23.11.04 Anleihen / AIF

23.11.2004: Gordischer Knoten durchschlagen? - Bundesverband WindEnergie (BWE) meldet Durchbruch im Streit um Ausbau des Stromnetzes

Im Streit der Windkraftbranche mit dem Energiekonzern E.ON über den Netzausbau in Nord-Friesland zeichnet sich eine Einigung ab. Das meldet der Bundesverband WindEnergie (BWE). Konkreter Hintergrund ist der Konflikt über das überlastete Eon-Stromnetz zwischen Breklum und Flensburg. Laut dem BWE müssen dort immer öfter Windparks vom Netz genommen werden. Pro Jahr summierten sich die dadurch entstehenden Verlust für die Windstrom-Erzeuger auf 20 Millionen Euro, ohne dass sie Entschädigungen vom Netzbetreiber erhielten. Wie es weiter heißt, wollte E.ON das Netz durch eine Freileitung verstärken. Die betroffenen Gemeinden hätten dagegen aber ihr Veto eingelegt. Somit wäre der Netzausbau auf die lange Bank geschoben worden. Einen Netzausbau durch Erdkabel habe wiederum der Energiekonzern als zu teuer abgelehnt. Dieser würde 35 oder 40 Millionen Euro kosten, eine Freileitung jedoch nur zehn Millionen Euro.

Diese Einschätzung wiederlegte nun dem BWE zufolge eine neue Studie der Universität Duisburg-Essen unter Federführung von Professor Heinrich Brakelmann. Darin stelle der Experte für Energie-Transport und -Speicherung fest, dass im für den Windstrom so wichtigen Hochspannungsnetz (110kV) die Gesamtkosten für Erdkabel niedriger als für Freileitungen liegen. Auch im Höchstspannungsbereich bei 220kV lägen Erdkabel und Freileitung bei der Kostenfrage gleich auf. "Wenn das Erdkabel günstiger ist, dann werden wir es bauen", habe daraufhin E.ON-Sprecher Matthias Boxberger auf einer Veranstaltung in Husum erklärt. BWE-Vizepräsident Hermann Albers bewertet die als wichtigen Etappen-Sieg für einen unkomplizierten Netzausbau in den nächsten Jahren. "Da die Genehmigungsverfahren für Erdkabel mit ein bis zwei Jahren wesentlich kürzer sind als bei Freileitungen, steht einem raschen Ausbau des Stromnetzes in Deutschland nun nichts mehr im Weg."

Bildhinweis: Winkraftanlagen von GE Energy / Quelle: Unternehmen
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