Bauarbeiten für die Installation einer Windkraftanlage von Nordex. Die Aktie des Unternehmen gehört zu den größten Positionen der beiden nachhaltigen Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung im März. / Quelle: Nordex

14.04.15 Fonds / ETF , Fonds des Monats

23 Prozent Plus für die besten nachhaltigen Aktienfonds im ersten Quartal

Die Bilanz der nachhaltigen Aktienfonds für das erste Quartal kann sich sehen lassen: Sie erreichten ausnahmslos im ersten Vierteljahr eine positive Wertentwicklung und die besten legten bis zu 23 Prozent zu. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor. Im März dagegen hat jeder zehnte der 140 nachhaltigen Aktienfonds auf dem deutschen Markt an Wert verloren, wobei der schwächste in Minus von drei Prozent verzeichnete. Dafür konnten viele Fonds dieser Kategorie auch in diesem Monat ihren Wert deutlich steigern. Gleich sechs nachhaltige Aktienfonds verbesserten sich im März um mindestens fünf Prozent.

Dabei lagen die beiden besten nachhaltigen Aktienfonds im März mit 5,99 Prozent gleichauf, so dass sie beide den Titel „Fonds des Monats“ tragen dürfen. Hierbei handelt es sich zum einen um den Öko Aktienfonds von IPConcept S.A. aus Luxemburg. Der investiert weltweit vor allem in Unternehmen, die entweder in ihrer Branche führend beim Umweltschutz sind oder die umweltfreundliche Geschäftsmodelle verfolgen. Auch dürfen die Firmen nicht gegen Ausschlusskriterien wie etwa Rüstung, Kernenergie, Kinderarbeit, Pornographie, Alkohol und Tabak verstoßen. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören Solarkonzerne wie Canadian Solar und Trina Solar aus China, der norwegische Hersteller von Rücknahmeautomaten Tomra, der französische Umweltdienstleister Veolia, der Hamburger Windturbinenbauer Nordex und Aixtron aus Aachen, die unter anderem Produktionsanlagen für LED-Hersteller anbietet. Der Öko Aktienfonds ist überwiegend in Europa investiert, allein zu einem Drittel des Fondsvolumens in deutsche Aktien, dagegen nur zu neun Prozent in den USA und zu rund 20 Prozent in Asien. Thematische Schwerpunkte des Fonds sind nach der Solarenergie mit rund 16 Prozent die intelligente Steuerung von Energie (smart grid) mit rund zwölf Prozent und Wassertechnologie mit rund zehn Prozent. Der Öko Aktienfonds verfügt über ein Fondsvolumen von 43 Millionen Euro. Anfallende Gewinne werden thesauriert, fließen also dem Fondsvermögen zu. Pro Jahr fällt eine Verwaltungsgebühr von 1,25 Prozent an.

Auch der 2007 gestartete Deutsche Invest I Clean Tech der Deutsche Bank-Tochter DWS Investment S.A. aus Luxemburg setzt stark auf Umwelttechnologie-Anbieter. Fondsmanager Paul Buchwitz setzt seinen Fokus mit 33 Prozent des Fondsvolumens von lediglich sieben Millionen Euro jedoch auf die USA, gefolgt von China mit 10 Prozent. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören ebenfalls Canadian Solar und Nordex, mit Gamesa aus Spanien und Goldwind aus China zudem zwei weitere Windkraftkonzerne, daneben die deutsche LED-Spezialistin Osram, der Mischkonzerne Danaher aus den Vereinigten Staaten und aus der Baubranche die schwedische Nibe Industrier AB, die unter anderem energieeffiziente Wärmepumpen anbietet. Wie beim anderen Monatssieger erhalten auch die Investoren des Deutsche Invest I Clean Tech keine Ausschüttungen. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,5 Prozent.

Die zehn besten nachhaltigen Aktienfonds im März

* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

Der nachhaltige Aktienfonds mit der besten Quartalsbilanz zeigt sich in sachen Nachhaltigkeit wenig ehrgeizig

Auch auf Sicht des ersten Quartals lagen die beiden Fonds mit der besten Wertentwicklung nahe beieinander. Hier unterlag der Deutsche Invest I Clean Tech mit rund 22,5 Prozent Wertzuwachs knapp dem Candriam Sustainable Pacific, der von Anfang Januar bis Ende März rund 22,7 Prozent zulegte. Insgesamt verbesserten sich neun nachhaltige Aktienfonds im ersten Quartal um mindestens 20 Prozent. 131 von 140 Fonds dieser Kategorie erzielten in diesem Zeitraum zweistellige Wertzuwächse.

Der Candriam Sustainable Pacific investiert in Unternehmen aus einer sehr begrenzten Reihe von Ländern: Japan, Hong Kong, Singapur, Australien und Neuseeland. Sie müssen in ihren Branchen zu den Konzernen mit den besten Nachhaltigkeitsleistungen gehören. Der Candriam Sustainable Pacific verfolgt damit den so genannten Best-in-Class-Ansatz, wonach die Emittenten eines Sektors für das Investment in Frage kommen, die bei Analysen von sozialen und ökologischen Faktoren sowie bei der Corporate Governance am besten abschneiden. „Am besten“ bedeutet bei diesem Fonds allerdings nur, dass sie zu den oberen 35 Prozent gehören müssen. Tabu sind Aktien von Unternehmen, die Menschen- und  Arbeitsrechtsverletzungen begehen oder tolerieren. Dazu gehören etwa Diskriminierungen, Kinder- oder Zwangsarbeit sowie Einschränkungen gewerkschaftlicher Aktivitäten. Ebenfalls als nicht investierbar gelten Firmen, die mit Atomkraft oder Suchtmitteln Geld verdienen, sowie Konzerne, die mit ABC-Waffen, Landminen oder Streumunition Geschäfte machen. In anderen Fällen werden Waffengeschäfte toleriert, sofern sie nicht mehr als drei Prozent des Konzernumsatzes ausmachen.

Als größte Positionen im Portfolio des Fonds sind unter anderem der Eisenbahnkonzern Central Japan Railway, der ebenfalls japanische Autobauer Honda und Finanzkonzerne wie Westpac Banking aus Australien zu finden. Allein ein Drittel des Fondsvolumens von umgerechnet rund 170 Millionen Euro ist in den Finanzsektor investiert. Der Candriam Sustainable Pacific wurde schon 2000 gestartet und notiert in japanischen Yen. Er wurde wie seine nachhaltigen Schwesterprodukte nach der Übernahme der belgischen Dexia Asset Management durch das Unternehmen New York Life Investments in 2014 umgetauft. Dabei wurde das „Dexia“ im Titel durch „Candriam“ ersetzt. Auch bei ihm handelt es sich um einen thesaurierenden Fonds. Pro Jahr wird eine Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent kassiert.

Die zehn besten nachhaltigen Aktienfonds im 1. Quartal

* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2014 belief sich das Volumen der 268 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 34,8 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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