23.10.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

23.10.2007: Aktien-News: Studie vergleicht Politik zur verantwortungsvollen Unternehmensführung in 13 Ländern

Viele der großen gesellschaftlichen Probleme wie die Folgen des Klimawandels, Armut oder HIV/Aids lassen sich nicht allein durch die Politik lösen, sondern bedürfen des Engagements von Unternehmen und Zivilgesellschaft. Zu diesem Schluss kommt dieStudie mit dem Titel "The CSR Navigator - Public Policies in Africa, the Americas, Asia and Europe" der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH. Die Studie untersucht, wie Regierungen Unternehmen in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stärken und sie in die Lösung komplexer Probleme sinnvoll einbinden können. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der effektiven Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Studie zeigt den Angaben zufolge, dass Regierungen durch einen kooperativen Politikstil zu einer fairen Gestaltung der Globalisierung beitragen können. Im Fokus der Studie stehen ausgewählte Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer: Brasilien, China, Ägypten, Frankreich, Deutschland, Indien, Mozambique, Polen, Süd Afrika, Schweden, Großbritannien, USA und Vietnam.

Die Untersuchung mache deutlich, dass Corporate Social Responsibility, verantwortungsvolle nternehmensführung, nur dann zu einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den drei Sektoren führt, wenn die Politik eine aktive Rolle übernimmt, heißt es in der Zusammenfassung. Darüber hinaus sollte CSR-Politik strategisch geplant sein und in die bestehende Arbeit verschiedener Politikfelder eingebettet sein. Auch müssten die Maßnahmen zur Förderung von CSR aufeinander abgestimmt sein und sich an internationalen Standards wie z.B. den Prinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) orientieren.

Die Studie zeige auch, dass es keine Patentformel für diesen Prozess gibt. Da die nationale Kultur für die Entwicklung von CSR eine entscheidende Rolle spiele, sollte eine erfolgreiche CSR-Politik vor allem den wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Kontext des Landes berücksichtigen.


Die CSR-Politik der untersuchten Länder kategorisiert die Studie in "tatkräftig", "solide", "aktiv", "langsam" und "zurückhaltend". Insbesondere Vietnam und Südafrika weisen demnach eine "aktive" CSR-Politik vor. Obwohl beide Länder das Thema CSR erst seit kurzer Zeit erfolgreich angingen, richteten die Regierungen ihre
CSR-Politik entlang klar erkennbarer wirtschaftlicher und politischer Ziele aus. So spielten für die südafrikanische Regierung neben gesetzlichen Vorgaben auch freiwillige Verhaltenskodizes und die Bekanntmachung verantwortlicher Unternehmen bei der Reintegration schwarzer Bevölkerungsschichten in den Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle.

Als einziges Land mit einer "tatkräftigen" CSR-Politik lasse Großbritannien eine fortschrittliche CSR-Strategie erkennen. Im internationalen Vergleich gelten die Briten als Vorreiter, wenn es um die intensive Förderung von Kooperationen zwischen Unternehmen und Gesellschaft geht. Dabei fänden CSR-Aspekte in nahezu allen Politikfeldern starke Beachtung.

Deutschland präsentiere sich neben Frankreich mit einer "soliden" CSR-Politik. Dies gelte insbesondere für die Umwelt-, Arbeits- und Bildungspolitik, bei der traditionell viele Kooperationen zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bestehen. Allerdings könne die deutsche CSR-Politik mehr erreichen, wenn beispielsweise in der Exportwirtschaft CSR-Aspekte stärker berücksichtigt würden. Empfehlenswert wäre vor allem eine stärkere Förderung und Umsetzung internationaler Standards wie z.B. der OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen.

Die Studie zeichnet nicht nur die Profile nationaler CSR-Politiken nach, sie gibt auch ein konkretes Instrument zur weiteren Entwicklung von Politikmaßnahmen für CSR an die Hand. Der eigens für die Studie entwickelte "CSR-Navigator" ermöglicht es, den Zusammenhang zwischen dem kulturellen Kontext eines Landes, den Zielen der CSR-Politik und geeigneten politischen Instrumenten zur Weiterentwicklung von CSR herzustellen.

Für die GTZ ist CSR bereits heute ein fester Bestandteil der werteorientierten Beratungsarbeit in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit. Durch die von der Bertelsmann Stiftung und der GTZ gemeinsam entwickelten Studie erschließt sich der GTZ ein Instrument, um im Sinne des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung die Ideen der Corporate Social Responsibility zugunsten einer besseren Entwicklung in den Partnerländern zu vermitteln und noch besser auf den Zusammenhang zwischen jeweiligem kulturellem Kontext, den Zielen der CSR-Politik und geeigneten Instrumenten zur Umsetzung von CSR einzugehen.

Die Studie, die zunächst in englischer Sprache erscheint, wurde mit Unterstützung des Instituts für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen und zahlreichen Experten aus den untersuchten Ländern erstellt.

Interessierte finden die Studie im Internet hier.
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