und fallende Preise für Solarwafer, ein Hauptprodukt des Bonner Konzerns. Nach Ansicht der Analysten benötigt SolarWorld weiteres Kapital. Ab 2004 erwarten sie infolge der Produktionsausweitung deutliche Verbesserungen beim operativen Ergebnis im laufenden Jahr aber einen Verlust. M.M. Warburg stuft die Aktie deshalb auf "Verkaufen" zurück und gibt als Kursziel 3,50 Euro an. Entgegen der Empfehlung verteuerten sich die Anteilsscheine um ein Prozent auf 4,60 Euro.

Farmatic biotech energy AG (WKN 605192), Nortorf, hat nach eigenen Angaben mit dem Bau eines neuartigen Biokraftwerks begonnen. Das Großkraftwerk, dessen Baubeginn sich mehrfach verzögert habe, werde bei Schleswig in Schleswig-Holstein errichtet und solle nach Fertigstellung jährlich rund 120.000 Tonnen Biomasse verwerten. Neben Strom und Wärme sollen laut farmatic auch Biogas und Dünger produziert werden. Die farmatic-Aktie gab leicht auf 1,48 Euro nach.

Der Berliner Verkehrstelematik-Anbieter IVU Traffic Technologies AG (WKN 744850) meldete, dass der private Bahnbetreiber Connex Verkehr GmbH ein Produkt der IVU für den mobilen Fahrkartenverkauf einsetzen werde. Connex habe sich nach einem Vergleich mit den mobilen Fahrkartendruckern, welche die Deutsche Bahn einsetzt, für die IVU-Lösung entschieden und plane, deren Einsatz künftig auszuweiten. Über das Volumen des Auftrags wurde nichts mitgeteilt. Die IVU-Aktie verbilligte sich um vier Prozent auf 0,79 Euro.

Die Aachener Aixtron AG (WKN 506620), ein Hersteller von Ausrüstungen zur Produktion von Halbleitern, hat einen Auftrag aus China erhalten. Künftig sollen in Shanghai auf zwei Aixtron-Anlagen ultrahelle Leuchtdioden (LEDs) produziert werden. LEDs können unter anderem als Signallämpchen, aber auch als Leuchtmittel eingesetzt werden. Sie zeichnen sich durch geringen Energieverbrauch und lange Lebensdauer aus. Die Aixtron-Aktie ist sehr volatil, sie stieg in der vergangenen Woche um elf Prozent auf 3,12 Euro.

Der österreichische Wassertechnologie-Konzern Best Water Technology AG (BWT; WKN 884042) berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr 2002. Den Zahlen zufolge stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 431 Millionen Euro, was für BWT Marktanteilsgewinne bedeute. Das EBIT liegt mit 24,4 Millionen um 6,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Management führt den rückläufigen Gewinn auf Sonderabschreibungen und stärkeren Margendruck zurück. Der Auftragsbestand zum Jahresende stieg laut der Meldung um 3,1 Prozent auf 118,7 Millionen Euro. Die Dividende solle auf 0,24 Euro erhöht werden, hieß es. Die BWT-Aktie verteuerte sich in Wien um zehn Prozent auf 10,57 Euro.

Die Europäische Kommission hat der Übernahme des österreichischen Gasmotoren-Herstellers Jenbacher AG (WKN 851442) durch die US- amerikanische General Electric Co. (GE) zugestimmt. Das aktuelle, auf 18,10 Euro verbesserte Angebot der GE für die Kleinaktionäre läuft noch bis zum 25. April 2003. Die Jenbacher-Papiere kletterten auf 17,90 Euro.

Die Erstquartalszahlen der Transmeta Corp. (WKN 564775) weisen Umsätze von 6,0 Millionen Dollar aus, nach 6,1 Millionen im Vorquartal und 4,1 Millionen im ersten Quartal 2002. Der Verlust pro Aktie habe sich auf 0,15 Dollar verringert, teilte der US- amerikanische Chiphersteller mit. Die Ergebnisse würden im Rahmen der Erwartungen liegen; man strebe die weitere Senkung der Verluste an, werde aber das Ziel wohl verfehlen, ab dem vierten Quartal profitabel zu arbeiten, hieß es. Transmeta stiegen in New York um vier Cents auf 1,04 Dollar.

Die Aktie der britischen Ladenkette Body Shop International Plc (WKN 870803), die seit längerem fast unbeweglich um die 80 Pence notiert wurde, stieg in der vergangenen Woche um neun Prozent auf 88,33 Pence. Starke Zuwächse zeigten auch der Hamburger Windparkprojektierer P&T Technology AG (WKN 685280) mit plus 23 Prozent, der US-amerikanische Fußbodenbelag-Hersteller Interface Inc. (WKN 868656) mit plus 17 und der norwegische Automatenhersteller Tomra Systems ASA (WKN 872535) mit plus acht Prozent. Deutliche Kursverluste hatten hingegen Adcon Telemetry AG (WKN 922220) aus Österreich, die 17 Prozent verloren sowie der Münchener Entsorgungsdienstleister CCR Logistics Systems AG (WKN 762720) mit einem Minus von neun Prozent zu verzeichnen.

Zum Schluss eine Meldung aus dem außerbörslichen Bereich: Die Bonner Murphy&Spitz Umwelt Consult bietet nach eigenen Angaben individuellen Investoren Beteiligungsmöglichkeiten für Solar-Investments an. Murphy&Spitz verstehen das Angebot als Alternative zu einer Kommanditbeteiligung an Wind- oder Solarfonds. Die Ausschüttungen werden mit 13 bis 15 Prozent pro Jahr angegeben. Möglich sei die Beteiligung ab 20.000 Euro Eigenkapital, hieß es.


Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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