24.08.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

24.8.2005: Analysten im ECOreporter.de-Gespr?ch: Wie sie die Aktien von Solon, Solar-Fabrik, SolarWorld und Sunways beurteilen

Die Aktien der deutschen Hersteller von Solarzellen und -modulen strahlen hell: Allein innerhalb der letzten zw?lf Monate erzielten die Papiere der b?rsennotierten Solarfirmen beeindruckende Kurszuw?chse: Die Bonner SolarWorld AG legte ?ber 500 Prozent zu, die Berliner Solon AG mehr als 140 Prozent , die Konstanzer Sunways AG ?ber 210 Prozent und die Freiburger Solar-Fabrik AG mehr als 70 Prozent. ECOreporter.de sprach mit den Analysten Patrick Hummel von der Landesbank Baden-W?rttemberg (LBBW) und Stefan Wulf von der K?lner Privatbank Sal. Oppenheim ?ber Chancen und Risiken dieser Solarwerte.

"Die Halbjahreszahlen der Solon AG lagen unter unseren Erwartungen, vor allem ist die produzierte Menge geringer ausgefallen, als prognostiziert", sagt Patrick Hummel, Spezialist für Neue Energiewerte bei der LBBW, Stuttgart. Sein Bankhaus sehe derzeit nur noch "begrenztes Aufw?rtspotential" für den Berliner Solarmodulbauer. Das Kursziel auf Sicht von 6 Monaten liege bei 31 Euro. Solon notierten am Dienstag in Frankfurt bei 29,90 Euro.
Positiv beurteilt der Analyst Hummel die Strategie des Berliner Unternehmens: "Solon hat sich stark spezialisiert, das halten wir für richtig. Auf diese Weise kann das Unternehmen die Skaleneffekte bei der Modulherstellung voll ausnutzen."

Auch Sal. Oppenheim-Analyst Stefan Wulf bef?rwortet das Gesch?ftsmodell von Solon. Solon sei "gut aufgestellt", erkl?rt er; um die gew?nschten Skaleneffekte voll zu nutzen ben?tige das Unternehmen allerdings eine ausreichende Versorgung mit Rohmaterialien. "Die Halbjahreszahlen sind im Rahmen unserer Erwartungen ausgefallen", so Wulf: "Die Korrektur des Volumenziels hat allerdings einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Wir erw?gen derzeit eine R?ckstufung der Aktie von "Kaufen" auf "Neutral"."

"Kaufen" lautet die Einsch?tzung von Sal. Oppenheim für die Aktien der Freiburger Solar-Fabrik AG. "Die Solar-Fabrik will sich weiter integrieren und Kapazit?ten zur Herstellung von Solarzellen aufbauen. Das sehen wir positiv. Die daraus erwachsenden strategischen M?glichkeiten haben uns bewogen, sie zum Kauf zu empfehlen. Es w?re uns zwar lieber gewesen, wenn sich das Unternehmen an einem Waferhersteller beteiligt h?tte, aber auch die ?bernahme des Wafer-Handelshauses wirkt sich positiv aus", so Wulf. Der Freiburger Solarmodulhersteller hatte im Juli den malaysischen Wafer-Gro?h?ndler Global Expertise Wafer Division Ltd. (GEWD) ?bernommen.

Das Urteil von LBBW-Analyst Hummel zur Solar-Fabrik AG f?llt g?nzlich anders aus als das des Kollegen: "Das Unternehmen versucht eine vertikale Integration, die zu aufwendig ist", erkl?rt er gegen?ber ECOreporter.de. Die Freiburger h?tten keine Expertise bei Solarzellen, zudem sei es schwer, den gro?en Herstellern bei der Zellenproduktion preislich etwas entgegenzusetzen. "Besser als eine eigene Produktion w?re aus unserer Sicht die Beteiligung an einem Hersteller", so Hummel, zudem br?uchten die Modulhersteller ihre finanziellen Ressourcen, um sich gen?gend Vormaterialien zu sichern.

Der Stuttgarter Wertpapierexperte rechnet für die n?chsten Monate mit einer Seitw?rtsbewegung der Solaraktien. Der Anstieg sei schon schw?cher geworden, erkl?rt er im Gespr?ch mit ECOreporter.de. Zun?chst sei au?erdem der Ausgang der Bundestagswahl abzuwarten: Schwarz-Gelb w?re für die Sonnenstromwerte nicht so gut, besser w?rde sich wohl eine Gro?e Koalition auswirken. "Wir sehen derzeit keinen "Katalysator", der die Kurse weiter befl?geln k?nnte", so der Analyst, das Wachstum werde zudem durch die verf?gbaren Siliziumvorr?te begrenzt.

Die Gefahr von Kursr?ckg?ngen sieht Hummel derzeit eher bei Sunways und der Solar-Fabrik gegeben. "Beide Unternehmen haben uns mit ihren Halbjahreszahlen nicht ?berzeugt, wenn es im Gesamtjahr dabei bleibt sind deutliche Kurskorrekturen m?glich, denn die Notierungen beinhalten eine Menge Vorschu?lorbeeren", sagt er.

Oppenheim-Analyst Stefan Wulf sieht den Konstanzer Hersteller von Solarzellen und Wechselrichtern weniger kritisch. "Sunways lagen mit ihren Zahlen unter unseren Erwartungen. In unserer letzten Studie haben wir die Aktie auch mit "Reduzieren" eingestuft, nach den Kursr?ckg?ngen der vergangenen Wochen denken wir aber dar?ber nach, die Bewertung auf "Neutral" zu stellen

Als "Ausnahmeerscheinung" im Photovoltaikmarkt bezeichnet Wulf den Bonner Sonnenstromkonzern SolarWorld AG. "Das Unternehmen hat uns positiv ?berrascht", sagt der K?lner Analyst: "Trotz des immensen Wachstums konnten die Margen gehalten werden. Und der Markt gesteht der SolarWorld AG zu, das sie weiterhin ?berdurchschnittlich wachsen wird."
Wenn man nur die bereits eingepreisten Kapazit?tsausweitungen in die Berechnung einbeziehe, liege der faire Wert für die Aktie bei 67,20 Euro, so Wulf: "Unter Ber?cksichtigung der zuk?nftigen Wachstumschancen halten wir allerdings 130 Euro für angemessen, deshalb lautet die aktuelle Empfehlung von Sal. Oppenheim zu SolarWorld "Neutral"."

Bild: Solon-Photovoltaikanlage "Solon Mover" im Gemeinschaftsprojekt mit der S.A.G. Solarstrom AG "Solar Optimal" / Quelle: ECOreporter.de; Solarmodulproduktion bei der Solar-Fabrik AG; Transparente Solarzellen der Sunways AG / Quelle: Unternehmen
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