25.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

25.5.2004: Glaubwürdigkeitslücke - Russische Reebok-Tochter wegen dubioser Gehaltszahlungen am Pranger

Die russische Tochter der Reebok International Ltd. zahlt angeblich die Gehälter an der Steuer vorbei. Das geht aus einer Titelgeschichte der Moscow Times hervor. Demnach ist diese Praxis zu Tage getreten, als ein über einen Arbeitsvermittler von Reebok eingestellter Designer gegen seine Entlassung klagte. In dessen Arbeitsvertrag sei zunächst nur ein Einkommen von monatlich 200 US-Dollar genannt worden. Der Designer beschwerte sich, worauf der Arbeitsvermittler die Summe auf 1265 Dollar erhöhte. Reebok kündigte dem Designer daraufhin. Die Moscow Times hat ermittelt, dass Reebok offiziell dem Generaldirektor in Moskau nur 1083 Dollar im Monat zahlt, dem Finanzchef sogar nur 300 Dollar. Laut dem Handelsblatt machen in Russland viele ausländische Firmen gegenüber den Behörden für die Abführung der Sozialabgaben falsche Angaben. Die Löhne seien meist entschieden höher als offiziell angegeben. Das geschehe zu Lasten der Arbeitnehmer, da niedrige Sozialausgaben später zu kleinen Renten führten. Reebok International verweise angesichts der nun erhobenen Vorwürfe lediglich darauf, dass Reebok Russia eine unabhängige Vertriebsgesellschaft sei. Womöglich hat die russische Tochter ja auch nur ein anderes Verständnis von fairen Arbeitsbedingungen. Für ihre Bemühungen darum war Reebok International erst kürzlich ausgezeichnet worden (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 24. Mai).

Reebok International Ltd.: ISIN US7581101000; WKN 870036
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