25.06.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

25.6.2007: Wochenrückblick: Zwei Neuemissionen im Bereich Bioenergie – Private Placements bei Manz und Regenbogen – Windanlagenbauer Nordex AG und Solarmodulhersteller aleo solar AG investieren in Kapazitätsausbau

In der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX 1,01 Prozent auf 7964,71 Punkte. Der Dow-Jones-Index sank um 0,06 Prozent auf 13.545,84 Punkte. Der japanische Nikkei-Index legte um 2,23 Prozent zu auf 18.240,30 Punkte. Erdöl verteuerte sich leicht um 0,58 Prozent auf 71,08 US-Dollar pro Barrel (Vorwoche: 70,67 Dollar; Sorte "Brent Crude Oil"). Kupfer (Copper Grade A) kostete mit 7.550,25 US-Dollar pro Tonne 2,42 Prozent mehr als in der Vorwoche. Ein Euro kostete 1,3465 US-Dollar und damit 0,012 Cent mehr als zum Ende der Vorwoche.

Das Windkraftunternehmen wind 7 AG will voraussichtlich in den deutschen Solarmarkt einsteigen. Wie die Windkraftbetreiberin und -projektiererin mitteilte, sieht der Vorstand in diesem Sektor gute Geschäftsmöglichkeiten. Es sei mit einem weiteren Fallen der Modulpreise für Photovoltaik zu rechnen, dadurch würden die Projekte deutlich wirtschaftlicher. Mit der Akquisition einer größeren Anzahl von Freiland- und Dachflächen habe man bereits begonnen. Der Firmenname solle an die neue Geschäftsausrichtung im Bereich erneuerbarer Energien angepasst werden, hieß es. Das Unternehmen strebt weiterhin den Gang an die Börse an.

Die italienische Tochtergesellschaft des Windkraftanlagenherstellers Vestas hat den Auftrag für den Windpark der Callari Srl in der Nähe von Catania erhalten. Laut einer kanadischen Nachrichtenagentur sollen 18 Vestas-Anlagen vom Typ V90-2.0 MW geliefert werden. 16 Windkraftanlagen des Typs V90-2.0 MW hat die deutsche e.n.o. energy bei Vestas bestellt. Die Anlagen würden für Windkraftprojekte in Deutschland benötigt, hieß es.

Im Jahr 2008 will der Windanlagenbauer Nordex AG seinen Umsatz gegenüber 2006 auf über eine Milliarde Euro verdoppeln. Rund 94 Prozent der Nachfrage komme aus Europa und solle aus den Werken in Rostock bedient werden, so Nordex. Vorstandschef Thomas Richterich erklärte: „Da die Produktion derzeit unter Volllast fährt, müssen wir unsere Fertigungskapazitäten am Standort massiv erweitern, um wie geplant weiter wachsen zu können“. Das Investitionsprogramm umfasse zunächst 86 Millionen Euro, hieß es. Es sehe einen Ausbau der Jahreskapazitäten von derzeit 850 Megawatt auf 2000 Megawatt im Jahr 2010 vor.

Großaufträge aus Spanien im Gesamtwert von gut 30 Millionen Euro meldete die aleo solar AG. Das gesamte internationale Auftragsvolumen der Gesellschaft für das Jahr 2007 habe sich auf rund 50 Millionen Euro erhöht. Die Solarmodulproduzentin baut ihre Produktionskapazitäten aus. Laut dem Unternehmen mit Sitz in Oldenburg stünden mit der geplanten Erweiterung in Summe 180 Megawatt peak zur Verfügung. aleo solar hob seine Umsatzerwartung für 2007 auf mindestens 185 Millionen Euro an. Für 2008 werden mindestens 240 Millionen Euro Umsatz erwartet. Alexander Stiehler, Equity Analyst bei der Münchener HypoVereinsbank, stellte die Aktie weiterhin auf „Kaufen“ und erhöhte sein Kursziel von 12,00 auf 13,50 Euro.

Die Solartochter der Energy Conversion Devices Inc., United Solar Ovonic, hat einen Großauftrag aus Deutschland erhalten. Laut US-Medienberichten ist der Auftraggeber die Biohaus PV Handels GmbH. Das Auftragsvolumen wurde mit 15 Millionen Dollar beziffert.

