22.09.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

22.9.2004: "Die Unternehmen können mehr tun" - Investorengruppe empfiehlt Pharmafirmen Strategie für Entwicklungsländer

Die Pharmabranche steht angesichts der Krise im Gesundheitswesen der Entwicklungsländer noch vor großen Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis gelangt der aktuelle Schlussbericht der Pharma Shareowner Group (PSG). Ihr gehören neben der schweizer Anlagestiftung ethos 13 weitere europäische institutionellen Anleger an. der PSG-Bericht basiert auf einem Programm, in dessen Rahmen ein einjähriger Dialog mit 7 führenden Unternehmen der Pharmabranche geführt wurde: Novartis, Roche, GlaxsoSmithKline, AstraZeneca, Pfizer, Merck und Bristol-Myers Squibb. Gegenwärtig seien die Firmen anscheinend der Ansicht, genügend getan zu haben, um ihre Risiken (Schwächung des Patentrechts, Reputations-Risken, usw.) einzudämmen. Die Unternehmen müssten jedoch eine wirksamere Strategie entwickeln, um etwa den Auswirkungen der anhaltende HIV/SIDA-Seuche in diesen Ländern und die Zunahme sogenannter Wohlstandskrankheiten (Diabetes, Kreislaufkrankheiten usw.) in den Industrieländern gegenzusteuern, so die PSG. Langfristig hänge deren Aktionärswert davon ab, wie sie dieser Krise begegneten und wie sie in der Zivilgesellschaft wahrgenommen werde. Daher habe die PSG acht Schlüsselempfehlungen für die Unternehmen der Pharmabranche formuliert.

In ihrem Bericht ruft sie die Unternehmen insbesondere auf:
- die Besorgnisse und Schwierigkeiten des öffentlichen Gesundheitswesens in den Entwicklungsländern besser in ihre Vertriebs- und Verkaufsstrategie zu integrieren und dabei über Initiativen hinauszugehen, die allzu häufig isoliert erfolgen;
- statt einer eher reaktiven eine zukunftsorientierte Haltung der Führungsinstanzen zu einzunehmen, die auch den Verwaltungsrat einbezieht;
- mehr Transparenz bezüglich ihrer Ergebnisse und ihrer Lobbying-Politik an den Tag zu legen.

Über die Schweizer Anlagestiftung ethos erfahren Sie weiteres im ECOreporter.de-Interview vom 5. Mai).

Bildhinweis: Kaspar Müller, Vizepräsident des ethos-Stiftungsrates / Quelle: Unternehmen
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