24.09.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

24.9.2007: Aktien-News: Sunways goes China – ECOreporter.de sprach mit Vorstand Roland Burkhardt über die Kooperation mit LDK Solar

Die Konstanzer Sunways AG hat eine Kooperation mit dem chinesischen Solarunternehmen LDK Solar gemeldet. Demnach will Sunways seine beiden Siemens-Reaktoren zur Produktion von Solarsilizium an LDK verkaufen und sich im Gegenzug ab 2008 für 10 Jahre von den Chinesen mit Silizium beliefern lassen (ECOreporter.de berichtete).
Im Mai 2007 hatten die Konstanzer den Kauf der beiden Reaktoren gemeldet (Lesen Sie dazu unsere Meldung vom 21.5.2007 ).

ECOreporter.de sprach mit Roland Burkhardt, Vorstandsvorsitzender (CEO) der Sunways AG, über die Zusammenarbeit mit LDK.

ECOreporter.de: Herr Burkhradt, weshalb will Sunways die Produktion nicht in eigener Regie aufbauen?
Roland Burkhardt: Mit dem Kauf der Reaktoren haben wir nicht gesagt, dass wir in eigener Regie produzierten wollen. Wichtig ist: Wir werden unsere strategische Positionierung in der Absicherung der Rohstoffversorgung nicht verlassen.


ECOreporter.de: Weshalb haben Sie sich für die Kooperation mit einem chinesischen Partner entschieden?
Burkhardt: Die LDK ist ein Verarbeiter von Silizium, einer der großen Waferproduzenten weltweit. Ich bin vor Ort gewesen und habe mir angeschaut, wie dort gearbeitet wird: In China wird in einem Tempo aufgebaut, das ist schon atemberaubend. In Europa können sie solch ein Tempo nicht erreichen. Für uns war ausschlaggebend, wie schnell der Partner in der Lage ist, das Projekt umzusetzen. LDK bietet uns die schnelle Umsetzung der Siliziumproduktion und die direkte Verarbeitung des Siliziums zu Wafern.


ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in China?
Burkhardt: Wir machen schon lange Geschäfte mit China. Für mich ist wichtig: Der CEO der LDK versteht als Chinese meine Sprache. Die direkte Kommunikation ist eine wichtige Vorraussetzung für das Gelingen eines Projektes in China, Xiaofeng Peng spricht Englisch. Wenn alles per Übersetzer läuft , schauen sie sich nie in die Augen. Wichtig ist ferner, dass die persönliche Beziehung stimmt; die Chemie zwischen den Entscheidern muss funktionieren und das ist bei LDK und uns der Fall.

Was die rechtliche und politische Situation angeht: Sie haben dort natürlich kein europäisches Recht. Die LDK ist aber ein börsennotiertes Unternehmen, die Aktien werden an der New York Stock Exchange gehandelt. Im übrigen wird es immer schwierig, wenn es zwischen Partnern zum Streit kommt und man vor Gericht landet. Das ist in anderen Ländern auch nicht einfach.

Damit die Zusammenarbeit auch über längere Zeit trägt, muss eine Win-Win-Situation gegeben sein. Kein Geschäftsmann bricht eine gut funktionierende partnerschaftliche Beziehung ab. Diese gesunde Basis ist vorhanden. Ich bin sehr optimistisch, dass wir in den nächsten zehn Jahren gut mit LDK auskommen werden.

Es wäre für uns viel schwieriger, in China selbst eine Produktion aufzubauen. Das übernimmt LDK, wir werden sie mit unserem Know how unterstützend begleiten.


ECOreporter.de: Bleibt es bei der im Mai gemeldeten Belieferung eines Kooperationspartners, der bereits zehn Millionen Euro Anzahlung geleistet habe?
Burkhardt: Ja, an den bisherigen Rahmenbedingungen hat sich diesbezüglich nichts verändert.


ECOreporter.de: LDK Solar solle Sunways über einen Zeitraum von 10 Jahren multikristalline Siliziumwafer in einem Gesamtvolumen von ungefähr 1.000 Megawatt liefern, melden Sie. Sind die komplett für den Eigenverbrauch bestimmt?
Burkhardt: Ja, die Produktion ist auf etwa 1.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt, die wir komplett selbst abnehmen.


ECOreporter.de: Herr Burkhardt, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Sunways AG: ISIN DE0007332207 / WKN 733220

Bild: Roland Burkhardt / Quelle: Unternehmen
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