Die Erfurter ersol Solar Energy AG hat einen Liefervertrag im Volumen von 230 Millionen Euro abgeschlossen. Wie ersol meldete, liefert das Unternehmen ab 2008 Silizium-Solarzellen an das in Bad Staffelstein ansässige Systemhaus IBC Solar AG.

Die Reutlinger Manz Automation AG hat 325.650 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung bei deutschen und europäischen institutionellen Investoren platziert. Laut einer Meldung des Anbieters von Automatisierung, Qualitätssicherung und Laserprozesstechnik für die Photovoltaik- und LCD-Industrie, entspricht dies bis zu zehn Prozent des Grundkapitals. Der Ausgabepreis betrug 70,00 Euro je Aktie. Durch die Transaktion floss der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von rund 22,80 Millionen Euro zu, er soll zur Finanzierung des weiteren Wachstums eingesetzt werden.

Die S.A.G. Solarstrom AG, Freiburg, erweitert ihr Vertriebsnetz zum Verkauf schlüsselfertiger Photovoltaikanlagen in Deutschland. Wie das Unternehmen berichtet, soll ergänzend zum Franchise-Vertrieb ein Direktvertrieb mit eigenem Montageteam aufgebaut werden.

Die Solar-Fabrik AG hat einen mehrjährigen Vertrag zur Belieferung mit solarem Polysilizium geschlossen. Laut dem börsennotierten Freiburger Solarkonzern hat die Vereinbarung zwischen der Tochtergesellschaft Global Expertise Wafer Division Ltd. und der Hoku Materials, Inc., einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Hoku Scientific, Inc. eine Laufzeit von sieben Jahren, beginnend im zweiten Halbjahr 2009. Während der Laufzeit sollen demnach bis zu 85 Millionen US-Dollar an Hoku Materials fließen.

Die Münchener Centrosolar AG will sich neu ausrichten. Wie das Solarunternehmen meldete, sollen die drei Kernunternehmen des Segmentes Solar Integrated Systems als Centrosolar AG zusammengefasst werden. Der Name der börsennotierten Muttergesellschaft werde in Centrosolar Group AG geändert. Die Neuorganisation fokussiere die Vertriebs- und Einkaufsaktivitäten und unterstütze damit die Internationalisierung der gesamten Unternehmensgruppe.

Die Hamburger Conergy AG hat in China einen Liefervertrag über 78 Millionen Euro abschließen können. Das geht aus einem chinesischen Medienbericht hervor. Demnach sollen die Deutschen Komponenten von der Shanghai Solar Energy S&T Co. Ltd (SSEC) erhalten. Hierbei handelt es sich um ein Solarunternehmen, das zu 70 Prozent der Shanghai Aerospace Automobile Electromechanical Co.Ltd. gehört. Auf Nachfrage von ECOreporter.de wollte Conergy-Pressesprecher Thorsten Vespermann weder bestätigen noch dementieren, dass ein solcher Vertrag mit Shanghai Solar getroffen wurde.

Um weitere 50 Megawatt (MW) will der norwegische Photovoltaik-Konzern Renewable Energy Corporation ASA (REC) seine Produktionskapazitäten ausbauen. Nach eigenen Angaben will er umgerechnet knapp zehn Millionen Euro investieren, um die Modulproduktion auf insgesamt 150 MW zu erhöhen. Der Ausbau soll bis zum Frühjahr 2008 abgeschlossen werden. Dann sei REC Solar der zweitgrößte Solarmodulbauer in Europa, so das Unternehmen.

Den Auftrag zum Bau einer Biogasanlage im Wert von 1,8 Millionen Euro hat die Bielefelder Biogas Nord AG aus Indien erhalten. Laut dem börsennotierten Unternehmen unterzeichnete eine indische Delegation um Suryakanta Patil, Bundesministerin für Landwirtschaftsentwicklung und Parlamentsangelegenheiten, einen entsprechenden Vertrag.

Der laut eigener Darstellung führende Anbieter von Biogasanlagen in Europa, die EnviTec Biogas GmbH, hat für den kommenden Monat seinen Gang an die Börse angekündigt. Wie das Unternehmen aus Lohne in Niedersachen mitteilte, strebt es die Notierung im Prime Standard des Amtlichen Marktes an der Frankfurter Wertpapierbörse an. Im Juni werde die Umwandlung in eine AG erfolgen. Dresdner Kleinwort begleite das Börsendebüt als Konsortialführer. Im Geschäftsjahr 2006 hat die EnviTec-Gruppe laut eigenen Angaben einen Umsatz von 100,7 Millionen Euro (2005: 40,8 Millionen Euro) und ein Betriebsergebnis (EBIT) von 18,5 Millionen Euro (2005: 5,5 Millionen Euro) erzielt.

