24.02.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

24.2.2004: "Überdurchschnittlich positives politisches und gesellschaftliches Klima" - Bank Sarasin stellt Norwegen gutes Nachhaltigkeitsrating aus

Norwegen ist eines der nachhaltigsten Länder in der OECD. Das ist ein Ergebnis der Studie "Nachhaltigkeit bei Staatsanleihen? Ansatz und Ergebnisse der Länderbewertung", die die Schweizer Bank Sarasin & Cie AG im Januar 2004 vorgelegt hat. In der Beurteilung von Sozialkomponenten sowie der langfristigen Finanzperspektive schneiden die Skandinavier jeweils überdurchschnittlich ab.

Länderinformationen • Norwegen
Norwegen punktet bei der Sozialkomponente und der langfristigen Finanzperspektive. Gemeinsam mit dem skandinavischen Nachbarn Schweden sichert sich Norwegen in der im Januar 2004 von der Schweizer Bank Sarasin & Cie AG vorgelegten Studie "Nachhaltigkeit bei Staatsanleihen? Ansatz und Ergebnisse der Länderbewertung" einen Spitzenplatz. In den Bereichen Sozialkomponente und langfristige Finanzperspektive lassen Norwegen und Schweden die anderen untersuchten OECD-Staaten weit zurück.

Sozialkomponente
Die Sarasin-Experten bescheinigen Norwegen ein überdurchschnittlich positives politisches und gesellschaftliches Klima. Bei der Beachtung der Menschenrechte ist Norwegen nach den Niederlanden weltweit federführend. Beide Länder zählt Amnesty International (ai) zu den wenigen Staaten, für die aufgrund der vorbildlichen Respektierung der Menschenrechte derzeit kein Bericht zur Menschenrechtslage erstellt wird. Auch für die Beachtung und Integration von Minderheiten wird Norwegen ein erstklassiges Zeugnis ausgestellt. Im Bildungswesen fällt Norwegen jedoch gegenüber anderen OECD-Ländern zurück. Bei Abschluss der Pflichtschulzeit erreichen die jungen Leute vor allem in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern hier deutlich weniger gute Leistungen als in Asien, obwohl Norwegen mit fast 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einen fast doppelt so großen Anteil der Wirtschaftsleistung für öffentliche Bildungsausgaben verwendet wie zum Beispiel Korea.

Umweltkomponente
Norwegen engagiert sich unter dem Eindruck der Auswirkungen des saueren Regens auf die Gewässerfauna des Landes international für die Eindämmung der Schwefel- und Stickoxidemissionen und ging gleichzeitig mit einem System allmählich steigender Abgaben auf den Schwefelgehalt von Erdölprodukten mit gutem Beispiel voran. Der eigene Schwefelausstoß ist bis 1997 gegenüber 1980 um 8 Prozent gefallen. Dies dürfte zur Eingrenzung der Folgekosten durch sauren Regen in der Forstwirtschaft beigetragen haben. Bei der Gewässerbelastung fällt Norwegen gegenüber dem Nachbarn Schweden jedoch zurück. Verantwortlich dafür ist die noch immer geringe Zahl von hoch-entwickelten Kläranlagen. Zudem erzeugt das Land vergleichsweise große Volumina an Sonderabfällen.

Finanzperspektive
Norwegen unterschiedet sich von anderen europäischen Staaten nicht nur durch das Abseitsstehen von der Europäischen Union, sondern vor allem auch durch die natürlichen Erdöl- und Erdgasvorkommnisse in der Nordsee. Diese haben dem Land größeren Wohlstand aber auch erhöhte Anforderungen an die Geld- und Fiskalpolitik gebracht. Um für eine gerechte Verteilung der Erträge aus der Erdölförderung über die Generationen zu sorgen, bezieht der Staatshaushalt jährlich nur eine durchschnittliche Rendite von 4 Prozent aus der Erdölförderung.

Seit 2002 ist das Bruttoinlandsprodukt dagegen zurückgegangen, dies vor allem aufgrund von geringen Investitionen im verarbeitenden Gewerbe, welches unter der Exportflaute litt. Mit der Erholung der Weltwirtschaft wird jedoch für 2004 eine Erholung des traditionellen Exportsektors erwartet. Die finanzielle Lage des norwegischen Staats präsentiert sich dank den Einnahmen aus der Erdölförderung sehr rosig. Die gebildeten Rücklagen in dem staatlichen Erdölfonds beliefen sich Ende 2002 auf 40 Prozent es Bruttoinlandsprodukts.



Bevölkerung: 4,519 Millionen Einwohner

Bevölkerungswachstum: 0,43 Prozent

Gesundheitsausgaben: 6,6 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das öffentliche Gesundheitswesen

Bildungsausgaben: 6,8 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Erziehung und Bildung

Frauenanteil an den Beschäftigten: 46,5 Prozent

Haushaltsdefizit: 3,9 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Verschuldung/Kopf: 8,62 €

Energieversorgung:
Sonstige: 68,7 Prozent (überwiegend Wasserkraft)
Öl: 21,9 Prozent
Erdgas: 8,2 Prozent

Energieverbrauch: 5704 kg Öleinheiten (ÖE) pro Kopf

CO2-Emissionen/BIP: 1 Mio t/5384,6 Mio €


Insgesamt 27 OECD-Staaten hat die Bank Sarasin in einer aktuellen Länderstudie zur Nachhaltigkeit unter die Lupe genommen. In der Gesamtbewertung können Schweden und Norwegen sich als Nachhaltigkeitsleader durchsetzen. Deutschland behauptet sich im oberen Mittelfeld. Die Untersuchung dient in erster Linie als Leitfaden zur Risikominimierung bei Investments in Staatsanleihen. ECOreporter.de veröffentlicht mit freundlicher Erlaubnis der Bank Sarasin die Ergebnisse des Länderratings für die Länder Deutschland, Schweden und Norwegen.

Die Studie "Nachhaltigkeit bei Staatsanleihen? Ansatz und Ergebnisse der Länderbewertung" ist erhältlich bei:

Bank Sarasin & Cie AG
Elisabethenstrasse 62
CH-4002 Basel

Bildnachweis: Weltberühmter Norweger: Jazz-Saxophonist Jan Gabarek / Fjordlandschaft
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