25.03.04

25.3.2004: Meldung: VA Technologie AG: Zahlen zum Geschäftsjahr 2003

Geschäftsjahr 2003: Nachhaltige Ergebnisverbesserung
Operatives Ergebnis (EBIT) plus 22 Prozent auf 101 Mio. Euro
Free-Cash Flow und Nettoliquidität deutlich gesteigert
Umsatz auf Vorjahresniveau
Aktien-Performance plus 65 Prozent
Signifikante Produktivitätssteigerung
Wachstumsmärkte China sowie Zentral- und Osteuropa
Es ist uns gelungen in einem politisch und wirtschaftlich instabilen Jahr 2003 unsere führende Rolle als globaler Technologie- und Servicekonzern erfolgreich zu behaupten?, so Dr. Erich Becker, Vorstandsvorsitzender des börsennotierten VA TECH Konzerns im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Wien. ?Zu den geschäftlichen Höhepunkten 2003 zählen zweifellos der fünfprozentige Anstieg bei den Auftragseingängen, ein um 22 Prozent erhöhtes operatives Ergebnis (EBIT) sowie die deutliche Steigerung des Free Cash Flows auf 185 Millionen Euro und der Nettoliquidität auf 238 Millionen Euro!? so Dr. Erich Becker weiter.
Positive Kapitalmarktentwicklung
Der Marktboom in China und Russland sowie positive Signale aus den osteuropäischen Reformländern führten auch zu einer Erholung der Kapitalmärkte. Das drückte sich auch in einer gesteigerten Performance der VA TECH-Aktie aus, die im abgelaufenen Jahr 65 Prozent zulegen konnte.
?Durch eine breite Auftragsbasis und kleinere Projektgrößen ist es uns auch gelungen die Risikostreuung zu optimieren, was zur Sicherstellung einer nachhaltig positiven Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ganz wesentlich ist. Weiters konnten wir seit 1999 eine signifikante Produktivitätssteigerung (Auftragseingang pro Kopf) von über 50 Prozent erzielen?, betont Becker.
Wachstumsmärkte China, Russland, Zentral- und Osteuropa
Der Beginn des Jahres war ? bedingt durch die Irak-Krise und den Ausbruch der Lungenkrankheit SARS im asiatischen Raum - von zurückhaltenden Wachstumserwartungen geprägt. Ab der zweiten Jahreshälfte trat eine merkliche Erholung der Konjunktur ein, gekennzeichnet vom Wirtschaftswachstum in den USA, Russland und Asien, besonders in China. Der Weltstahlmarkt wurde und wird von der Entwicklung in China dominiert. Die Stahlproduktion stieg 2003 um 21 Prozent, mit insbesondere positiver Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung des VA TECH-Unternehmensbereiches Metallurgietechnik.
Aber auch die stabile Nachfrage in der Energieerzeugung und Energieübertragung trug in den letzten drei Jahren zu einem VA TECH-Gesamtauftragseingangsvolumen von rund 1,2 Mrd EUR am chinesischen Markt bei, davon rund 800 Mio. EUR aus dem Unternehmensbereich Metallurgie.
In den Industrieländern, hier vor allem in den EU-Staaten war das Wachstum verhalten, was auch in der Entwicklung des starken Euros im Vergleich zu Yen und Dollar begründet ist, die das Exportgeschäft erschwerend beeinflusste.
Hingegen setzte sich der wirtschaftliche Aufschwung in den Staaten Zentral- und Osteuropas auch 2003 fort: Das Wachstum der zehn EU-Beitrittsländer betrug 3,9 Prozent.
Mittlerweile stammen 10 Prozent des VA TECH-Auftrageingangsvolumen aus Zentral- und Osteuropa sowie der GUS. Insgesamt beschäftigt der Konzern 1.160 MitarbeiterInnen in den neuen EU-Beitrittsländern und der GUS.
Anstieg im Auftrageingang und Auftragsstand, stabiler Umsatz
Durch den Anstieg des EURO besonders gegenüber dem US-Dollar entsteht bei der Währungsumrechnung eine Reduktion im Auftragseingang, Auftragsstand und Umsatz um 2-3%.
