25.11.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

25.11.2005: Wuppertaler Energie- und Umweltpreis 2005: Erster Platz für "Sonnenschiff" und "Lion Powerblock"

In Wuppertal wurde am Donnertagabend der mit 15.000 Euro Preisgeldern versehene Wuppertaler Energie- und Umweltpreis 2005 vergeben. Den ersten Preis teilten sich laut einer Meldung der Energieagentur NRW und des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, die den Wettbewerb ausrichten, der Olsberger Unternehmer Franz Josef Schulte mit seinem Blockheizkraftwerk "Lion Powerblock" und der Solararchitekt Rolf Disch aus Freiburg mit seinem Verwaltungsgeb?ude "Sonnenschiff". Der Lion Powerblock, den Schulte mit seiner Firma Otag entwickelt habe, sei ein "effizienter Heizkessel mit integriertem Dampfmotor als Generator zur Stromerzeugung", hie? es. Das Freiburger Sonnenschiff verf?ge ?ber eine "stromproduzierende Fassade", so die Meldung, zudem schirme es eine Solarsiedlung in Freiburg von einer viel befahrenen Stra?e ab.

Jeder Gewinner erhielt den Angaben zufolge einen Scheck ?ber 6.000 Euro aus der Hand von Dr. Michael St?ckradt, Staatssekret?r im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW. Der dritte Preis, dotiert mit 3.000 Euro, ging an Frank Meyer zur Heide von der De Tec GmbH aus Detmold (NRW), der einen Energie-Trichter zur W?rmer?ckgewinnung aus Abwasser entwickelt hat. Dar?ber hinaus sprach die Jury insgesamt f?nf Belobigungen aus.


Weitere Informationen der Veranstalter zu Preistr?gern, und belobigten Unternehmen:

Die Preistr?ger 2005:

1. Preis: Franz Josef Schulte (56) und sein Ingenieur-Team aus Olsberg: Entwicklung eines Heizkessel integrierten Dampfmotors mit Lineargenerator zur Stromerzeugung. Der "lion Powerblock" steht für eine neue Generation Anlagen, die zwischen KWK-Anlagen und Brennstoffzellen angesiedelt werden k?nnen. Der lion Powerblock ist eine serienreife Heizung für das Einfamilienhaus, die mit der W?rme zugleich auch Strom erzeugt. Neu und innovativ ist das technische Konzept eines sog. dampfbetriebenen Doppelfreikolbens. Dadurch k?nnen letztlich auch Wartungsintervalle verl?ngert werden, es entstehen geringere Wartungskosten und der Betrieb des Aggregats ist generell leiser. F?r den Nutzer ergeben sich durch die gekoppelte Produktion von Strom und W?rme Kostenvorteile. Die Jury sieht gutes Potenzial diese Technik gerade im Geb?udebereich einzusetzen und zum Erfolg zu f?hren. Der "lion Powerblock" zeichnet sich insbesondere durch die vielseitigen M?glichkeiten beim Brennstoffeinsatz aus. Das Produkt k?nnte ein breites Marktsegment erschlie?en; einhergehend w?re die Schaffung von Arbeitspl?tzen zur Produktion des Powerblocks.

1. Preis: Rolf Disch (61), Solararchitekt aus Freiburg: Konzeption der Energiefassade "Sonnenschiff" in Freiburg. Das Sonnenschiff wurde von der Jury ausgew?hlt, da es eines der ersten Gewerbegeb?ude (Dienstleistungszentrum) ist, dass konsequent in Passivbauweise errichtet wurde. Damit konnte erreicht werden, dass der Heizw?rmebedarf des Sonnenschiffs bei etwa 11kWh/m? a liegt. Konventionell errichtete Geb?ude liegen bei etwa 60 kWh/m? a. Die Energieersparnis bei einer Nutzfl?che von 4800m? liegt bei etwa 235.000 kWh/a. Damit zeichnet sich das Solarschiff durch einen geringen Energieverbrauch, durch die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, die Nutzung regenerativer Energiequellen und der Vermeidung von gro?en (Bau-)Stoffstr?men aus. Gleichzeitig wird mit dem Bautyp eine kosteng?nstige Bauweise und für die Nutzer eine angenehme, kommunikative sowie produktive B?roatmosph?re geschaffen. Mit der Verleihung erhofft sich die Jury auch eine weitere Verbreitung dieser Idee.

3. Preis: Frank Meyer zur Heide (34) aus Detmold: Energie-Trichter zur W?rmer?ckgewinnung aus verschmutztem Abwasser. Der AquaTrichter ist eine Technologie, die aus Abwasser Energie gewinnt. Diese Technologie nutzt als so genannter W?rmetauscher und Speicher die in Abw?ssern gespeicherte W?rmeenergie. Der AquaTrichter besticht durch das Verh?ltnis der eingesetzten Energie gegen?ber der gewonnenen Energie. Dieses Verh?ltnis liegt bei 1 zu 5. Das bedeutet: man setzt eine Kilowattstunde Strom ein, um f?nf Kilowattstunden Strom zu gewinnen. Damit spart man deutlich Energie und tr?gt zu einer Entlastung der Umwelt bei. Die Jury sieht für diese Technologie ein breites Einsatzfeld. Der einfache Aufbau des "Aqua-Re-Energietrichter" ist unempfindlich gegen?ber Verunreinigung, was bei verschmutzten Abw?ssern von besonderer Bedeutung ist.


