23.10.02

23.10.2002: Rating von Telekommunikations-Unternehmen deckt Lücken in Umweltmanagementsystemen auf

Eine Untersuchung von Umweltrichtlinien bei Telekommunikations-Unternehmen hat in den meisten Fällen das Fehlen von konzernweiten Umweltmanagementsystemen ergeben. Die oekom research AG, Rating-Agentur aus München, bewertete die 38 weltweit größten Unternehmen der Branche in einem Corporate Responsibility Rating nach 200 Kriterien auf einer Skala von A+ (bester Wert) bis D- (schlechtester Wert). 14 Konzerne seien aufgrund mangelnder Tätigkeit im ökologischen und sozialen Bereich nicht in die Bewertung gekommen, hieß es. Die beste Note habe die Deutsche Telekom (B+) erhalten, gefolgt von British Telecom und Swisscom (jeweils B). Am schlechtesten bewertet worden sei das US-amerikanische Unternehmen Nextel (D). Die durchschnittliche Benotung sei C.

Die 24 im Rating benoteten Konzerne haben der Agentur zufolge eigene Umweltrichtlinien erarbeitet, 18 von ihnen veröffentlichten einen Umweltbericht. Dennoch seien kaum konzernweite Umweltmanagementsysteme vorhanden. Vor allem an Standorten außerhalb der OECD habe es diesbezüglich deutliche Mängel gegeben, so die Studie. Fast alle untersuchten Unternehmen würden an Einsparungen beim Stromverbrauch und an einer Steigerung der Energieeffizienz arbeiten. Mögliche Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Strahlung von Sendeanlagen seien noch ungeklärt, es gebe jedoch Forschungsprojekte in diesem Bereich. Keines der Unternehmen habe belegen können, welche konzernweiten Standards zur Strahlung von Sendeanlagen gelten. Statt dessen beriefen sie sich auf die jeweils nationale Gesetzgebung, hieß es.

Nur wenige Unternehmen hätten einen Sozialbericht veröffentlicht, jedoch über einzelne sozial-kulturelle Aktivitäten wie Sponsoring berichtet. Die meisten Unternehmen bauen der Studie zufolge Arbeitsplätze sozialverträglich ab. Programme zu Frühpensionierung und Altersteilzeit seien nahezu Standard.
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