Für die Verschiffung bereite Windkraftrotoren von Nordex. / Quelle: Unternehmen

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23 Prozent Kurszuwachs in zwei Monaten nach Aktientipp von ECOreporter.de - wie geht es weiter für die Windaktie von Nordex?

Seit unserem  Aktientipp (Link entfernt)  mit einer Kaufempfehlung für die Nordex-Aktie von Ende Februar hat sich die Aktie des Windradherstellers stark verteuert. Sie legte im Xetra seither über 23 Prozent auf 21,8 Euro zu. Auf Jahressicht notiert sie im Xetra jetzt 66 Prozent im Plus. Kann sie weiter zulegen?

Das Unternehmen aus Hamburg hat heute eine starke Zwischenbilanz für das erste Quartal vorgelegt und damit seinen Aufwärtstrend bestätigt. Demnach kletterte der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 496,5 Millionen Euro. Dazu trug auch das um 23,5 Prozent auf 42,5 Millionen Euro verbesserte Service-Geschäft bei. Die Produktionsleistung hat der Windturbinenbauer um 44,2 Prozent auf 462,1 Megawatt (MW) erhöht. Diese Steigerung der Menge ermöglichte Nordex eine weitere Verringerung der Kosten, was sich im Ergebnis positiv niederschlug. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,3 Prozent auf 24,8 Millionen Euro. Der Nettogewinn sprang gar um 61,2 Prozent auf 14,8 Millionen Euro, vor allem aufgrund besserer Finanzierungsbedingungen, wie es hieß.

Aussicht auf weitere Gewinnsteigerung

Der Vorstand von Nordex rechnet für das Gesamtjahr unverändert mit einem Umsatz von 2,1 Milliarden Euro nach 1,7 Milliarden Euro in 2014. Die EBIT-Marge will er wie schon im Februar angekündigt von 4,5 auf 5,0 bis 6,0 Prozent ausbauen. Bei der Präsentation der Zahlen betonte Vorstandschef Dr. Jürgen Zeschky, dass der Auftragsbestand von 1,6 Milliarden Euro bereits das für 2015 erwartet Wachstum absichere. Der Auftragseingang habe sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,3 Prozent auf 642,3 Millionen Euro erhöht. „Wir arbeiten mit voller Energie an der Erhöhung unserer Effizienz, um das Wachstum in Zukunft noch profitabler zu gestalten. Zudem stehen die Entwicklung neuer wettbewerbsfähiger Produkte und die Ausrichtung des Vertriebs auf aussichtsreiche neue Märkte im Fokus“, so Zeschky weiter.

Was bei der Zwischenbilanz auffällt ist der Umstand, dass Nordex im ersten Quartal Geschäftserfolge fast ausschließlich in der Region EMEA (Europa/Afrika) erzielt hat. Etwas mehr als die Hälfte des Neuauftragsvolumens kam aus Deutschland und Südafrika. Weitere wichtige Märkte waren im ersten Vierteljahr Frankreich, die Türkei und Finnland. Im Gegensatz zum Gesamtjahr 2014 spielte Amerika mit lediglich acht Prozent Anteil an den Neuafträgen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Nordex-Aktie ist kein Schnäppchen mehr

Wir raten nun dazu, die Aktie von Nordex zu halten. Größere Kurzuwächse erwarten wir vorerst nicht. Das kurzfristige Wachstum ist im aktuellen Kurs bereits eingepreist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bezogen auf den für 2015 erwarteten Gewinn beträgt liegt mittlerweile über 32, ist also recht hoch. Die langfristigen Perspektiven des Unternehmens sind zwar gut, auch aufgrund der soliden Finanzlage. Der Windradhersteller ist durch keine Bankverpflichtungen belastet, er hat seine Nettoliquidität im ersten Quartal weiter gesteigert, auf 281,5 Millionen Euro. Der Mittelzufluss, der so genannte Free Cashflow, wurde gegenüber dem ersten Quartal 2014 sogar auf 46,2 Millionen Euro verdreifacht. Das ermöglicht es dem Unternehmen, weiterhin flexibel auf Marktentwicklungen zu reagieren.

Bildhinweis: Türkischer Windpark mit Anlagen von Nordex. / Quelle: Unternehmen

Anleger sollten aber abwarten, bis sich die mittelfristigen Perspektiven für Nordex deutlicher abzeichnen. So ist noch unklar, wie sich der Windkraftausbau im nach wie vor wichtigen Heimatmarkt Deutschland ab 2017 entwickeln wird. Denn ab dann müssen neue Windkraftprojekte über Auktionen ausgeschrieben werden, so wie es seit diesem Jahr in der Photovoltaik erprobt wird. Das macht es für potentielle Kunden von Nordex in Deutschland schwieriger, Windkraftprojekte zu kalkulieren. Und in den USA läuft Ende 2016 ein wichtiges Förderinstrument aus. Das dürfte zum einen die Nachfrage für Windkraftanlagen aus den Vereinigten Staaten deutlich bremsen, zum anderen Konkurrenten von Nordex dazu zwingen, sich verstärkt um die neuen Windmärkte zu bemühen, in denen die Hamburger zuletzt erfolgreich Neuaufträge ergattert haben.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554  / WKN A0D655
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