23.02.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

23.2.2004: Wochenrückblick: Vestas Wind Systems: Übernahmeangebot erneut verlängert - Wedeco schreibt rote Zahlen - Ballard Power profitiert vom schwachen Dollar

Die Aktienindizes in Deutschland und Japan zeigten in der vergangenen Woche eine freundliche Tendenz. Der DAX wurde zum Wochenschluss 0,4 Prozent über dem Vorwochenstand notiert. Um ein Prozent kletterte der TecDAX. Der Nikkei-225 aus Japan legte drei Prozent zu. Die US-amerikanischen Indizes gaben hingegen leicht nach. Der Euro erklomm zur Wochenmitte ein neues Allzeithoch über 1,29 US-Dollar, am Freitagabend wurde er aber mit 1,254 Dollar leichter gehandelt als eine Woche zuvor.

Nach vorläufigen Angaben der japanischen Notenbank ist das Bruttoinlandsprodukt Japans im vierten Quartal um 1,7 Prozent gewachsen - ein seit 13 Jahren nicht mehr erreichter Wert. Auf ein Jahr bezogen bedeutet diese Zahl ein Wirtschaftswachstum von 7,0 Prozent. Den Zahlen zufolge haben Exporte und Unternehmensinvestitionen, aber auch der private Konsum positiv zum Wachstum beigetragen. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,9 Prozent.

Der französische Ölkonzern Total SA hat seine Prognose für das jährliche Förderwachstum von Öl und Öläquivalenten gesenkt. Zur Begründung hieß es, es gebe Verzögerungen bei der Förderaufnahme einiger Ölfelder. Im Januar hatte die niederländisch-britische Royal Dutch/Shell ihre Ölreserven um 20 Prozent abgewertet. Die als gesichert geltenden Reserven seien überschätzt worden, hieß es lapidar. Der sogenannte Korbpreis für sieben Rohölsorten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) steht seit elf Wochen beständig über dem von der OPEC angestrebten Preisband von 22 bis 28 Dollar pro Barrel. Am Freitag lag dieser Preis bei 30,44 Dollar.

Die Deutsche Börse AG hat Veränderungen in den Aktienindizes beschlossen. Unter anderem wird die Düsseldorfer Wedeco AG nicht mehr im TecDAX vertreten sein. Der Windturbinen-Hersteller REpower Systems AG verbleibt dagegen in dem Index. Aus dem Nemax-50, der noch bis Ende des Jahres berechnet wird, fallen Wedeco und Plambeck Neue Energien AG heraus. Die Änderungen werden zum 22. März wirksam, teilte die Börse mit.

Für Stromkonzerne kann es teuer werden, wenn sie ihre Investitionspolitik nicht umstellen. Setzen die Unternehmen weiter auf den Neubau von Kohlekraftwerken, müssen sie mit Gewinneinbrüchen von mehr als zehn Prozent rechnen. Das geht aus der Studie "Ökonomische Auswirkungen der Klimapolitik auf Unternehmen des Energiesektors" (Impacts of Climate Policy on the Global Power Sector) der Finanzanalysten Innovest Strategic Value Advisors, London, hervor. Der Report wurde vom World Wide Fund for Nature (WWF) vorgestellt. Die Studie untersucht die Unternehmenspolitik von 14 internationalen Energieversorgern, darunter die deutschen Unternehmen E.on AG, RWE AG und MVV Energie AG.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) veröffentlichte die Arbeitsplatzstatistik 2003 für die Windindustrie. Den Angaben zufolge waren am Jahresende über 45.000 Menschen in der Windkraftbranche tätig. Arbeitsplatzeffekte, die vom Export ausgehen, seien dabei unberücksichtigt geblieben, hieß es. Insgesamt seien 2003 in der Branche 3,4 Milliarden Euro beschäftigungswirksam umgesetzt worden. Bis zum Jahr 2010 könnten in der Windindustrie bei stabilen Rahmenbedingungen mehr als 100.000 Arbeitsplätze entstehen, so der BWE. Die Untersuchung geht auch auf den Netto-Arbeitsplatzeffekt ein, damit ist die Frage gemeint, ob das Wachstum der Windbranche an anderer Stelle Arbeitsplätze vernichtet. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist in der gesamten Maschinenbau-Branche 2003 die Zahl der Beschäftigen im Vergleich zum Vorjahr um 24.000 auf 875.000 Mitarbeiter zurückgegangen.

