23.03.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

23.3.2005: Aktien mit h?herem Risikofaktor - Studie bewertet Autohersteller nach ihrem Klimarisiko und beklagt gro?en Mangel an Transparenz

1998 hatte sich der europ?ische Autoherstellerverband ACEA in einer Vereinbarung mit der EU-Kommission freiwillig verpflichtet, den Aussto? von Kohlendioxid (CO2) bis 2010 auf 120, mindestens aber bis 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu reduzieren. Ein Monitoring-Bericht des ACEA ergab 2002 einen Durchschnittswert aller europ?ischen Hersteller beim CO2-Ausstoss von 165 Gramm pro Kilometer. Aus ACEA-Projektionen geht hervor, dass vermutlich nur der PSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroen rechtzeitig den EU-Standard erreichen wird. Die EU-Kommission hat bereits erkl?rt, dass sie mit regulatorischen Ma?nahmen eingreifen wird, sollten die Autohersteller ihre freiwilligen Ziele verfehlen.

Nun haben die Z?richer Sustainable Asset Management Group (SAM) und das Washingtoner World Resources Institute (WRI) gemeinsam die Resultate einer Kosten-/Risiko-Analyse im Hinblick auf das freiwillige Abkommen in der europ?ischen Automobilbranche ver?ffentlicht. Dieses f?nf Jahre alte Abkommen sieht vor, die Rate der CO2-Emissionen der in der Europ?ischen Union verkauften Fahrzeuge betr?chtlich zu senken. Der Berichtes von SAM und WIR zielt darauf ab, die m?glichen finanziellen und wettbewerblichen Auswirkungen des so genannten ACEA-Abkommens auf die gr??ten Automobilhersteller der Welt zu analysieren. Den Autoren der Untersuchung zufolge sind die unternehmensspezifischen Verpflichtungen dieses Abkommens von den Konzernen bislang nicht offengelegt worden. Bereits diese Tatsache sei Grund genug, die Aktien der Autohersteller mit einem h?heren Risikofaktor zu bewerten. Sprechend ist auch der Titel, den die Autoren ihrer Studie gaben: "Transparency Issues with the ACEA-Agreement: Are investors driving blindly?" Einzige Ausnahme dieses Mangels an Transparenz sei BMW. Das Unternehmen m?sse allerdings mit hohen Kosten durch die Erf?llung des Abkommens rechnen.

Dies gilt der Untersuchung zufolge auch für andere Unternehmen. Wenn die Autohersteller den CO2-Aussto? auf 140 Gramm pro Kilometer senken, so w?rde sich dadurch die Produktion um 839 Euro je Fahrzeug verteuern, hei?t es darin. Unternehmen, die wie etwa Toyota bereits stark in emissions?rmere Fahrzeuge h?tten, w?ren jedoch weniger betroffen. Deutsche Hersteller wie DaimlerChrysler, BMW und Volkswagen w?rden im Vergleich weniger belastet, wenn alle Hersteller bis 2008 lediglich eine durchschnittliche Reduzierung des CO2-Aussto?es von 15 Prozent erf?llen m?ssten. Dann w?rde sich der Untersuchung zufolge die Produktion je Auto um 787 Euro verteuern. Im Internet ist die Studie zu finden unter SAM.

Im vergangenen Jahr hatten SAM und WRI untersucht, inwiefern sich neue Umweltstandards allgemein auf die Automobilbranche auswirken werden. Demnach ist zu erwarten, dass sich im n?chsten Jahrzehnt in Europa, den USA und in Japan versch?rfte Klimaschutzstandards durchsetzen, wie sie bereits in Kalifornien geplant sind. Allein dadurch w?rde sich der Untersuchung zufolge die Autoproduktion erheblich verteuern. So k?nnte etwa in Zukunft jeder BMW den Hersteller 650 US-Dollar mehr kosten. Auf Ford k?men pro Fahrzeug zus?tzliche Kosten in H?he von 403 Dollar zu. Vor allem für Produzenten von Autos im niedrigeren Preissegment werde es schwierig, diese zus?tzlichen Kosten an die Kunden weiter zu geben, so der Bericht. Honda und Toyota w?rden laut der Studie am wenigsten von strengeren Standards betroffen. Die Japaner h?tten bereits umfassend in energiesparende Antriebstechniken investiert und sich so einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschafft.

In dieser Woche haben Naturschutzverb?nde gegen die aus ihrer Sicht mangelhafte Klimaschutzstrategie deutscher Autohersteller protestiert. Zu dem zu dem ECOreporter.de-Beitrag dar?ber gelangen Sie per Mausklick .


Bildhinweis:
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer: Emissionsfreier Smart von DaimlerChrysler / Quelle: Unternehmen;
war 2004 in den USA ein Verkaufsschlager: Emissonsfreier Prius von Toyota / Quelle: Unternehmen
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