24.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

24.5.2004: Mutterkonzern haftet für Tochter - Pfizer muss erneut Millionenstrafe zahlen

Pfizer wird 430 Millionen Dollar Strafe dafür zahlen, dass die Tochtergesellschaft Warner-Lambert in großem Umfang gegen die Zulassungsbeschränkungen für das Medikament Neurotin verstoßen hat. Laut Ethical Corporation hat der weltgrößte Pharmakonzern diese Strafe akzeptiert. Das Medikament ist in den USA zur Behandlung von Epilepsie und Gürtelrose zugelassen. Wie Pfizer eingesteht, wurde jedoch aggressiv bei Ärzten dafür geworben, es auch bei anderen Diagnosen einzusetzen. Dem Bericht zufolge steuerte der Verkauf von Neurotin allein im vergangenen Jahr sechs Prozent des Gesamterlöses von Pfizer bei. 90 Prozent dieser Einnahmen stammten aus Anwendungen, für die das Medikament nicht zugelassen sei. Der Konzern verweise darauf, dass er Warner-Lambert erst im Jahr 2000 übernommen habe. Die nun bestraften Praktiken seien jedoch in den 90er Jahren etabliert worden.

Bereits im vergangenen Jahr musste Pfizer für Warner-Lambert zwei Millionen Dollar Schadenersatz an eine Patientin zahlen. Ein New Yorker Gericht hatte entschieden, die Frau sei durch die Einnahme des Diabetes-Medikaments Rezulin geschädigt worden. Etwa 100 Patienten waren infolge der Einnahme des Diabetes-Medikamentes von Warner-Lambert an akutem Nierenversagen verstorben, bevor Rezulin März 2000 vom Markt genommen wurde. Weltweit liegen tausende Klagen gegen Pfizer vor, da Warner-Lambert nicht ausreichend auf Sicherheitsrisiken hingewiesen hatte.

Die Aktie von Pfizer ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten, unter anderem im SAM Sustainability Index Fonds.

Pfizer Inc.: ISIN US7170811035 / WKN 852009
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