Der Windparkprojektierer Plambeck Neue Energien AG hat Behauptungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zurückgewiesen. Die DSW hatte Plambeck in ihrer "Watchlist" als den zweitgrößten "Kapitalvernichter" im vergangenen Jahr ausgewiesen. 61,6 Prozent des eingesetzten Kapitals seien "vernichtet" worden, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Die Plambeck AG nannte diese Darstellung "nachweislich falsch". Sie führte zur Begründung die Entwicklung des Eigenkapitals des Unternehmens an. Dieses sei seit dem Börsengang von 16 Millionen auf 186 Millionen Euro zum 30. September 2003 gestiegen. Von den Aktionären habe das Unternehmen aber nur 57 Millionen Euro an Barkapitalerhöhungen erhalten, hieß es. Die Aktie des Cuxhavener Unternehmens kletterte im Wochenverlauf bis auf 3,10 Euro. Der Schlussstand von 2,74 Euro bedeutet einen Wochengewinn von zwölf Prozent.

Vestas Wind Systems A/S, dänischer Hersteller von Windturbinen, hat laut einer Pflichtmitteilung an die Kopenhagener Börse die Annahmefrist für NEG Micon-Aktionäre ein weiteres Mal verlängert. Diese können das Angebot nun noch bis zum 4. März annehmen und ihre Anteilsscheine in Vestas-Papiere tauschen. Vestas will den einheimischen Konkurrenten NEG Micon A/S übernehmen, hat aber noch keine die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Bisher haben den Angaben zufolge 92 Prozent der NEG Micon-Aktionäre das Angebot angenommen. Der Vestas-Kurs sank in der vergangenen Woche vier Prozent auf 109 Dänische Kronen, während NEG Micon fünf Prozent auf 107,5 Kronen nachgaben.

Der Mannheimer Energieversorger MVV Energie AG legte die Ergebnisse des ersten Quartals vor. Der Umsatz der MVV-Gruppe ist den Angaben zufolge auf 414 Millionen Euro gestiegen, nach 368 Millionen im Vergleichsquartal des Vorjahres. Im Kerngeschäft mit Strom, Wärme, Gas, Wasser und thermischer Abfallentsorgung wurden 382 Millionen Euro gegenüber 340 Millionen Euro im Vorjahr umgesetzt. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag unverändert bei 47 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie nach IAS erhöhte sich um einen Cent auf 0,31 Euro. Die Zahlen des Vergleichsquartals seien von Einmaleffekten bereinigt, hieß es. Der Konzern prüfe derzeit Möglichkeiten, sich von Aktivitäten in kerngeschäftsfernen, nicht mehr attraktiven Geschäftsbereichen zu trennen oder nicht weiter in sie zu investieren. Bis zum Sommer solle feststehen, welche Geschäftsfelder weiter gestärkt werden sollen und welche Einmalbelastungen mit der Fokussierung auf das Kerngeschäft verbunden sein werden, sagte Dr. Rudolf Schulten, MVV-Vorstandsvorsitzender, bei der Vorlage der Quartalsbilanz. MVV stiegen an der Frankfurter Börse leicht auf 16,50 Euro.

Die Düsseldorfer Wedeco AG gab vorab einen Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt. Auch beim Umsatz werde man das noch im November 2003 bekräftigte Ziel von 160 Millionen Euro verfehlen. Er werde bei nur 125 Millionen liegen, hieß es. Der Hersteller chemikalienfreier Wasseraufbereitungsanlagen ist zur Zeit Übernahmeobjekt der US-amerikanischen ITT Industries Inc. Diese hält nach den zuletzt Ende Januar bekannt gewordenen Informationen rund 88 Prozent der Anteile an der Wedeco AG. Zur vollständigen Übernahme mittels "squeeze out" der freien Aktionäre wären mindestens 95 Prozent erforderlich. ITT bietet den Aktionären 18 Euro pro Aktie. Der Wedeco-Kurs erreichte nach der Gewinnwarnung in der Spitze 18,56 Euro. Am Freitagabend wurden die Papiere für 18,15 Euro gehandelt, das sind acht Prozent mehr als am Ende der Vorwoche.

Die Konkurrenz gab unterdessen einen Großauftrag bekannt: Trojan Technologies Inc. aus Kanada wird nach eigenen Angaben Anlagen im Wert von 2,4 Millionen Dollar an ein Abwasser-Aufbereitungsunternehmen in Kalifornien (USA) liefern. Trojan verteuerten sich um drei Prozent auf 8,02 Kanadische Dollar.