Dennoch konnte der Auftragseingang erfreulicherweise um 211 Mio. EUR von 4.125 Mio. EUR auf 4.336 Mio. EUR gesteigert werden. Die größten Anstiege erfolgten dabei in den Unternehmensbereichen Metallurgietechnik (plus 102 Mio. EUR) und Infrastruktur (plus 66 Mio. EUR). Regional betrachtet dominierte im Auftragseingang auch heuer wieder der europäische Markt (65 Prozent), gefolgt von Asien (15 Prozent). Die weitere Aufteilung: Naher/Mittlerer Osten, Afrika 11 Prozent; Nordamerika 7 Prozent und Südamerika 2 Prozent.
Der Auftragsstand zum 31. Dezember 2003 lag mit 4.314 Mio. EUR um 353 Mio. EUR höher als zum Ultimo 2002, was einer durchschnittlichen Auslastungsreichweite der Geschäfte von über einem Jahr entspricht.
Der Umsatz lag mit 3.923 Mio. EUR etwas über dem Vergleichswert 2002 (3.872 Mio. EUR). Besonders erfreulich dabei die Entwicklung im Bereich Energieerzeugung, wo ein Anstieg um 21 Prozent (das sind 161 Mio. EUR) erreicht wurde.
Ergebnisverbesserung, starke Liquiditäts- und Free Cash Flow-Steigerung
Erfreulich entwickelte sich das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) mit einer deutlichen Steigerung um 22 Prozent auf 101 Mio. EUR (2002: 83 Mio. EUR). Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwände in Höhe von 25 Mio. EUR.
Das Finanzergebnis verbesserte sich von minus 174 Mio. EUR auf minus 121 Mio. EUR. Ursache dafür waren die gestiegene Liquidität, niedrigere Zinssätze sowie die in 2002 durchgeführte Abschreibung der Beteiligung am deutschen Unternehmen Babcock Borsig Power (44 Mio. EUR).
Der Jahresfehlbetrag konnte um 78 Mio. EUR von minus 93 Mio. EUR auf minus 15 Mio. EUR im abgelaufenen Jahr verbessert werden. Im Ergebnis 2003 sind Firmenwertabschreibungen als Non-Cash Positionen in Höhe von 52 Mio. EUR enthalten (46 Mio. EUR im Jahr 2002).
Die Bruttoliquidität ? die Summe der liquiden Mittel ? betrug 824 Mio. EUR (2002: 822 Mio. EUR). Die verzinslichen Verbindlichkeiten konnten mit 586 Mio. EUR um über 20 Prozent deutlich reduziert werden (739 Mio. EUR in 2002). Dadurch ergibt sich ein starker Anstieg der Nettoliquidität auf 238 Mio. EUR (2002: 83 Mio. EUR). Der Konzern weist somit keine Verschuldung auf, der Verschuldungsgrad (Gearing) liegt bei minus 50%.
Eine sehr gute Entwicklung verzeichnete auch der Free Cash Flow mit einer Steigerung auf 185 Mio. EUR (2002: 101 Mio. EUR). ?Es ist dies das Ergebnis eines aktiven und konsequenten Cash-Managements im gesamten Konzern?, erläutert dazu Finanzvorstand Dr. Roland Scharb.
Entwicklung der Unternehmensbereiche
Das Geschäftsportfolio des Konzerns ist auf Metallurgietechnik, Energieerzeugung, Energieübertragung und ? verteilung sowie Infrastruktur fokussiert.
Die Akquisitions-, Devestitions- und Restukturierungsmaßnahmen der letzten Jahre führten diese vier Unternehmensbereiche zu internationalen Top-Positionen und unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung des Konzerns weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
Der Bereich Metallurgietechnik (VAI) konnte in 2003 sowohl den Auftragseingang als auch die Ertragssituation signifikant verbessern. Bedingt durch das Wachstum der Weltstahlproduktion um 7 Prozent aufgrund der boomenden Märkte in China (plus 21 Prozent) und Russland (plus 3 Prozent) konnte ein Anstieg von plus 10 Prozent beim Auftragseingang von 1.050 Mio. EUR auf 1.152 Mio. EUR erzielt werden. Besonders stark war das Wachstum in den Bereichen Automation und Services, wo ein Auftragsplus von 63 Prozent erreicht wurde!
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) verbesserte sich auf 54,5 Mio. EUR (2002: 6,1 Mio. EUR). Damit verbunden ist auch eine sehr positive Entwicklung bei Nettoliquidität und Cash Flow.
