KWK-Technologie der 2G im Einsatz. / Foto: Unternehmen

12.01.16 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

25 Prozent Plus für KWK-Aktie 2G nach ECOreporter-Tipp

Neuen Schwung erhofft sich die 2G Energy AG  aus Heek im Münsterland von der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG), die seit Jahresanfang gilt. Sie ist auf Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen spezialisiert. ECOreporter.de hatte die Aktie der 2G in einem  Aktientipp vom 24. September 2015  zum Kauf empfohlen. Damals wurde die Aktie mit 16,20 Euro gehandelt. Bis heute um 11 Uhr hat sie sich im Xetra auf 20 Euro verteuert, also um rund 25 Prozent. 

Das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) hatte der Bundestag im Dezember abgesegnet, es ist zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Damit kehrt im deutschen Markt wieder die notwendige Rechts- und Investitionssicherheit für die KWK-Branche zurück, wie die 2G in einer Erklärung dazu feststellt. Der Vorstand des Unternehmens erhofft sich von dem KWKG 2016 „Impulse für weiteren KWK-Ausbau in Deutschland“. Aufgrund der Unsicherheit der weiteren Marktentwicklung in Deutschland hatte die 2G zuletzt ihr Auslandsgeschäft gestärkt, vor allem in den USA investiert und dort zunehmend Einnahmeverluste in Deutschland ausgeglichen. Änderungen in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 2014 hatten dazu geführt, dass die Nachfrage von Biogasanlage-Betreibern für ihre KWK-Anlagen gesunken war. Die Umsatzerlöse der 2G waren in den ersten neun Monaten von 2015 gesunken, von 112,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 84,3 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) rutschten die Münsterländer mit einem Fehlbetrag von 1,1 Millionen Euro in die Verlustzone. Doch der Auftragsbestand der 2G lag zum 30. September 2015 mit 86,1 Millionen Euro bereits wieder leicht über dem Niveau des Vorjahres, wobei sich der Auslandsanteil der Aufträge auf Jahressicht fast verdoppelte, von rund 23 auf rund 45 Prozent. Der 2G-Vorstand stellte für das vierte Quartal eine deutliche Steigerung der Einnahmen in Aussicht. Die offiziellen Zahlen wird er aber erst Ende April veröffentlichen. ECOreporter.de rät nun dazu, die Aktie zunächst zu halten, bis die weiteren Geschäftschancen deutlicher werden. Das neue KWKG 2016 dürfte sich positiv auswirken, aber vieles davon ist im aktuellen Kurs bereits eingepreist.

Das KWK-G 2016 enthält mehr Licht als Schatten

Das KWK-G 2016 verdoppelt das maximale Fördervolumen auf jährlich 1,5 Milliarden Euro. Finanziert wird die Förderung wie bislang im Wege einer KWK-G-Umlage über die Netzentgelte. Die Gesetzesnovelle stärkt die Einspeisung von Elektrizität in das öffentliche Netz über erhöhte Vergütungssätze und führt ab 2016 bei Anlagen ab 100 Kilowattstunden (kW) die verpflichtende Direktvermarktung ein. Diese Direktvermarktung ab 2016 bezieht sich jedoch zunächst nur auf KWK-Anlagen über 250 KW. Anlagen mit weniger Leistung behalten ihren Anspruch auf Vermarktung des KWK-Stroms durch die Netzbetreiber, wenn sie bis zum 30. Juni 2016 in Dauerbetrieb genommen werden. Für Anlagen unter 100 kW gilt dies sogar bis zum 31. Dezember 2016.

Das KWK-G 2016 schreibt zwar auch eine Kürzung der Vergütung für selbst genutzten Strom aus eigenen KWK-Anlagen vor: in den unteren Leistungsklassen bis 100 kW um rund ein Viertel und für neue Anlagen über 100 KW elektrischer Leistung entfällt der KWK-Zuschlag ganz. Dennoch bleibt nach Einschätzung der 2G die gekoppelte Erzeugung von Elektrizität und Wärme auch mit dem novellierten KWK-G „eine attraktive Alternative für die dezentrale Standortversorgung für Industrie- und Gewerbebetriebe sowie die Wohnungswirtschaft“. Denn in Verbindung mit Wärmenutzkonzepten für den jeweiligen Standort seien Investitionen in gasbetriebene KWK-Kraftwerke dank relativ kurzer Amortisationszeiten „sehr wirtschaftlich“.

2G Energy AG: ISIN DE000A0HL8N9 / WKN A0HL8N
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