22.01.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

23.1.2006: Umweltaktien-Wochenrückblick: Windkraft kam und kommt weiter voran, S.A.G. Solarstrom kommt hoch und höher, SolarWorld-Aktie kommt zur Teilung, Geberit will eigene Aktien zurückbekommen

Der DAX verlor im Verlauf der vergangenen Woche 2,4 Prozent und schloss am Freitag mit 5.349 Punkten. Auch der Dow-Jones-Index gab 2,7 Prozent nach auf 10.667 Punkte, der Nikkei-Index büßte 4,3 Prozent ein und notierte zuletzt bei 15.696 Punkten. Nordsee-Öl ("Brent Crude") verteuerte sich um 6,8 Prozent auf 66,90 US-Dollar pro Barrel, Kupfer verbilligte sich um ein Prozent auf 4.446 US-Dollar pro Tonne. Der Euro schloss so, wie er den Handel am Montag begonnen hatte, mit 1,2134 US-Dollar pro Euro.

Strom aus Erneuerbaren Energien kann im Jahr 2020 bereits zu einem Viertel zur deutschen Stromversorgung beitragen und 110 Millionen Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) einsparen. Das meldete das Bundesumweltministerium (BMU). Das Investitionsvolumen für den Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse, Geothermie, Photovoltaik, Wasser und Wind werde sich in den nächsten fünfzehn Jahren auf etwa 75 Milliarden Euro summieren. Das BMU bezieht sich in seiner Meldung auf eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie und des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos kündigte bei einer Tagung in Berlin Einschränkungen für die Erneuerbaren Energien an. Dazu würden bis 2007 die einzelnen Vergütungen auf ihre, wie er es nannte, "wirtschaftliche Effizienz" hin überprüft, der zehnprozentige Deckel solle wegfallen und die so genannte Härtefallregelung im EEG unverzüglich zu Gunsten der stromintensiven Industrie verbessert werden.

Weltweit ist der Windenergiemarkt im Jahr 2005 um 23 Prozent auf ein Volumen von etwa zehn Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus einer gemeinsamen Meldung des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), des Bundesverbander WindEnergie e.V. (BWE) und des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) hervor. Für dieses Jahr sei mit einem ähnlichen Wachstum zu rechnen, erklärte Thorsten Herdan, Geschäftsführer des VDMA. Die Hälfte des Umsatzes werde von deutschen Firmen erwirtschaftet. Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr weltweit 10.000 Megawatt (MW) Windleistung neu aufgebaut.


Die Nordex AG hat wieder Aufträge aus Großbritannien gewonnen. Für Falck Renewables wird das Unternehmen den Windpark Earlsburn in einem offenen Hochmoor bei Stirling in Schottland realisieren, der insgesamt aus 15 Großturbinen der Baureihe N80/2500 kW bestehen wird. Das teilte der Anlagenbauer aus Norderstedt mit und nannte ein Auftragsvolumen von rund 38 Millionen Euro. Zudem werde Nordex kleinere Windparks in Großbritannien ausrüsten. Im Gespräch mit ECOreporter.de zeigte sich der Nordex-Pressesprecher zuversichtlich, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 MW pro Jahr in Großbritannien installieren, einen zweistelligen Marktanteil erreichen und in die Gruppe der ersten drei Anlagelieferanten aufsteigen könne. Die Nordex-Aktie verlor 7,2 Prozent auf 5,45 Euro.

Nach eigenen Angaben ist der Energieversorger ScottishPower mit einer Gesamtkapazität von 271 MW Leistung aus 14 Windparks der größte Windstromproduzent in Großbritannien. Für die Aufstellung der nächsten 35 Windturbinen mit einer Kapazität von 30 MW läge jetzt die Genehmigung vor.

Ein Joint Venture zur gemeinsamen Erzeugung und Nutzung von Windenergie haben der spanische Stromkonzern Iberdrola und der regionale Windparkprojektierer Firsa (Fomento de Inversiones Riojanas S.A.) gegründet. Wie Iberdrola mitteilte, umfasse der Vertrag Projekte im Umfang von rund 380 MW, von denen bereits 80 Prozent an die Netze angeschlossen seien, so Iberdrola. Das Gemeinschaftsunternehmen werde damit zum derzeit fünftgrößten Anbieter von Windkraft in Spanien. Aktien von Iberdrola kosteten zuletzt kaum verändert 22,72 Euro.

Zusammen mit dem spanischen Windanlagenbauer Gamesa will Iberdrola in ein Großprojekt in Portugal investieren. Wie beide Unternehmen meldeten, soll ein Konsortium zusammen mit den portugiesischen Unternehmen Visabeira, Alberto Mesquita, MECI und Galucho fünf Fabriken zur Produktion von Windkraftanlagen in dem Nachbarland Spaniens errichten. Geplant sei eine Produktionskapazität von rund 300 Megawatt, Aufträge für eine Auslastung für bis zu acht Jahren lägen bereits vor.

Im chinesischen Tianjin will Vestas Wind Systems A/S eine Fabrik für Gondeln und Naben von Windkraftanlagen errichten. Das teilte der dänische Windanlagenhersteller mit. Die Fabrik werde im Zusammenhang mit der bestehenden Rotorblattfertigung in der Tianjin Economic-Technological Development Area gebaut, so Vestas. Die ersten Bauteile wolle man bereits 2007 ausliefern. Die geplante Jahresleistung der Fabrik betrage 350 Gondeln und Naben. Vestas meldete außerdem wieder Aufträge aus Deutschland (von der Windkraft Nord AG) und aus USA (von der Horizon Wind Energy). 4,9 Prozent konnte die Vestas-Aktie zulegen auf 13,92 Euro.

