25.09.02

25.9.2002: Startschuss für erstes Parabolrinnenkraftwerk Europas

In der spanischen Provinz Almeria soll das erste Solarthermik-Kraftwerk in Europa entstehen, das berichten Eckart Granitza und Reinhard Joksch in der Zeitung "Die Welt". Die Anlage mit geplanten 50 Megawatt Leistung wird den Angaben zufolge im nächsten Jahr auf der Hochebene Valle de Marquesado am Fuße der südspanischen Sierra Nevada entstehen.

Deutsche und spanische Wissenschaftler hätten sich für die Ebene Marquesado unter einem guten Dutzend möglicher Standorte entschieden, so Die Welt. Rainer Aringhoff von der Firma Milenio-Solar, einer der vier Projektgesellschaften, die in Südspanien bauen, erklärte gegenüber der Zeitung: Die Luft sei dort besonders klar und die Werte für die direkte Sonnenstrahlung zählten zu den höchsten in Europa. Die Betreiber wollen das erste Solarfeld 2005 ans Netz bringen.

Unter verschiedenen solarthermischen Systemen habe sich das Parabolrinnensystem durchgesetzt, erläutern Granitza und Joksch. Die Entwicklung der Technologie werde seit 25 Jahren auf der Forschungsstation Plataforma Solar in der andalusischen Provinz Almeria vorangetrieben. Solarthermische Großkraftwerke seien in weiten Teilen mit konventionellen Öl- oder Gaskraftwerken vergleichbar. Die Technik ist ausgefeilt: Mit Hilfe von Spiegel wird das Sonnenlicht gebündelt. Im Brennpunkt erhitzt der Lichtstrahl ein synthetisches Öl, das sich in einem Absorberrohr befindet. Es werden Temperaturen bis mehr als 400 Grad erreicht. Mit der entstehenden Wärme wird Dampf erzeugt, dieser treibt eine Turbine an. Der Vorteil des Parabolrinnensystems ist der Zeitung zufolge sein hoher Wirkungsgrad, keine andere kommerzielle Technik sei vergleichbar effektiv.

Im Anschluss an das Projekt auf der spanischen Hochebene seien weitere Kraftwerke in Jordanien und Indien geplant, berichtet Die Welt, auch in Spanien sollten noch zwei 50-Megawatt-Solarfelder hinzukommen.
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