25.10.07 Erneuerbare Energie

25.10.2007: Erneuerbare Energien: Neubau von Biogas-Anlagen stark rückläufig - Hohe Kosten für nachwachsende Rohstoffe verhageln das Geschäft

Laut den jetzt vom Fachverband Biogas e.V. vorgelegten aktuellen Anlagenzahlen verzeichnete die Biogas-Branche in diesem Jahr erhebliche Rückgänge beim Anlagen-Neubau. Im Boom-Jahr 2006 waren über 800 Anlagen mit einer neu installierten Leistung von rund 450 Megawatt (MW) neu gebaut worden. 2007 dagegen gingen dem Verband zufolge bis Ende September gerade mal gut 200 Anlagen mit zusammen rund 170 MW installierter Leistung neu ans Netz. Die meisten Biogasanlagen (knapp 1.400) stehen demnach in Bayern, die größte Leistung erreicht Niedersachsen mit etwa 400 Megawatt bei einer durchschnittlichen Anlagengröße von 550 kW. Insgesamt produzieren laut dem Verband mehr als 3.700 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.270 MW in Deutschland circa 6,4 Millionen Megawattstunden Strom pro Jahr.

Die Stagnation in der Branche treffe vor allem landwirtschaftliche Biogasanlagen und damit auch die mittelständischen Anlagenhersteller, so der Verband weiter. Das Auftragsvolumen in diesem Sektor sei bei einigen Anlagenanbietern um bis zu 100 Prozent geschrumpft. „Diese Entwicklung ist vor allem auf die extrem gestiegenen Kosten für nachwachsende Rohstoffe zurückzuführen,“ erläutert der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Claudius da Costa Gomez. „Wenn auf der einen Seite der Preis, den man für das Produkt Strom erhält, fix ist; auf der anderen Seite aber die Kosten für die Erzeugung stetig steigen, dann ist der wirtschaftliche Betrieb einer Biogasanlage auf Dauer unmöglich“, so der Geschäftsführer weiter. Für die Dezitonne Getreide oder Mais hätten die Anlagenbetreiber in manchen Regionen im Vergleich zur Ernte 2006 mehr als das Doppelte zahlen müssen.

Der Fachverband Biogas e.V. fordert für die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) den Bonus für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe über eine Biomassemarktkomponente zu dynamisieren. Damit soll das bestehende Defizit eines noch fehlenden Marktes für Energie aus Biogas ausgeglichen werden. „Wenn sich jetzt der immer wieder geäußerte politische Wille zum Ausbau der erneuerbaren Energien und insbesondere Biogas nicht eindeutig im novellierten EEG widerspiegelt, wird die Branche ihren Beitrag zu den Klimaschutzzielen nicht leisten können, weil sie das nächste Jahr nicht übersteht“, warnt da Costa Gomez.
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