Nachhaltige Aktien, Meldungen

2.4.2008: Aktien-News: Studie schlägt Alarm - Umweltrisiken gehören zu den wichtigsten Geschäftsrisiken weltweit

Umweltrisiken gehören zu den wichtigsten Geschäftsrisiken, denen sich die internationale Wirtschaft in den kommenden Jahren stellen muss. Das hat eine Studie ermittelt, die jetzt von dem Beratungsunternehmen Ernst & Young herausgegeben wurde. Für die in englischer Sprache (hier) veröffentlichte Untersuchung wurden 70 Wirtschaftsexperten aus den verschiedensten Sparten und Sektoren darüber befragt, welche zehn Risiken nach Ihrer Einschätzung in den kommenden fünf Jahren die größte Bedeutung für international operierende Unternehmen haben werden.

Wie Ernst & Young in der Studie erläutert, gehören dazu neben Erschütterungen der Finanzmärkte, Energiekrisen, der Überalterung von qualifizierten Arbeitskräften und Inflationsgefahren auch Umweltrisiken. Darunter ist der Untersuchung zufolge zweierlei zu verstehen: Zum einen drohen der Wirtschaft Risiken dadurch, dass die Folgen des Klimawandels womöglich früher und intensiver Schäden etwa durch Wetterextreme verursachen. Außer zu volkswirtschaftlichen Schäden (Näheres dazu erfahren Sie etwa in einem ECOreporter.de-Beitrag aus 2006) könne dies dazu führen, dass von der Politik früher und stärker regulatorischer Druck auf Unternehmen ausgeübt wird, ihre Umweltbelastung zu verringern. (Wir berichteten über eine Studie der DB Research, die Risiken und Chancen untersucht hat, die sich aus dem Klimawandel für einzelne Wirtschaftsbranchen ergeben. Nachzulesen sind die Ergebnisse im ECOreporter.de-Beitrag vom Juni 2007).

Zum anderen stehen laut Ernst & Young Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Strategie möglichst darauf einzustellen, dass mehr Umweltbewusstsein von ihnen verlangt wird. Es sei ebenso riskant, zu früh und zu viel für mehr Umweltschutz zu investieren wie dies zu spät und zu schwach zu tun. Hier sehen die befragten Experten der Studie zufolge ein hohes strategisches Risiko. Sie verweisen darauf, dass Investoren wie Konsumenten zunehmend Wert darauf legen, dass Unternehmen umweltfreundlich wirtschaften. Diese müssten sich auf eine Zukunft einstellen, in der es möglicherweise nicht nur einen weltweiten Handel mit Emissionsrechten gebe, sondern auch Klimaschutzlabel für Produkte, hohe Steuern auf Treibhausgasemissionen und immer strengere Umweltgesetze, stellte Jonathan Johns klar, bei Ernst & Young Leiter der Abteilung für erneuerbare Energien.

Bildhinweis: Durch den Klimawandel häufen sich Wetterextreme wie Hurrikane: Verwüstungen im Süden der USA. / Quelle: Münchener Rück
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