23.01.03

23.1.2003: Joint Venture von Siemens und Drägerwerk muss bei EU-Prüfung in die Verlängerung

Der Münchener Siemens-Konzern und der Lübecker Krankenhaus-Ausrüster Drägerwerk AG (WKN 555063) hatten Ende Mai 2002 angekündigt, ein Gemeinschaftsunternehmen im Bereich der Intensiv- und Notfallmedizin zu gründen. Nun will die EU-Kommission das geplante Gemeinschaftsunternehmen einer "eingehenden" wettbewerbsrechtlichen Prüfung unterziehen. Statt einen Monat wie bei einer standardmäßigen Überprüfungen von Transaktionen üblich kann sie sich jetzt vier Monate Zeit für ihre Untersuchung nehmen. Die dadurch eingeleitete zweite Stufe des Verfahrens stelle aber keine Vorentscheidung dar, hieß es in einer Mitteilung der Kommission.

Brüssel begründet die Verlängerung des Standardverfahrens damit, dass sich mit Siemens und Drägerwerk die beiden führenden Unternehmen im Bereich medizinischer Ventilatoren zusammenschlössen. Bei einer Genehmigung würde das Joint Venture zudem über einen hohen Marktanteil in den Bereichen Narkose-Versorgungssysteme und Patienten-Beobachtung verfügen.

"Wir sind der Meinung, dass das ein normaler Vorgang ist", kommentierte eine Sprecherin von Dräger Medical laut Reuters die Entscheidung der EU. Man sei von Anfang an davon ausgegangen, dass die Kommission angesichts der Komplexität der Materie eine ausführliche Prüfung vornehmen werde. Daher sei man weder überrascht noch beunruhigt.

Nach Unternehmensangaben soll das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen "Dräger Medical - A Dräger and Siemens Company" einen Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro erreichen und etwa 6400 Mitarbeiter beschäftigen, von denen zwei Drittel auf Drägerwerk entfallen. Siemens, zu 35 Prozent beteiligt, will darin seinen klinischen Intensiv- und Notfallmedizinbereich einbringen. Beide Unternehmen erhoffen sich durch die Zusammenlegung stärkeres Wachstum und eine höhere Profitabilität.
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