24.01.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

24.1.2006: Ethikverband der Deutschen Wirtschaft EVW beklagt "zunehmenden Verfall der Sitten" - Ethikausschuss gefordert

Der Ethikverband der Deutschen Wirtschaft e.V. in Frankfurt (EVW) beklagt einen "zunehmenden Verfall der Sitten" in Deutschlands Unternehmen und der öffentlichen Hand. Die Skandale würden nicht abnehmen, heißt es in einer Meldung des Verbandes. Die Fälle der letzten Monate zeigten, dass die hoch gelobten Führungsgrundsätze, der Corporate Governance Kodex und Ethik Kodizes der Unternehmen das Papier nicht wert seien, auf das sie gedruckt wurden. Die ethische Selbstverpflichtung der Unternehmen greife nicht, dies würden Fälle bei VW, Daimler Benz, und E.on Ruhrgas zeigen, so der Ethikverband. Erst wenn juristische Schritte eingeleitet würden, finde eine intensive Auseinandersetzung mit ethisch verwerflichen Vorkommnissen statt.

Es bestehe die Gefahr, dass irgendwann der Gesetzgeber Ethik Kodizes juristisch verpflichtend erkläre, so die Meldung weiter. Wenn deutsche Unternehmer und Unternehmen dies verhindern wollten, dann hätten sie nur eine Möglichkeit: sie sollten für jede Branche einen Ethikausschuss implementieren. Das Gleiche gelte für die Öffentliche Hand.
Der Ethikausschuss solle aus Ethikbeauftragten verschiedener Unternehmen einer Branche und für die Politik aus verschiedenen Vertretern der Öffentlichen Hand bestehen. Der Ausschuss müsse mit Kompetenzen ausgestattet werden. Dazu gehöre, dass er Vorgehensweisen danach beurteile, ob sie ethisch verwerflich oder ethisch tolerabel sind. Dazu gehöre auch, dass der Ethikausschuss ethisch verwerfliche Handlungen untersagen dürfe und das Ergebnis seiner Beurteilung veröffentlichen dürfe.

Das Konzept des Ethikausschusses biete die einzige Chance, ethische Standards über ihre "Hochglanzbroschürenfunktion" hinaus in konkretes, ethisch tolerables Handeln zu überführen, so der EVW.
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