Weitere Windenergie-Aktien: Energiekontor verloren knapp ein Prozent auf 2,12 Euro, Plambeck Neue Energien verbesserte sich um 3,2 Prozent auf 1,29 Euro und REpower um 4,6 Prozent auf 37,65 Euro.

Die S.A.G. Solarstrom AG hat sich für das Geschäftsjahr 2006 Solarmodule mit einem Volumen von 27 Megawatt gesichert. Das meldete der Systemanbieter für Photovoltaik aus Freiburg und verwies darauf, damit in 2006 fast eine Umsatzverdoppelung auf 135 Millionen Euro erreichen zu können. Die Aktie der S.A.G. legte um 12,4 Prozent zu auf 7,70 Euro.

Der Bonner Sonnenstromkonzern SolarWorld AG plant einen erneuten Aktiensplitt. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des TecDAX-Unternehmens Frank Asbeck. Außerdem erklärte er, SolarWorld wolle für das Geschäftsjahr 2005 eine "ordentliche" Dividende zahlen, ohne jedoch eine genaue Zahl zu nennen. SolarWorld schloss mit 159,75 Euro um 5,8 Prozent fester, zwischenzeitlich waren bis zu 173,45 Euro notiert worden.

Die Hamburger Solarfirma Conergy AG sieht sich unter anderem aufgrund des neuen solaren Förderprogramms in Kalifornien laut eigenen Angaben "bestens vorbereitet für den substantiellen Ausbau der US-Umsätze". Geplant sei dort eine Verdreifachung der Verkaufszahlen. Mit einem Marktanteil von etwa fünf Prozent beim solaren Anlagenbau zähle Conergy bereits heute zu den führenden Anbietern schlüsselfertiger Solarsysteme in den USA, so das Unternehmen. Conergy-Aktien stiegen um 8,6 Prozent auf 103,85 Euro.

Wie die Sunways AG aus Konstanz mitteilte, erreichte das Arnstädter Werk Anfang diesen Jahres seine volle Produktionskapazität von 30 MegawattDie Sunways-Aktie kostete mit 15,90 Euro zuletzt 14,4 Prozent mehr als zu Wochenbeginn.

Die RWE AG aus Essen wies Gerüchte um einen möglichen Erwerb der Solarsparte des Unaxis-Konzerns zurück. Gerüchten zufolge will die Schweizer Unaxis den Geschäftsbereich für rund 300 Millionen Euro veräußern.

Andere Solaraktien: Evergreen Solar stieg 7,7 Prozent auf 11 Euro im deutschen Handel, Ersol Solar Energy kletterte um 23,7 Prozent auf zuletzt 63,10 Euro, Q-Cells ereichten mit 71,69 Euro ein Wochen-Plus von 28,50 Euro.

Die Geberit Gruppe hat im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von fast zwei Milliarden Schweizer Franken (CHF) erwirtschaftet, das entspricht einem Konzernwachstum von 0,8 Prozent. Der Schweizer Sanitärtechnikhersteller will 2006 ein Aktienrückkauf-Programm im Gesamtbetrag von 200 Millionen CHF starten. Geberit-Aktien verbesserten sich um 3,7 Prozent auf 724,39 Euro im deutschen Handel.

Die Aktionäre des Recycling- und Rohstoffkonzerns Interseroh AG erhalten von Vorstand und Aufsichtsrat des Kölner Unternehmens keine Empfehlung für oder gegen das Übernahmeangebot des Konkurrenten Alba AG. Das erklärte Interseroh in einer Pressemitteilung. Analysten des Brokerhauses Equinet erklärten, dass sie - wie zuvor andere Analysten - das Angebot von Alba als ungenügend einschätzen. Die Aktie der Interseroh verlor 2,7 Prozent auf 27,04 Euro.

Weitere nachhaltige Aktien: Body Shop ging um 0,9 Prozent zurück auf 3,17 Euro im deutschen Handel, EOP Biodiesel verlor 2,5 Prozent auf 12,19 Euro und Tomra notierte mit 0,7 Prozent im Plus bei 6,58 Euro im deutschen Handel. Die Aktie der Umweltbank legte um 10,6 Prozent zu auf 14,88 Euro.


Body Shop International: ISIN GB0001083137 / WKN 870803
Conergy AG: ISIN DE0006040025 / WKN 604002
Energiekontor AG: ISIN DE0005313506 / WKN 531350
EOP Biodiesel AG: ISIN DE000A0DP374 / WKN A0DP37
Ersol Solar Energy AG: ISIN DE0006627532 / WKN 662753
Evergreen Solar Inc.: ISIN US30033R1086 / WKN 578949
Gamesa Corp. Tecnologica S.A.: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8
Geberit AG: ISIN CH0008038223 / WKN 922734
Hydrotec Gesellschaft für Wassertechnik AG: ISIN DE0006130305 / WKN 613030
Iberdrola SA: ISIN ES0144580018 / WKN 851357
Interseroh AG: ISIN: DE0006209901 / WKN 620990
Nordex AG: DE000A0D6554 / WKN A0D655
Plambeck Neue Energien AG: ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG
Q-Cells AG: ISIN DE0005558662 / WKN 555866
REpower Systems AG: ISIN DE0006177033 / WKN 617703
S.A.G. Solarstrom AG: ISIN DE0007021008 / WKN 702100
ScottishPower Plc.: ISIN GB0006900707 / WKN 924606
SGL Carbon AG: ISIN DE0007235301 / WKN 723530
SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
Sunways AG: ISIN DE0007332207 / WKN 733220
Tomra Systems ASA: ISIN NO0005668905 / WKN 872535
UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080
Vestas Wind Systems A/S: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

Bild: Bauteil für Wasserinstallationen der Geberit-Tochter Mapress / Quelle: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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