25.01.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

25.1.2006: Endesa investiert in chinesische Windparks

Der spanische Energiekonzern Empresa Nacional de Electricidad SA (Endesa) kommt nicht mit der Menge an Emissionszertifikaten aus, die ihm die Regierung in Madrid für den EU-weiten Emissionshandel kostenlos zur Verfügung stellen konnte. Witterungsbedingt habe man im abgelaufenen Jahr 8,5 Millionen Tonnen CO2 zu viel emittiert. Um diesem Mangel abzuhelfen kauft das Unternehmen laut eigenen Angaben nun unter anderem Emissionsgutschriften in China ein. Dies ermöglicht das Klimaschutzprotokoll von Kyoto im Rahmen so genannter projektbasierter Mechanismen. Dazu zählen etwa als Clean Development Mechanism (CDM) bezeichnete Klimaschutzprojekte, die Regierungen oder Unternehmen aus Industriestaaten in Schwellen- bzw. Entwicklungsländern finanzieren. Im Gegenzug erhalten sie Gutschriften für Emissionsrechte, die sie Projekte im Zertifikatehandel der EU verwenden können.

Endesa hat laut einer Unternehmensmeldung mit dem chinesischen Stromversorgers Huaneng vereinbart, aus seinen CDM-Projekten Emissionsgutschriften über insgesamt 2,6 Millionen Tonnen Treibhausgase zu erwerben. Es handle sich um Emissionsrechte aus drei von Huaneng betriebenen Windparks mit einer Gesamtleistung von 195 Megawatt Leistung. Die zwischen den beiden Unternehmen getroffene Vereinbarung sei Teil des vor zwei Monaten gestarteten Klimaschutzprogramms von Endesa, wonach der spanische Versorger bis 2012 über projektbasierte Mechanismen Emissionsgutschriften für insgesamt 15 Millionen Tonnen CO2 erwerben will.

Emissionsrechte aus projektbasierten Mechanismen gelten als preisgünstige Alternative zum Erwerb von Emissionszertifikate. Allein die Zahl der Anträge für CDM-Projekte ist nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in 2005 weltweit von rund 200 auf mehr als 700 gestiegen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.

Empresa Nacional de Electricidad SA (Endesa): ISIN ES0130670112 / WKN 871028

Bildhinweis: Immer mehr Unternehmen aus Industriestaaten investieren in Erneuerbare Energie-Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern: Windpark in Costa Rica / Quelle: NEG Micon
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