24.06.03

24.6.2003: Harpen will in den MDax - Investitionsschwerpunkt Südeuropa

Die Dortmunder Harpen AG will ihren Free-float erhöhen und strebt die Aufnahme in den MDax an. Das erklärte Bernd Widera, Vorstandschef der auf erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung spezialisierten RWE-Tochter, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Gerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Kapitalerhöhung, an der sich der Hauptaktionär RWE nicht beteiligen werde, bestätigte Widera nicht. Gegenüber ECOreporter.de bestätigte die Harpen AG die Richtigkeit der Reuters-Meldung.

Laut der Meldung gibt es mit der RWE-Konzernführung Gespräche zu den Perspektiven für Harpen; vor dem Hintergrund der schlechten Börsenverfassung habe man aber noch keine konkreten Pläne. Der Essener Stromkonzern RWE besitzt fast 95 Prozent der Harpen-Aktien. Der Harpen-Vorstand sehe keine Anzeichen für einen völligen Rückzug von RWE bei Harpen, hieß es weiter. Das Dortmunder Unternehmen passe gut in die Multi-Utility-Strategie der Muttergesellschaft. Am kommenden Donnerstag soll der Aufsichtsrat der RWE AG dem Bericht zufolge ein Konzept zum Konzernumbau beschließen. Branchenexperten würden erwarten, dass es künftig nur noch sieben statt dreizehn Führungsgesellschaften geben werde, so Reuters.

Für den Ausbau des Kerngeschäfts Energie will die Harpen AG laut Widera im laufenden Jahr 130 Millionen Euro investieren. Die Engagements in südeuropäischen Windparks, etwa in Spanien, Italien, Frankreich und Portugal sollten den Schwerpunkt bilden. "Wind ist im Ausland attraktiver als in Deutschland, wo die lukrativen Standorte an der Nordsee bereits vergeben sind", sagte Widera gegenüber Reuters. Er sei davon überzeugt, dass ein Geschäftsmodell nur dann nachhaltig sei, wenn es sich nach einer Anschubphase aus eigener Kraft wirtschaftlich tragen könne, so der Harpen-Vorstand: "Lieber weniger Förderung, dafür mehr Wind."

Harpen AG: ISIN DE0006034002 / WKN 603400
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x