25.05.03

25.5.2003: Der Fall "Factor VIII" - Bayer-Tochter für 100 HI-Infektionen verantwortlich?

Die Bayer-Tochter Cutter Biological, die in den achtziger Jahren das Blutgerinnungs-Mittel Lipobay in Asien und Südamerika vermarktet hat, soll für die HI-Infektion von mehr als 100 Blutern verantwortlich sein. Laut einem Bericht der "New York Times" vertrieb das Unternehmen den Blutfettsenker dort weiter, während in den USA und Europa bereits ein sichereres Produkt vermarktet wurde.

Cutter Biological habe nach 1984 nicht auf dem Plasma-Konzentrat "Factor VIII" sitzen bleiben wollen, das sich im Westen kaum noch vermarkten ließ, meldet das Blatt. Das gehe aus internen Dokumenten hervor. Die Bayer-Tochter soll demnach rund ein Jahr lang mehr als 100.000 Ampullen des Mittels nach Japan, Taiwan, Hongkong, Singapur, Malaysia, Indonesien und Argentinien verkauft haben. Die Leverkusener Bayer-Zentrale erklärte laut dem Bericht, der Konzern habe sich jederzeit verantwortungsvoll, moralisch und human verhalten. Man habe das alte Medikament schnellstmöglich vom Markt gezogen.

Allein in Hongkong und Taiwan hätten sich mehr als 100 Bluter nach der Behandlung mit "Factor VIII" mit dem HI-Virus infiziert, so die New York Times weiter; viele von ihnen seien inzwischen gestorben. Das gehe aus Dokumenten und Interviews hervor.

Gegen den deutschen Pharmakonzern Bayer AG sind in den USA wegen rund einhundert Todesfällen im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenker Lipobay gut 8400 Klagen anhängig.

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200
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