Eine Gewinnwarnung kam auch von der init innovation in traffic systems AG. Der Umsatz werde nur rund 30 Millionen Euro erreichen. Das EBIT werde zwar positiv sein, aber unter dem Vorjahreswert von zwei Millionen Euro liegen. Genauere vorläufige Zahlen sollen innerhalb von zwei Wochen veröffentlich werden. Der testierte Abschluss soll am 29. März vorliegen. Init verloren acht Prozent auf 4,55 Euro.

Die Centrotec Hochleistungskunststoffe AG, Brilon, meldete das vorläufige Ergebnis für das Geschäftsjahr 2003. Der Umsatz liege bei 115,7 Millionen Euro, eine Steigerung um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfreulich sei das Wachstum bei Produkten für Niedrigenergie-Heizungs- und Lüftungssysteme gewesen, hieß es. Den vollständigen und geprüften Jahresabschluss will das Unternehmen am 24. März 2004 vorlegen. Centrotec kletterten acht Prozent auf 13,02 Euro.

Das vorläufige Jahresergebnis der CCR Logistics Systems AG weist leicht rückläufige Umsätze von 23,6 Millionen Euro aus. Das EBIT liegt bei 0,1 Millionen Euro, nach einem Verlust von 0,9 Millionen im Vorjahr. Der Kurs der Münchener Anbieterin integrierter Rücknahmesysteme gab fünf Prozent auf 1,70 Euro nach.

Die kanadischen Ballard Power Systems Inc. meldet Umsätze von 119,6 Millionen US-Dollar, nach 90,9 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Nettoverlust des Herstellers von Brennstoffzellen hat sich auf 125,1 Millionen oder 1,07 Dollar pro Aktie vermindert. 2002 war ein Verlust von 148,4 Millionen oder 1,41 Dollar pro Aktie angefallen. Der Geldmittelverbrauch (ohne Ausgaben für Restrukturierung) lag den Angaben zufolge bei 39,9 Millionen Dollar, verglichen mit 118,5 Millionen ein Jahr zuvor. Dieses gute Ergebnis habe auch durch die vorteilhaften Wechselkurse des US-Dollar gegenüber dem Kanadischen Dollar und dem Euro erreicht werden können, sagte Finanzvorstand Dave Smith bei der Präsentation der Zahlen. Da man nicht davon ausgehe, dass diese Entwicklung der Wechselkurse anhalte, werde der Geldverbrauch im laufenden Jahr voraussichtlich wieder ansteigen, so Smith. Ballard Power stürzten an der Nasdaq um zehn Prozent auf 10,44 Dollar.

Die vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals der Stuart Energy Systems Corp. weisen eine Verdopplung der Umsätze auf 5,2 Millionen Dollar aus. Der Nettoverlust des kanadischen Herstellers von Wasserstoff-Tankstellen belief sich auf 14,4 Millionen Dollar, was gegenüber 7,3 Millionen im Vergleichsquartal des Vorjahres ebenfalls fast eine Verdopplung darstellt. 9,8 Millionen des aktuellen Verlustes seien auf Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Integration der kürzlich übernommenen Vandenborre Technologies zurückzuführen, hieß es. Stuart legten in Toronto drei Prozent auf 3,03 Kanadische Dollar zu.

Die US-amerikanische Kaffeerösterei Green Mountain Coffee Roasters Inc. meldete für das erste Quartal Umsätze von 43,3 Millionen Dollar, 18,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn stieg um 12,3 Prozent auf 2,6 Millionen oder 0,35 Dollar pro Aktie. Das Ergebnis sei allerdings aufgrund von Einmaleffekten negativ, so Green Mountain Coffee. Für das Gesamtjahr prognostizierte das Unternehmen einen Gewinn von 1,02 bis 1,09 Dollar pro Aktie. Green Mountain zogen leicht auf 20,09 Dollar an.

Stark gestiegene Verluste und einen Umsatzrückgang verzeichnete Energy Conversion Devices Inc., ein Hersteller von Speichertechnik für elektrische Energie. Die Erlöse fielen im zweiten Quartal auf 15,7 Millionen Dollar, der Nettoverlust erreichte 13,4 Millionen. Die Vergleichszahlen des Vorjahresquartals sind 18,5 Millionen Dollar Umsatz und 5,8 Millionen Dollar Nettoverlust. Der Kurs sank um ein Prozent auf 8,07 Dollar.

