Modulproduktion bei JA Solar. Die Aktie des chinesischen Solarkonzerns gehört zu den größten Beteiligungen des Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1. / Quelle: Unternehmen

15.07.15 Fonds / ETF , Fonds des Monats

26 Prozent Wertzuwachs für den besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im 1. Halbjahr

Alle Erneuerbare-Energien-Aktienfonds auf dem deutschen Markthaben im ersten Halbjahr zweistellig zugelegt. Die besten haben dabei Wertzuwächse von über 20 Prozent erzielt. Im Juni erreichten zwei der zwölf in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds dieser Kategorie ein Plus von über fünf Prozent. Allerdings erlitten gleich mehrere Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im Juni 2015 zum Teil massive Monatsverluste. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor.
Der erfolgreichste Fonds des ersten Halbjahres 2015 wurde der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 mit einem Wertzuwachs von 26,5 Prozent. Dies gelang trotz eines Einbruchs im Juni, in dem der im Februar 2009 aufgelegte Erneuerbare-Energien-Aktienfonds der FiNet Asset Management AG aus Marburg zweistellig einbrach. Er geriet in die Turbulenzen an den chinesischen Börsen, die sich im Juli 2015 verstärkt haben. Der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 war Ende Juni zu 79 Prozent in Wind- und Solaraktien aus China investiert, wobei der thematische Schwerpunkt mit 75 Prozent des Portfolios eindeutig auf Solarwerten liegt. 17 Prozent der Beteiligungen entfallen auf Aktien von nordamerikanische Unternehmen, die wie etwa First Solar aus dem US-Bundesstaat Arizona oder Canadian Solar über Produktionsstätten in der Region Asien/Pazifik verfügen. Auf ebendiese Region  beschränkt sich der sich der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1. Die chinesischen Solaraktien Ja Solar, Trina Solar und Jinko Solar gehören zu den größten Solarbeteiligungen im Portfolio des Fonds.

Der Photovoltaikboom in dieser Region hat dem Fonds in den ersten Monaten des laufenden Jahres eine starke Wertentwicklung ermöglicht. Frank Huttel ist Leiter Portfoliomanagement bei der FiNet Asset Management AG. Er betont in einem Marktkommentar, dass der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 „keine A-Aktien von den Börsen Shanghai oder Shenzhen“ hält. Aber die Verkaufslawine an den chinesischen Börsen habe in Hong Kong und sogar in den USA ADRs chinesischer Solarhersteller auf Talfahrt geschickt, obwohl diese Aktien keinesfalls zu hoch bewertet gewesen sein. Zur Erklärtung ADRs (American Depository Receipts) sind von einheimischen Banken ausgestellte Zertifikate, die anstelle von Aktien ausländischer Unternehmen an den US-Börsen gehandelt werden.
Huttel sieht trotz der Entwicklung der Börsen in China aber keinen Grund für Panik, im Gegenteil. Nach dem Platzen der Börsenblase in China seien diese Umwelttechnologie-Aktien aus der Volksrepublik „nun wieder extrem niedrig bewertet“. Dieser Werte würden nun „hervorragendes Gewinnwachstum“ mit einem sehr billigen Preis verbinden. Der Fonds werde diese „unerwartete Kaufgelegenheit“ nutzen.

Huttel konkretisiert dies an einem Einzelwert: „So notiert etwa unsere schnell wachsende Concord New Energy, ein Betreiber und Entwickler von Solar– und Windparks in China, gegenwärtig auf einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,5x und einem Preis/Buch-Verhältnis von 0,6x. Wir halten die Aktie zu vier Prozent gewichtet im Fonds und die Firma revidierte soeben ihre Gewinne nach oben. Sie sollen sich in der zweiten Jahreshälfte im Vorjahresvergleich verdoppeln. Dennoch ist die Aktie in den letzten Wochen um etwa 40 Prozent gefallen. Sollte man da jetzt tatsächlich noch in Panik geraten und überstürzt verkaufen? Wir kaufen dazu!“

Die jährliche Verwaltungsgebühr für den Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 beträgt 1,9 Prozent. Zudem wird eine Erfolgsprämie kassiert, wenn der Fonds mehr als zehn Prozent zulegt (High Watermark). Er verfügte Ende Juni über ein Volumen von rund 27 Millionen Euro.

