25.06.03

25.6.2003: Um wieviel wurden die Bilanzen geglättet? Freddie Mac könnte bald drei Milliarden Dollar Gewinn mehr ausweisen

In den USA sprießen dem Wall Street Journal zufolge die Gerüchte um die Höhe der Bilanzglättungen beim als nachhaltig geltenden Baufinanzierer Freddie Mac. Das Unternehmen soll in den vergangenen Jahren seine Bilanzen künstlich nach unten gedrückt haben - mit dem Ziel, Reserven für schlechte Zeiten zu bilden. Nachdem sich vergangene Woche Staatsanwaltschaft, Börsenaufsicht SEC und die zuständige Aufsichtsbehörde OFHEO eingeschaltet hatten, soll sich auch ein Ex-Manager des Konzerns geäußert haben. Eine korrekte Neubilanzierung werde die Gewinne der letzten zwei, drei Jahre nachträglich um drei Milliarden Euro nach oben schrauben, hat diese Quelle laut Wall Street Journal angekündigt. In den kommenden Jahren werde es entsprechende Reduzierungen geben müssen.

Die Zeitschrift manager magazin erläutert: Die Milliarden-Differenzen seien Beobachtern zufolge dadurch entstanden, dass Freddie Mac umfangreich Derivate (Futures, Optionen, Swaps etc.) zum Parken seiner Gewinne genutzt habe. Der Konzern habe deren Kauf damit begründet, dass er sich gegen Risiken durch Zinssatzänderungen sowie Vermögenswert- und Finanzierungskosten absichern müsse.

Die Fälschungen sind ans Licht gekommen, nachdem Freddie Mac im vergangenen Jahr den u.a. durch den Enron Skandal belasteten Wirtschaftsprüfer Arthur Anderson ausgewechselt hatte. Mehrfach tauchten anschließend Berichte auf über Zwistigkeiten zwischen den führenden Managern bei Fanny Mae und dem neuen Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers. Die Neufassung der Bilanzen soll nun bis Ende September dieses Jahres vorliegen. Freddie Mac hat 2002 einen Gewinn von 5,76 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Fannie Mae (Federal National Mortgage Association): ISIN US3135861090 / WKN 856099
Freddie Mac (Federal Home Bancorp): ISIN US3134003017 / WKN 876872
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