23.01.06 Fonds / ETF

23.1.2006: Millionenschaden im Fall Amis - Pressekonferenz soll Neuigkeiten bringen - Hauptangeklagte im Ausland in Haft

Das Wiener Handelsgericht hat entschieden, die Prüfungsfrist für Forderungen gegen das insovente österreichische Finanzhaus Amis einmalig auf den 27. Januar 2006 zu verlängern. Das teilte die "Arbeitsgemeinschaft Amis" (Arge Amis) mit, die eigenen Angaben zufolge inzwischen mehr als 2000 Amis-Geschädigte vertritt; neunzig Prozent davon aus Deutschland. Man sei nach den intensiven Verhandlungsrunden vor Ort in Wien inzwischen von einer baldigen Grundsatzlösung des Schadensfalls überzeugt, so die Arge-Amis. Der Schlüssel liege dabei primär in der Überführung der luxemburgischen Gelder in die Masse nach Österreich. Aus dieser würden dann auch die deutschen Mandanten bedient.

Wie die Arge-Amis weiter mitteilte, geht sie davon aus, dass beide Konkursverfahren am 27.1.2006 grundsätzlich entschieden würden. Anleger, die die Arge bis dahin mandatiert hätten, könnten an einer bis dahin eventuell gefundenen Ausschüttungslösung teilhaben. Inzwischen seien rund 15.000 Gläubigerforderungen in Höhe von 330 Millionen Euro angemeldet worden, hieß es. Rund 16.000 Anleger mit einem Investitionsvolumen von 143 Millionen Euro seien vom Fall Amis betroffen.

Laut einem Bericht des Onlinemagazins "Fonds professionell" wollen die Arge-Anwälte Klaus Nieding und Andreas Tilp am 26. Januar 2006 auf einer Pressekonferenz in Wien bedeutsame Neuigkeiten verkünden. Bei einem Meeting zwischen den Anlegeranwälten und den Masseverwaltern am 18. Januar 2006 sei über eine Teilentschädigung für die Anleger der Luxemburger SICAV-Fonds von Amis verhandelt worden, hieß es. Das konkrete Ergebnis des Gesprächs solle bei der angekündigten Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Die beiden Hauptangeklagten Ex-Vorstände der Amis, Dietmar Böhmer und Harald Loidl, befinden sich laut dem Bericht in Venezuela in Haft. Offenbar gebe es bei der Auslieferung Schwierigkeiten. Der Anwalt der beiden Beschuldigten erklärte dagegen, dass es kein Auslieferungsabkommen zwischen Österreich und Venezuela gebe.
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