02.05.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.5.2007: Was hat die Biogas Nord AG bei ihrer Kapitalerhöhung eingenommen? Und wo liegen die Schwerpunkte in Auslandswachstum? ECOreporter.de sprach mit Pressesprecher Jörg Bretschneider

Der Biogasanlagenbauer Biogas Nord AG hat sein Kapital um 175.000 Aktien aufgestockt. Wie hoch war der Erlös aus der Platzierung der Anteilscheine bei institutionellen Investoren? Und wie sind die Wachstumsziele des Unternehmens, das jüngst umfangreiche "Auslandsaufträge bzw. Auftragsanbahnungen" meldete? ECOreporter.de sprach mit Jörg Bretschneider, Pressesprecher des Maschinenbauers mit Sitz in Bielefeld.

"Der Erlös der Kapitalerhöhung errechnet sich aus dem Ausgabepreis in Höhe von 31 Euro je Aktie und der Anzahl der ausgegebenen Papiere. Er beläuft sich somit auf 5,425 Millionen Euro", sagt Bretschneider im Gespräch mit ECOreporter.de. Der Ausgabepreis bewege sich auf dem aktuellen Kursniveau. Zur Identität der "institutionellen Investoren im In- und Ausland", bei denen die Aktien laut dem Unternehmen platziert wurden, will er nicht viel sagen, nur: "Es handelt sich um Geldgeber aus Deutschland und Großbritannien." Nach Angaben des Sprechers hat die Biogas Nord derzeit keine Großaktionäre, deren Aktienpaket oberhalb der Schwelle für mitteilungspflichtige Beteiligungen liegt.

Die seit Dezember 2006 börsennotierte Biogasspezialistin berichtete Bemühungen um Aufträge in den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, mehreren osteuropäischen Staaten und den USA. In Indien habe man bereits einen Vertrag geschlossen, hieß es. Wie Bretschneider gegenüber ECOreporter.de erläutert, will das Unternehmen "ganz wie auf dem deutschen Markt" komplette Anlagen an Kunden in den Ländern liefern. Als Zielländern in Osteuropa nennt der Sprecher Weißrussland, Polen und Tschechien.

Biogasanlagen müssen nach der Errichtung fachkundig gesteuert werden. Wie will die Biogas Nord das in den zahlreichen Zielgebieten umsetzen? Bretschneider: "Unsere Mitarbeiter reisen zu unseren Kunden, und wir arbeiten mit Partnern in den jeweiligen Ländern zusammen. Vorrangig werden vor Ort Betriebs- und Serviceorganisationen eingerichtet. Und die Projekte werden sehr intensiv aus Deutschland betreut. Wenn Projekte vertraglich vereinbart sind, gibt es immer wieder Support aus Deutschland. Man darf auch nicht vergessen, dass die Vorarbeit sehr intensiv ist. Die Vorhaben müssen aufwendige Genehmigungsprozesse durchlaufen."

Von ihrem jüngst gemeldeten Auftrag aus Indien erhofft sich die Biogas Nord laut dem Sprecher Folgegeschäfte. Der Auftraggeber sei ein Vorreiter, meint er, weitere Zuckerfabriken würden folgen. Im indischen Bundesstaat Maharashta gebe es viel Unterstützung für die Erneuerbare-Energien-Branche. Es sei sogar ein Minister für Erneuerbare Energien in der Regierung vertreten.

Im Geschäftsjahr 2006 hatte das Auslandsgeschäft der Biogas Nord nach Angaben des Sprechers mit sieben bis acht Prozent noch einen "relativ geringen" Anteil am Umsatz. Für 2007 haben sich die Bielefelder das Ziel gesetzt, den Anteil auf 15 Prozent zu steigern.

Biogas Nord AG: ISIN DE000A0HHE20 / WKN A0HHE2

Bild: Mais ist ein wichtiger Rohstoff für viele Biogasanlagen / Quelle. Raiffeisen
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