Der Bereich Energieerzeugung (VA TECH HYDRO) ist erfreulich stabil und zeigt
(nochmals) verbesserte Kennzahlen. Die Entwicklung bei Gas-Kombikraftwerken profitierte in Europa von Ersatzinvestitionen ( stillgelegte Kraftwerke ) und vom erneut steigenden Bedarf an zusätzlicher Kapazität ( Blackouts z.B. Italien ). Die Wasserkraft, als erneuerbare Energie, konnte ihre Top-Position halten und spielt auch im Rahmen der Klimaschutzziele von Kyoto eine wichtige Rolle. Dies führt zu einer knapp vierprozentigen Auftragseingangssteigerung von 1.011 Mio. Euro in 2002 auf 1.049 Mio. Euro in 2003 und einer EBIT-Verbesserung auf 58,1 Mio. Euro ( 2002: 56,5 Mio. Euro ).
Die Nettoliquidität und der Cash Flow sind auf hohem Niveau.
Der Bereich Energieübertragung und ? verteilung (VA TECH Transmission & Distribution) war von einem international schwächeren Markt und Preisdruck geprägt (speziell in Amerika und Mittlerer Osten) und zeigte einen geringeren Auftragseingang (1.186 Mio. EUR nach 1.208 Mio. EUR) sowie einen Rückgang im EBIT auf 15,8 Mio. EUR (2002: 50 Mio. EUR). Die rückläufige Entwicklung - insbesondere im Transformatorengeschäft - ist auf den hohen Wettbewerbsdruck und die Unterauslastung einzelner Fertigungsstandorte zurückzuführen.
Im EBIT inkludiert sind außerplanmäßige Firmenwertabschreibungen von 10 Mio. EUR sowie Restrukturierungsaufwendungen von 14 Mio. EUR. Ein eingeleitetes Produktivitäts- und Ergebnissteigerungsprogramm ist bereits in Umsetzung und beinhaltet auch die Markteinführung neuer Produkttechnologien sowie die weitere Verbesserung der Geschäftsprozesse und Kostenstrukturen.
Erfreulich stabil war in 2003 auch der Unternehmensbereich Infrastruktur (VA TECH ELIN EBG, aii). Unter anderen führte die gute Entwicklung für industrielle Infrastrukturdienstleistungen und die immer wichtiger werdenden osteuropäischen Reformländer zu einem Plus von 9 Prozent bei den Auftragseingängen von 742 Mio. EUR im Vorjahr auf 808 Mio. EUR. Rund 13 Prozent der Auftragseingänge kommen mittlerweile aus Zentral- und Osteuropa, 2 Prozent aus den GUS-Staaten. Insgesamt konnte das Auftragseingangsvolumen aus den neuen EU-Mitgliedsländern um 30 Prozent gesteigert werden. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit beträgt 29,3 Mio. EUR (2002: 31,6 Mio. EUR).
Die Wassertechnik-Sparte (VA TECH WABAG) verzeichnete in 2003 einen Auftrageingangsanstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr (251 Mio. EUR nach 225 Mio. EUR), verbuchte aber wie 2002 ein deutlich negatives EBIT in Höhe von minus 42,4 Mio. EUR (2002: minus 54,7 EUR). Nach Beendigung der Verkaufsverhandlungen und dem Beschluss des Verbleibs im VA TECH Konzern wird dieser Bereich heuer unter industrieller Führung der VA TECH ELIN EBG weiter restrukturiert, Teilbereiche werden abgegeben.
Die strategische Ausrichtung umfasst die Konzentration auf Schwerpunktmärkte wie Osteuropa, Iran, Naher und Mittlerer Osten, Nordafrika, China und die Schweiz.
Nachhaltige Technologien ermöglichen Einsparungspotential von 50 Mio. Tonnen CO2
Der VA TECH Konzern, Arbeitgeber für weltweit rund 17.500 Mitarbeiter, entwickelt innovative Technologien für effizienten Energieeinsatz, zur Schonung von Ressourcen und zur Emissionsreduktion und ermöglicht dadurch bereits heute ein Einsparungspotenzial von 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.
Möglich wird dies durch die Forcierung der Wasserkraft als erneuerbare Energie, die Errichtung effizienter Gas-Kombikraftwerke und durch innovative Lösungen zur Energieübertragung und Automation. In der Metallurgietechnik (neue Technologien für die Eisen-und Stahlindustrie) und im Bereich Infrastruktur (Energieoptimierung in Gebäuden, elektromechanische Anlagen für Heizkraftwerke) liefert die VA TECH Lösungen mit dem Effekt: Klimaschutz durch Energieeffizienz. Die VA TECH betont dabei ihre Rolle als Partner für Industrie und öffentliche Auftraggeber auf dem Weg zur Erreichung der jeweiligen Kyotoziele.
