Nachhaltige Aktien, Meldungen

22.9.2006: Nokia Oyi und Carrefour SA bemühen sich um umweltfreundliche Erzeugnisse - Pilotprojekte der EU-Kommission

Die finnische Nokia Oyi und die französische Carrefour SA bemühen sich um umweltfreundlichere Produkte Die beiden Unternehmen nehmen laut einer Meldung der Brüsseler EU-Kommission an zwei Pilotprojekten zur Verbesserung der Umweltleistung von Alltagsgütern teil. Die Hersteller haben sich demnach dazu verpflichtet, die Umweltauswirkungen von Mobiltelefonen und Gartenmöbeln aus Holz zu reduzieren. Unter der Führung von Nokia wollten viele teilnehmende Unternehmen freiwillig, zusätzliche Schritte unternehmen, um bei Mobiltelefonen den Energieverbrauch und den Gehalt an schädlichen Materialien zu reduzieren und die Verbraucher für Recycling zu sensibilisieren. Carrefour habe zugesagt, zusammen mit anderen Beteiligten die Umweltauswirkungen von Gartenstühlen aus Tropenholz durch ein verändertes Design zu vermindern. Die Umsetzung dieser Verpflichtungen wird von der Kommission verfolgt, die vor zwei Jahren die Projekte initiiert hatte. Die Kommission fordert nun andere Industriezweige auf, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte in ähnlicher Weise zu reduzieren.
Die Pilotprojekte hätten erfolgreich gezeigt, dass die Unternehmen Umweltauswirkungen durch eine integrierte Produktpolitik reduzieren könnten, sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas.
Sowohl die Aktien des Herstellers von Mobiltelefonen, Nokia, als auch des Betreibers von Verbrauchermärkten, Carrefour, sind in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten.

Grundidee des EU-Projekts ist das so genannte "Lebenszykluskonzept". Es sieht vor, dass in jeder Lebensphase eines Produktes - von der Förderung der Rohmaterialien und der für die Herstellung erforderlichen Energie bis zu dem Zeitpunkt, wenn seine Bestandteile recycelt oder entsorgt werden - die Umweltauswirkungen berücksichtigt werden.

Die Unternehmen, die an den Projekten der Kommission teilnehmen, haben sich verpflichtet, wirtschaftlich und sozial umsetzbare Umweltverbesserungen vorzunehmen. Dabei geht es den Angaben zufolge vor allem darum, die Umweltauswirkungen dann zu reduzieren, wenn sie in den Lebensphasen eines Produkts am stärksten auftreten.

Bei den Mobiltelefonen, haben die Beteiligten sich verpflichtet, Maßnahmen zu treffen, um

- zusätzlich bei der Herstellung verwendete, gefährliche Stoffe wie z.B. bestimmte Flammschutzmittel und Phthalate über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus zu eliminieren oder zu reduzieren;

- den Energieverbrauch zu senken, indem die Geräte mit Signalen daran erinnern, das Aufladegerät vom Netz zu nehmen, sobald die Batterie aufgeladen ist;

- die Rücknahmesysteme für gebrauchte oder überflüssige Telefone zu verbessern und dadurch die Anzahl der zum Recycling zurückgegebenen Geräte zu erhöhen;

- den Verbrauchern Umweltinformationen und Leitlinien für umweltrelevante Entscheidungen an die Hand zu geben.

Nokia schätzt, dass genug Energie für die Versorgung von 60.000 europäischen Haushalten während eines Jahres eingespart würde, wenn lediglich zehn Prozent der Mobiltelefonnutzer weltweit ihr Ladegerät nach dem Aufladen ihres Telefons vom Netz nehmen würden.

Am Ende des Projekts "Gartenstühle aus Tropenholz" stand

- die Bestätigung, dass der wichtigste Umweltweltaspekt in der nachhaltigen Erzeugung des Holzes liegt, wozu sich die teilnehmenden Unternehmen bereits verpflichtet haben;

- die Verpflichtung der Erzeuger, das Design des Produktes zu verbessern, um den Materialverbrauch umweltfreundlicher und das Produkt leichter transportierbar zu machen, so dass weniger Transportmittel erforderlich sind;

- eine Verpflichtung, die Verbraucherinformation bezüglich der Umweltmerkmale des Produktes zu verbessern.

Die Einzelheiten zu dem Pilotprojekt, zu Maßnahmen und Empfehlungen sind abrufbar unter http://www.ec.europa.eu/environment/ipp/mobile.htm
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