25.07.01

25.7.2001: SAM: Klima-Abkommen in Bonn ist Bestätigung für Sustainability-Investments

Nach Angaben der Züricher SAM Sustainable Asset Management (SAM) wurde beim UN-Klimagipfel in Bonn ein Durchbruch für den internationalen Klimaschutz erzielt. Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Trotz Rückzieher der USA konnte in letzter Minute eine Einigung zwischen der Mehrheit der Industrieländer gefunden werden. Die Finanzwirtschaft und Sustainability Investoren werden laut SAM von der Einigung in Bonn profitieren.

Im sogenannten Kyoto-Protokoll werden auf internationaler Ebene Ziele und Instrumente des Klimaschutzes festgelegt, u.a.:

- Verbindliche Reduktionsziele für die Emission klimawirksamer Gase in Industrieländern,

- Regeln, wie diese Ziele erreicht werden können, z.B. durch echte Emissionsreduktionen oder durch Bindung von Kohlenstoff in der Forst- und Landwirtschaft,

- Internationale Instrumente, z. B. den Handel von Emissionszertifikaten oder Projekte in Entwicklungsländer

Laut SAM sind Firmen in energieintensiven Branchen mit hohem fossilen Energieverbrauch in Zukunft tendenziell grösseren Risiken ausgesetzt. Exponiert seien z. B. die Branchen Erdöl- und Kohleförderung, Stahl, Chemie (Grundstoffe), Baustoffe, Zement, Papier und Zellstoff sowie die Stromwirtschaft. Dank dem Kyoto-Protokoll würden Firmen in diesen Branchen aber die Möglichkeit haben, einen Teil ihrer Emissionsreduktionen durch Unterstützung von Projekten in der Forstwirtschaft, in Entwicklungsländern oder durch Kauf von Emissionszertifikaten kostengünstig zu erreichen. Zusätzlich eröffne der Einbezug moderner Technologie für Firmen in diesen Branchen neue Chancen, so SAM. Diese Aspekte sollen ihren Niederschlag in der Sustainability-Analyse von SAM finden.

Die Finanzwirtschaft wird nach Ansicht von SAM von der Implementierung des Kyoto-Protokolls profitieren. Sie verfüge über die nötigen finanziellen Kenntnisse, um internationale Instrumente wie Klimaschutzprojekte, Emissionshandel, notwendige Brokerage- und Verifikationsdienstleistungen, Investment-Fonds und Katastrophenversicherung umzusetzen. Acuch deswegen sei die Finanzbranche in den letzten Jahren aktiv als Befürworterin des Kyoto-Protokolls in Erscheinung getreten.

SAM hat seit Beginn der Klimadiskussion eine aktive Rolle eingenommen, z. B. als Teilnehmerin einer internationalen Klima-Arbeitsgruppe der Finanzwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Ivo Knoepfel, Leiter Index Research von SAM und früher Klimaexperte bei der Swiss Re, trat letzte Woche am Bonner Klimagipfel auf und stellte Sustainability-Produkte und den Dow Jones Sustainability Group Index vor. Richard Sandor, Verwaltungsrat der Sustainable Performance Group, hat vor einigen Wochen die erste Börse für Klimagas-Emissionshandel lanciert, die Chicago Climate Exchange.

Nach Einschätzung von SAM verfügt die Völkergemeinschaft mit dem Kyoto-Protokoll über einen Rahmen für den internationalen Klimaschutz, der es bei entsprechendem politischen Willen in Zukunft erlaube, noch ernsthaftere Klimaschutzziele zu erreichen. Es sei damit zu rechnen, dass Politiker diesen Rahmen noch verschärfen würden, denn gemäss Versicherungsexperten reiche die beschlossene Stabilisierung der Emissionen bei weitem nicht, um die erwarteten Naturkatastrophen zu vermeiden. So sei mit Instrumenten zu rechnen wie nationalen Emissionshandelssystemen (z. B. der oben erwähnten Chicago Climate Exchange oder ein für Grossemittenten bereits eingeführtes Handelssystem und das von der EU geplante europaweite Emissionshandelssystem). Auch wenn die USA dem Bonner Kompromiss noch fernblieben: Eine Stärke des verhandelten Abkommens bestehe darin, dass es gemäss Experten einen Beitritt der USA zum Kyoto-Protokoll ermöglichen würde, wenn sich die politischen Vorzeichen in den USA wieder änderten, bemerkt SAM abschließend.
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