Evergreen Solar Inc., ein Solarzellenhersteller aus den USA, hat nach eigenen Angaben beim Insolvenzgericht von Delaware Einspruch gegen den Verkauf von Teilen der bankrotten AstroPower Inc. erhoben. Nach Worten von CEO Richard M. Feldt bekunde Evergreen damit potenzielles Interesse an ausgewählten Vermögenswerten von AstroPower. Evergreen notierten am Freitagabend bei 2,24 Dollar, AstroPower wurden OTC für 0,10 Dollar gehandelt.

Ohne dass neue Nachrichten bekannt geworden wären, stieg der Kurs der Nortorfer Biogas-Spezialistin farmatic biotech energy AG um 29 Prozent auf 0,90 Euro. Zeitweilig wurden am Freitag bis zu 99 Cents für die Papiere gezahlt. Hingegen gingen condomi AG - in den Vorwochen nach Übernahmegerüchten stark gestiegen - nun wieder deutlich auf 2,65 Euro zurück. Bei den Herstellern von Photovoltaik-Technik waren gegenläufige Tendenzen zu beobachten. Während das größte unabhängige Unternehmen der Branche, die Bonner SolarWorld AG, nach dem vorausgegangenen kräftigen Anstieg wieder fünf Prozent nachgaben, legten die kleineren Werte weiter zu. Dazu gehören Sunways AG (Konstanz) mit plus 14 Prozent, Solon AG (Berlin) mit plus zwölf Prozent, Solar-Fabrik AG (Freiburg) mit plus drei Prozent. Aktien des Neue Energieprojektierers Umweltkontor Renewable Energy AG aus Erkelenz, das Unternehmen ist mit einer Tochter in Solargeschäft tätig, verbesserten sich um sechs Prozent.

Auch britische Umweltaktien waren gefragt: die Papiere der Einzelhandelskette Body Shop International plc legten sieben Prozent auf 132 Pence zu. Kursgewinne gab es auch bei dem Wasserversorger und Entsorger Severn Trent plc sowie dem Maschinenbauer FKI plc.

Bildnachweis: Vestas Windkraftanlage / Quelle: Unternehmen - Funktion der Ballard-Brennstoffzelle / Quelle: www.ballard.com

Ballard Power Systems Inc. (ISIN CA05858H1047 / WKN 890704)
Body Shop International plc (ISIN GB0001083137 / WKN 870803)
CCR Logistics Systems AG (ISIN DE0007627200 / WKN 762720)
Centrotec Hochleistungskunststoffe AG (ISIN DE0005407506 / WKN 540750)
condomi AG (ISIN DE0005444905 / WKN 544490)
Energy Conversion Devices Inc. (ISIN US2926591098 / 858643)
E.on AG (ISIN DE0007614406 / WKN 761440)
Evergreen Solar Inc. (ISIN US30033R1086 / WKN 578949)
farmatic biotech energy AG (ISIN DE0006051923 / WKN 605192)
FKI plc (ISIN GB0003294591 / WKN 869192)
Green Mountain Coffee Roasters Inc. (ISIN US3931221069 / WKN 887856)
init innovation in traffic systems AG (ISIN DE0005759807 / WKN 575980)
MVV Energie AG (ISIN DE0007255903 / WKN 725590)
Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326 / WKN 691032)
REpower Systems AG (ISIN DE0006177033 / WKN 617703)
RWE AG (ISIN DE0007037129 / WKN 703712)
Severn Trent plc (ISIN GB0000546324 / WKN 878228)
Solar-Fabrik AG (ISIN DE0006614712 / WKN 661471)
SolarWorld AG (ISIN DE0005108401 / WKN 510840)
Solon AG (ISIN DE0007246308 / WKN 747119)
Sunways AG (ISIN DE0007332207 / WKN 733220)
Stuart Energy Systems Corp. (ISIN CA8636881077 / WKN 579775)
Trojan Technologies Inc. (ISIN CA8969241071 / WKN 902023)
Umweltkontor Renewable Energy AG (ISIN DE0007608101 / WKN 760810)
Vestas Wind Systems A.S. (ISIN DK0010268606 / WKN 913769)
Wedeco AG (ISIN DE0005141808 / WKN 514180)

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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