?Unsere Unternehmensvision ist ganz klar von der Politik der Verantwortung geprägt. Verantwortung gegenüber unseren Kunden, Aktionären, MitarbeiterInnen und allen Interessensgruppen. Aus diesem Grund publizieren wir heuer bereits zum dritten Mal zusätzlich zu unserem Geschäftsbericht den VA TECH Nachhaltigkeitsbericht, der detaillierte Einblicke in die vielfältigen, nachhaltigen Maßnahmen unseres Konzerns bietet?, so Erich Becker in seinem Statement.

Kennzahlen 2002/2003
Mio. EUR 2002 2003 Veränderung (%)
Auftragseingang 4.125 4.336 +5
Auftragsstand 3.961 4.314 +9
Umsatz 3.872 3.923 +1
EBITA1) 129 153 +19
EBIT2) 83 101 +22
Finanzergebnis -174 -121 +30
davon Abschreibung BBP3) -44
EBT -91 -19 +79
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag -93 -15 +84
Free Cash Flow 101 185 +83
Nettoliquidität 83 238 +187
Eigenkapital 505 477 -6
Eigenkapitalquote (in Prozent) 13,9 13,3 -
Mitarbeiter 17.725 17.478 -1
1) Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen
2) Ergebnis der betrieblichen tätigkeit
3) Babcock Borsig Power

AUSBLICK 2004
? Verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen
? Auftragseingang und Umsatz in der Größenordnung von 2003
? Steigerung des operativen Ergebnisses
? Positives Nettoergebnis
Für die strategische Stoßrichtung des Konzerns gilt auch 2004 die Fokussierung auf den Heimmarkt Europa und auf Schlüsselmärkte mit Wachstumspotenzial außerhalb Europas, der Ausbau des Automations- und Servicegeschäftes, die Differenzierung im Wettbewerb durch nachhaltige Lösungen und erneuerbare Energien sowie die nachhaltige Steigerung der Ertragskraft. Entscheidend für eine langfristig erfolgreiche Geschäftstätigkeit ist eine stabile Eigentümerstruktur, die Wachstumspotenziale eröffnet und damit die strategische Eigenständigkeit des Konzerns sicherstellt.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2004 sind besser als noch vor einem Jahr, was ein verbessertes Investitionsverhalten für Kapitalgüter erwarten lässt. Anzeichen dazu waren bereits im vierten Quartal 2003 feststellbar.
Auch in 2004 wird Asien, allen voran China, zum globalen Wachstum überdurchschnittlich beitragen, was zu einem vorsichtigen Optimismus im metallurgischen Anlagebau führt.
Die Wachstumsdynamik wird 2004 auch in Zentral- und Osteuropa weiter unvermindert anhalten, was hohe Geschäftspotenziale für alle VA TECH Unternehmensbereiche bedeutet.
VA TECH erwartet daher auch für 2004 eine stabile Auftragssituation in der Größenordnung des Vorjahres. Gleiches gilt für den Umsatz. Ferner wird eine weitere Verbesserung im operativen Ergebnis, sowie ein positives Nettoergebnis erwartet.
Geplante Kapitalerhöhung
Im Februar 2004 veröffentlichte der VA TECH Vorstand die Absicht einer Kapitalerhöhung. Diese soll in der ordentlichen Hauptversammlung am 29. April 2004 durch Beschluss eines genehmigten Kapitals eingeleitet werden. Ziel ist es die Eigenkapitalbasis substanziell zu stärken.
++++25. März 2004
Die börsenotierte VA Technologie AG (VA TECH) ist ein fokussiertes Technologie- und Serviceunternehmen, das Wert für Kunden über den gesamten Anlagen-Lebenszyklus schafft. Der Konzern verfügt über führende internationale Positionen in den Bereichen Metallurgietechnik, Energieerzeugung, Energieübertragung und ?verteilung, Infrastruktur sowie Wassertechnik. Im Jahr 2003 erzielte die VA TECH mit 17.478 MitarbeiterInnen einen Umsatz nach IFRS von EUR 3,9 Mrd.
Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Wolfgang Schwaiger
Lunzerstraße 64, A-4031 Linz
Tel: +43/732/6986-9222, Fax: +43/732/6986-3416
e-mail: wolfgang.schwaiger@vatech.at
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