Belobigungen:

Dr. Michael Haug (42) aus Aachen: Online-?berwachungssystem zur permanenten Kessel?berwachung im Kraftwerksbetrieb. Braun- und Steinkohlekraftwerke bilden heute die Grundlage der Stromversorgung. Das vorgestellte ?berwachungssystem erm?glicht es, den Verbrennungsprozess permanent zu kontrollieren und somit optimal zu steuern. Der sehr effiziente Betrieb von Kraftwerken f?hrt zu einer besseren Ausnutzung der Ressourcen, einer Senkung des Prim?renergieeinsatzes und somit zu einer Minderung des CO2-Aussto?es. Durch diese High-Tech-?berwachung werden Arbeitspl?tze für hochqualifizierte Informatiker, Ingenieure und Techniker geschaffen.

Dorothea Hess (56), Dipl.-Designerin aus Bad Homburg vor der H?he: Bogenoffsetdruck mit konsequent ?kologischen Naturfarben "earth-colors". Dorothea Hess hat mit der Entwicklung und Anwendung von konsequent ?kologischen Naturfarben im Offsetdruck ein Verfahren entwickelt, dass markt?bliche Qualit?tsstandards erf?llt. Dabei werden viele gegenw?rtig eingesetzte Rohstoffe und Vorprodukte der Petro- und Chlorchemie umweltfreundlich substituiert. Die Umweltwirkung ist daher als positiv einzustufen, was vom Umweltbundesamt best?tigt worden ist.

Seyed Taghi Mohseni (46), Dipl.-Bauing. aus Essen: W?rmed?mmverbundsystem - Fassadenelemente mit weizenstrohbewehrtem Putz. Gesamtziel des Projektes: Die Herstellung einer schnell applizierbaren und energiegerechten, innovativen Fassadend?mm- und Sanierungstechnik auf der Basis werkseitig komplett vorgefertigter hochw?rmeged?mmter Fassadenelemente. Herk?mmliche W?rmed?mmverputzsysteme (WGVS) neigen zur Rissbildung. Daher wird eine neue Weizenstrohfaser-Bew?hrung verwendet, sie l?st sich nicht in alkalischen Medien auf. Im Geb?udebestand besteht eines der gr??ten Energieeinsparpotentiale und das vorgestellte WGVS-System bietet den Vorteil einer dauerhaften Rissfestigkeit der Fassade und einer erheblichen Kostenminimierung. Preiswerte, aber dennoch qualitativ hochwertige Verfahren sind wichtig, um den Sanierungsmarkt weiter zu aktivieren. Gerade hiervon k?nnen in Zukunft bedeutende arbeitsmarktpolitische Impulse für die Bauwirtschaft ausgehen.

Amandine Tupin (28), Dipl.-Ing. und ihr Team aus L?rrach: Solar Power Village - dezentrale Energie- und Wasserversorgung einer d?rflichen Gemeinschaft im S?den. Das "Solar Power Village" stellt ein integriertes Gesamtkonzept für den Einsatz der Solarenergie in Entwicklungsl?ndern dar. Solarkollektoranlagen mit Pflanzen?l als W?rmetr?ger- und Speicher; thermische Nutzung an Kochstellen, elektrische Stromerzeugung durch Stirling-Motor zeichnen das Konzept aus. "Solar Power Village" ist ein Konzept, dass den Einsatz der Solartechnik in vielen Lebensbereichen von Menschen in L?ndern der dritten Welt umfasst. Dieses Konzept reicht von der Bereitstellung von W?rme und elektrischen Strom bis hin zur Nahrungsmittelproduktion. D?rfer der s?dlichen Hemisph?re erreichen mit diesem Konzept eine gro?e Unabh?ngigkeit im Energiebereich und damit eine deutliche Verbesserung der Lebensverh?ltnisse. Hiervon profitieren auch Deutschland oder Europa.

Michael Vannahme (53), Dipl.-Ing. aus Dortmund: Preisg?nstiger Passivhaus-Prototyp für 17.000 Euro. Michael Vannahme erbringt mit seiner innovativen Bauweise den Nachweis, dass Optimierungen beim baulichen W?rmeschutz nicht zwangsl?ufig mit h?heren Kosten verbunden sein m?ssen. Sein Konzept belegt sogar dasGegenteil: Deutlich verbesserter W?rmeschutz (in Passivhausqualit?t) in Kombination mit der Anwendung moderner Bauphysik sowie die Verwendung einer modularen Bauweise kann sogar billiger sein als der konventionelle Hausbau.

Bilder: Rolf Disch; Lion Powerblock / Quelle: Unternehmen
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