Für den 28. Juni 2007 hat die Spezialistin für Biomasseheizkraftwerke, AGO AG Energie + Anlagen, ihren Börsengang angekündigt. Laut dem Unternehmen aus dem bayrischen Kulmbach ist die Erstnotiz der Aktien im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse mit Einbeziehung in den Entry Standard geplant. Das Angebot umfasst bis zu 1.430.000 Inhaber-Stückaktien, die Preisspanne beträgt 6,00 Euro bis 7,00 Euro. Mit dem Börsengang will der AGO laut eigener Darstellung ihre Marktposition stärken und die Wachstumsstrategie fortsetzen.

Im Oktober 2007 soll das Frischholz-Heizkraftwerk Ludwigsfelde der Essener Enro AG ans Netz gehen. Wie das börsennotierte Unternehmen meldete, sind die wesentlichen Komponenten der Maschinentechnik für die Anlage installiert worden. „Wir sind absolut im Zeitplan“, sagte Enro-Vorstandsvorsitzender Peter Korak.

Eine Kaufempfehlung für die Aktien der Schwandorfer Schmack Biogas AG hat Analyst Sebastian Zank von der WestLB gegeben. Er stufte das Papier auf "Aufstocken" hoch (vorher: "Halten"). Der faire Wert des Anteilsschein liegt laut Zank bei 66 Euro.

Im Rahmen einer Kapitalerhöhung hat das börsennotierte niederländische Unternehmen Capella Capital N.V. 20 Prozent der Anteile der Archea Biogas N.V. erworben. Archea Biogas N.V. sei im Bereich Regenerative Energien tätig und decke als Komplettanbieter von Biogasanlagen zusammen mit Kooperationspartnern die gesamte Wertschöpfungskette in diesem Bereich ab. Wie Capella mit Sitz in Eindhoven mitteilte, handelt es sich um die erste Beteiligung der Gesellschaft.

Die US-amerikanische Börsenaufsicht ermittelt gegen die Biolebensmittelherstellerin Hain Celestial Group. US-Medienberichten zufolge überprüft die Securities and Exchange Commission (SEC) die Praktiken des Unternehmens bei der Vergabe von Aktienoptionen. Hain Celestial habe angekündigt, mit der Behörde kooperieren zu wollen.

Eine neue Private Equity Gesellschaft für grüne Unternehmen will im Sommer ein Private Placement durchführen. Die „Murphy&Spitz Green Capital AG“ plant die Beteiligung an Unternehmen und Projekten aus den Bereichen erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe. Initiator des Unternehmens ist das Umwelt Aktiendepot (UAD) Deutschland. Andrew Murphy, Vorstand der Green Capital AG erklärte im Interview mit ECOreporter.de das Konzept.

Der Kieler Regenbogen AG ist es gelungen, eine Stufenzins-Wandelanleihe mit 4,5 Millionen Euro Volumen bei institutionellen Investoren zu platzieren. Laut der Spezialistin für Camping- und Ferienanlagen ist die Anleihe in bis zu 900.000 Aktien der Regenbogen AG wandelbar. Das Wertpapier sei von „einigen ausgewählten institutionellen Investoren“ gezeichnet worden. Der Erlös aus der Emission solle für ein „spürbares“ Wachstum eingesetzt werden.

Am 31 Juli findet die Anhörung beim U.S. District Court zum Veto der Federal Trade Commission gegen die Übername von Wild Oats durch Whole Foods Market statt. Die US-Behörde sieht durch den Zusammenschluss der beiden Biolebensmittelhändler den freien Wettbewerb gefährdet. Whole Foods Market hat nun das Übernahmeangebot an die Aktionäre von Wild Oats bis zum 20 Juli verlängert.


Informationen zur aktuelle Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.


Bilder: Windräder der dänischen Vestas A/S in Irland; Produkt der Solar-Fabrik AG; Camp der Regenbogen AG in Prerow an der Ostsee/ Quelle jeweils: Unternehmen

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