24.02.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

24.2.2003: US-Anwälte fordern von Bayer 100 Millionen Dollar Schadenersatz

Zeitgleich mit dem ersten Prozess gegen die Bayer AG im Zusammenhang mit dem Skandal um den Cholesterin-Senker Lipobay sind gegen den Chemie- und Pharmakonzern Bayer neue Vorwürfe erhoben worden. Die "New York Times" zitiert aus geheimen Firmenunterlagen, nach denen Verantwortliche des Konzerns schon lange vor dem Bekanntwerden erster Gesundheitsschäden von den Gefahren des Medikaments gewusst hätten. Die Anwälte von Bayer bestritten diese Vorwürfe. Man habe ständig die Unterlagen der verschreibenden Ärzte überwacht und sei überzeugt gewesen, dass das Medikament sicher sei, wenn die Warnungen auf der Verpackung beachtet würden.

Unterdessen hat im US-Bundesstaat Texas der erste Prozess gegen den Konzern begonnen. Der Rentner Hollis Haltom wirft Bayer vor einem Gericht in einem Ort namens Corpus Christi vor, dass bei ihm aufgrund der Einnahme von Lipobay die Muskelschwunderkrankung Rhabdomyolysis ausgebrochen sei. Nach Angaben der klagenden Anwaltskanzlei Watts Law Firm sei Haltom zu einer außergerichtlichen Einigung nur bereit, wenn sich Bayer auch in den anderen von Watts vertretenen 1400 Klagefällen einige. Der jetzt angelaufene Prozess gilt als wegweisend für die insgesamt mehr als 7000 Klagen, die gegen Bayer in der Sache Lipobay vorliegen.

Vor dem Hintergrund der neuen Vorwürfe und des Prozessbeginns in Texas steht der Kurs der Bayer-Aktie am Montag an der Frankfurter Börse deutlich unter Druck. Die Aktie hat um fast fünf Prozent auf 15,08 Euro nachgegeben.

Die Bayer AG ist als Wert in verschiedenen Nachhaltigkeitsfonds enthalten.
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