22.05.03

22.5.2003: Harpen erfüllt Corporate Governance Kodex komplett - Kein Squeeze-out

"Wir sind mit der Harpen-Performance sehr zufrieden." Das sagte Gert Maichel, RWE-Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender der Dortmunder RWE-Tochter Harpen AG, gestern auf der Hauptversammlung von Harpen. Nach einem umfassenden Strategiewechsel setzt das ehemalige Bergbauunternehmen Harpen beim Wachstum mittlerweile ganz auf Erneuerbare Energien. Um entsprechende Investitionen zu finanzieren wurden die Sparten Verkehr und Service in den beiden vergangenen Jahren verkauft und als sichere Ertragsbasis lediglich das Kerngeschäft Immobilien behalten. Wie im letzten Jahr will Harpen 2003 eine dreistellige Millionensumme in Wind- und Wasserkraftprojekte investieren. Der Schwerpunkt liegt dabei im europäischen Ausland. Im Ausmaß dieser Investitionen sieht Maichel den Beweis dafür, dass das Engagement von Harpen in Sachen "grünen" Stroms mehr ist als nur ein Feigenblatt für die übrigen Aktivitäten der Konzernmutter. Maikel sagte, RWE werde weiterhin rund 95 Prozent der Anteile an Harpen halten. Auch ein Squeeze-out, also eine Übernahme der Aktien freier Aktionäre, sei nicht geplant. Zwar seien die aktuellen Überlegungen zur Umstrukturierung von RWE noch nicht abgeschlossen. Fakt sei jedoch, dass Harpen im Bereich Energieerzeugung hervorragend aufgestellt seien. Am Montag hatte die Süddeutsche Zeitung spekuliert, den drei Erzeugern unter dem Dach der Essener Mutter, RWE Power, Rheinbraun und eben Harpen stünden "gravierende Veränderungen" bevor. Fragen dazu, welche Pläne RWE mit Harpen hat, standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung. Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz eV (DSW), sprach von der "Gretchenfrage".

In der Aussprache wies Aufsichtsratschef Maichel für den RWE-Konzern die Forderung eines Aktionärs zurück, aus Kostengründen den Aufsichtsrat auf sechs Mitglieder zu verschlanken. Die gegenwärtige Stärke von 12 Aufsichtsräten sei auch in anderen Unternehmen üblich. Sie garantiere eine breite Streuung des eingebrachten Knowhows. Bernd Widera, Vorstandssprecher von Harpen, wies darauf hin, dass sich die Vergütung der Aufsichträte im unteren Bereich dessen bewege, was bei anderen Gesellschaften üblich sei. Der Vorschlag des Aktionärs, aufgrund des angeblich zu großen Aufsichtsrates diesen und den Vorstand nicht zu entlasten, fand auf der Hauptversammlung kaum Widerhall. Sämtlichen Vorlagen des Vorstandes wurde mit Mehrheiten von über 99 Prozent zugestimmt. Ausgeschüttet wird eine Dividende von 0,52 Euro je Stückaktie. Die Anteilseigner von Harpen stimmten auch einer Satzungsänderung zu, nach der künftig Vorsitz und Mitgliedschaft in Ausschüssen des Aufsichtrats gesondert vergütet werden. Dadurch erfüllt die Gesellschaft die Sollvorschriften des Corporate Governance Kodex jetzt ausnahmslos. Darin sind in Anlehnung an internationale Standards Grundprinzipien für die effiziente Leitung und Überwachung börsennotierter Aktiengesellschaften formuliert. Im Dezember hatte sich Harpen aus Anlass der Aufnahme in das "Prime Segment" der deutschen Börse zur Einhaltung des Kodex verpflichtet.

Harpen AG: ISIN DE0006034002 / WKN 603400
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