Die Marke von 20 Prozent Wertzuwachs im ersten Halbjahr 2015 hat auch der DnB Renewable Energy von DnB Asset Management übersprungen (hier (Link entfernt)  gelangen Sie zu einem Portrait von DNB). ist seit Dezember 2010 auf dem Markt und verfügt über ein Volumen von 37 Millionen Euro. Dieses Erneuerbare-Energien-Aktienfonds investiert weltweit in Aktien von Akteuren im Markt der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, ist also deutlich breiter ausgerichtet als der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1. Aber weil auch er auf Aktien aus China setzt drückte die Krise an den großen Börsen in der Volksrepublik auch ihn im Juni stark ins Minus. Zu den größten Beteiligungen des DnB Renewable Energy zählen etwa China Longyuan Power Group und China Suntien Green Energy, die beide stark in Erneuerbare Energie investieren. Weitere Top-Positionen im Portfolio sind zum Beispiel der Biokraftstoffproduzent Renewable Energy Group aus den USA und der französische Automobilzulieferer Valeo, dessen Technologie es ermöglicht, den Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen zu verringern.

Beim DnB Renewable Energy stützt sich die Titelauswahl im Gegensatz zu vielen anderen Erneuerbare-Energien-Aktienfonds auf umfassende Nachhaltigkeitsanalysen, wobei das hauseigene Nachhaltigkeitsresearch von DNB dabei mit unabhängigen Spezialagenturen für Nachhaltigkeitsanalysen wie etwa Eiris kooperiert. Der Fonds darf unter anderem nicht in Ölfirmen oder Waffenproduzenten investieren oder in Unternehmen, die mit Menschenrechtsverletzungen oder schwerer Korruption in Verbindung stehen. Das Volumen des  DnB Renewable Energy beträgt rund 40 Millionen Euro. Bei ihm fällt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent an, plus einer Erfolgsprämie von 20 Prozent auf Wertzuwächse, die größer ausfallen als bei dem Benchmark, dem WilderHill New Energy Global Innovation Index.

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im 1. Halbjahr

*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.


Im Juni liegen zwei Schwesterprodukte an der Spitze

Zwei Erneuerbare-Energien-Aktienfonds der Bank J. Safra Sarasin haben sich im Juni mit einem Wertzuwachs von jeweils rund 5,6 Prozent an die Spitze gesetzt. Fonds des Monats wurde dabei mit denkbar knappem Vorsprung der JSS New Power Fund. Dieser in 2007 gestartet Fonds investiert weltweit in Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette des Energiemarktes, die zu dessen Wende hin zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Bei der Auswahl unterstützt das hauseigene Nachhaltigkeitsresearch das Fondsmanagement um Arthur Hoffmann. Dieses legt den regionalen Schwerpunkt des Fonds mit 48 Prozent des Portfolios auf die USA. Größte Positionen im aktuellen Portfolio sind denn auch der US-amerikanische Grünstromriese SunEdison, der Solarkonzern SunPower aus Kalifornien und der Finanzriese Wells Fargo, der stark als Kreditgeber für Photovoltaikprojekte aktiv ist. der Der JSS New Power Fund hat ein Volumen von 38 Millionen Euro aufgebaut. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 1,75 Prozent.

Der JSS New Energy Fund wurde bereits im Jahr 2000 von der damaligen Bank Sarasin gemeinsam mit der Düsseldorfer versiko AG gestartet. Nach der Übernahme der Bank aus Basel durch die brasilianische Safra-Gruppe erfolgte die Umfirmierung des ehemaligen Sarasin New Energy Fund zum JSS Multi Label SICAV - New Energy Fund. Das Anlagekonzept dieses Fonds hat sich jedoch ebenso wie das des Monatssiegers nicht verändert. Auch ist die mit versiko verbundene ÖkoWorld Lux S.A. aus Hilden weiter für den Vertrieb zuständig.

Der JSS New Energy Fund investiert wie das Schwesterprodukt breit gestreut und weltweit. Große Übereinstimmungen gibt es aufgrund der ähnlichen Auswahlstrategie auch beim Portfolio. Nur ist das Fondsvermögen des JSS New Energy Fund mit rund 72 Millionen Euro deutlich größer. Als jährliche Verwaltungsgebühr werden ebenfalls 1,75 Prozent kassiert.

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im Juni

*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

Erneuerbare-Energie-Aktienfonds

Erneuerbare-Energie-Fonds investieren in Aktien. Sie unterscheiden sich von breit investierenden nachhaltigen Aktienfonds vor allem dadurch, dass es bei ihnen rein um das Thema Energie geht. Ethische, soziale oder ökologische Kriterien spielen eine geringere Rolle. Die Erneuerbare-Energie-Fonds gelten trotzdem als nachhaltig, weil sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die Lösungen für bestimmte Umweltprobleme anbieten, etwa eine klimaschonende Energieversorgung. Dazu gehören Solar-, Windkraft und sonstige Erneuerbare-Energie-Technologien, Speicher, Elektromobilität, auch Biotreibstoffe, Stromleitungen und anderes. Gemein ist solchen Fonds, dass sie durch diese Konzentration auf Branchen mit großen Chancen auch höhere Risiken eingehen. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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