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25.4.2007: Chinesisches Solarunternehmen hofft auf Solarboom in den USA - Eine Chance für seine Aktionäre?

Mit einem Solarboom in den Vereinigten Staaten rechnet Zhengrong Shi, CEO von Suntech Power Holdings. Wie er gegenüber einem US-Portal ausführte, könnte der US-Markt in den nächsten zehn Jahren 30-50 Prozent pro Jahr zulegen. Schon jetzt rangiere er weltweit auf Rang drei, wenn auch noch weit hinter dem deutschen Solarmarkt. Als wesentliche Voraussetzung für den erhofften Wachstumsschub verwies der Chef des chinesischen Solarunternehmens auf die Förderung von 3 US-Dollar pro Watt Solarstrom, die gegenwärtig im Kongress diskutiert wird. Werde diese Regelung verabschiedet, könnten die USA im Handumdrehen zum größten Solarmarkt der Welt werden, so Shi. Über ihre US-amerikanische Tochtergesellschaft Suntech America ist die Suntech Power Holdings Inc. erst kürzlich der US-Vereinigung der Solarenergieindustrie (SEIA) beigetreten. Wie die Solarzellenherstellerin aus Wuxi mitteilte, will sie so vor Ort ihre Verbindungen zu anderen Unternehmen, akademischen Instituten, Regierungsvertretern und Nicht-Regierungsorganisationen aus dem Bereich intensivieren. Die SEIA vertritt die Interessen von rund 500 US-Unternehmen aus der Solarbranche.

Suntech ist stark exportorientiert, nur zehn Prozent seiner Produktion verkauft das Solarunternehmen in China. Aktuell setzt es vor allem auf das Geschäft in Europa. Der seit Dezember 2005 börsennotierte Mutterkonzern hat Anfang dieses Jahres eine europäische Tochtergesellschaft mit Hauptniederlassung in London gegründet. Das US-Geschäft von Suntech trägt bislang nur 15 Prozent ihres weltweiten Umsatzes. Doch will Shi nun sagte, könnte der US-Markt schon in zwei bis drei Jahren die bedeutendste Absatzregion für sein Unternehmen sein. Es werde erwogen, eine Produktionsstätte in den USA zu errichten. Der Suntech-Chef gab sich zuversichtlich, seinen Umsatz in den USA bald zu vervielfachen. Allerdings gehe er davon aus, dass trotz der angekündigten Produktionszuwächse der Siliziumhersteller die Versorgung der Solarfirmen mit diesem Rohstoff bis 2007 knapp bleiben werde. Positiv schätzte er die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom für die nahe Zukunft ein. Weitere Effizienzsteigerungen würden dazu führen, dass er etwa in den USA binnen einer Dekade etwa so viel kosten würde wie herkömmlich erzeugter Strom, der dort etwa zur Hälfte aus Kohle erzeugt wird.

Wie Shi weiter mitteilte, plant Suntech gegenwärtig keine Übernahmen anderer Unternehmen. Man halte zwar die Augen offen, bislang sei aber keine geeignete Firma gefunden worden. Dass seine Gesellschaft selbst zum Übernahmekandidat wird, bezeichnete er als unwahrscheinlich. Einerseits gehöre man selbst zu den größten Akteuren im Solarsektor. Andererseits müsse ein möglicher Bieter schon eine enorme Summe auf den Tisch legen, um Suntech kaufen zu können.

Die Suntech-Aktie war bei ihrem Börsenstart noch unter 18 Euro angeboten worden, hatte sich dann bis Anfang 2006 auf über 36 Euro verteuert, um nach dem allgemeinen Börseneinbruch im Sommer wieder auf das Ausgangsniveau abzustürzen. Nach starken Zugewinnen hatte das Papier im Februar wieder die Marke von 30 Euro geknackt, notiert aktuell in Frankfurt aber darunter bei 27,20 Euro. Das könnte eine günstige Gelegenheit zum Einstieg sein. Allerdings hält etwa Cheryl Tang, Analystin bei Goldman Sachs, das Potential der Suntech-Aktie vorerst für ausgereizt. Sie verweist auf die Ankündigung der Chinesen, dass aufgrund gestiegener Rohstoffkosten die Gewinnmarge im 1. Quartal niedriger ausfallen könnte als erwartet. Das Kursziel senkte sie von 41 auf 39 Dollar herab, also auf rund 29 Euro. Wie andere Experten die Suntech gegenwärtig einschätzen, erfahren sie im ECOreporter.de-Beitrag vom 20. April.

Suntech Power Holdings Co., Ltd.: ISIN US86800C1045 / WKN A0HL4L

Bildhinweis: Shi Zhengrong, Gründer und CEO des Solarzellenherstellers, präsentiert dem Generalsekretär des chinesischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie Produkte von Suntech. / Quelle: Unternehmen
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