26.07.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

26.07.2004: Wochenrückblick: Bärensaison auf allen großen Weltbörsen - Nachfrage nach erneuerbaren Energien wächst - Bremer Woll-Kämmerei in Not

In der vergangenen Woche zeigte der Trend der Aktienindizes an allen großen Weltbörsen nach unten. Der US-amerikanische Dow Jones Industrial Average sank wie vor zwei Wochen erneut unter die 10.000er Marke. Er verlor um 0,88 Prozent auf 9.962,22 Punkte. Der Nasdaq Combined Composite Index verlor 2,12 Prozent und notierte am Freitag bei 1.849,09 Zählern. Am Donnerstag war er auf den tiefsten Stand seit neun Monaten abgerutscht. Auch der NASDAQ 100 setzt seine Talfahrt fort. Er fiel nach zwischenzeitlicher Erholung wieder unter die Marke von 1.400 Punkten. Der japanische Nikkei-225 stürzte mit 11.159 Zählern auf ein neues 7-Wochen-Tief. Der DAX schien den Abwärtstrend der letzten Wochen zu stoppen und bewegte sich zunächst auf die Marke von 3.900 zu, um dann mit knapp 3.800 auf den tiefsten Stand seit Mai zu fallen. Der TecDax verlief parallel zu dieser Entwicklung. Er steigerte sich zwischenzeitlich und kratzte am Ende wieder die Marke von 500 Punkten, von der er zum Wochenbeginn gestartet war. Er verharrt damit in einem Tief, in dem er sich zuletzt im vergangenen Herbst befunden hatte.

Aufwärts geht es dagegen für die Erneuerbaren Energien. Laut dem Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) stieg die Menge des von den Stromerzeugern im Rahmen des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verkauften Ökostroms von 25 auf rund 29 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Die Landesregierung von Niedersachsen will für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der erneuerbarer Energien 2004 rund elf Millionen Euro zur Verfügung stellen. Auch international ist Ökostrom im Trend, etwa in der energiehungrigen Volksrepublik China. Die Regierung in Peking will den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im bevölkerungsreichsten land der Erde von derzeit rund fünf Prozent auf zehn Prozent im Jahr 2010 erhöhen. Im kommenden Jahr soll ein Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien mit Festpreisen dafür die Grundlagen schaffen. Bis 2020 sei mit einem Investitionsvolumen von 50 Milliarden Euro zu rechnen, erklärte ein Sprecher des chinesischen Industrieverbands für erneuerbare Energien.

Positive Nachrichten vermelden Unternehmen der Windkraft-Branche. Der dänische Windanlagenbauer Vestas stärkt den Produktionsstandort Deutschland und investiert weitere 24 Millionen Euro in sein Werk in der Lausitz. Ihr Tochterunternehmen Vestas Deutschland GmbH hat in Lauchhammer mit der Produktion einer neuen Rotorblatt-Generation für die Windenergieanlage V 90 begonnen. Der neue Windanlagentyp mit einer Nennleistung von drei Megawatt löst die bisherige V 80-Anlage ab. Mit ihm wollen die Dänen ihre Marktanteile in Deutschland ausbauen. Für einen Offshore-Windpark der Barrow Offshore Wind Ltd. in der östlichen Irischen See wurden bei Vestas bereits 30 der V90 Turbinen bestellt. Die Bauarbeiten für den Windpark mit einer Gesamtkapazität von 90 Megawatt sollen im "späten Frühjahr 2005" beginnen, die Fertigstellung ist für November 2005 vorgesehen, wie es heißt.

Ebenfalls in der Lausitz will die in Sachsen und Bayern ansässige Ostwind-Gruppe bis zum Herbst zwei Windparks fertig stellen. Sie setzt auf Anlagen des Typs REpower MM 82. Die REpower Systems AG hat auch Kunden in Frankreich überzeugt. Sie soll für EdF Energies Nouvelles, einer Beteiligungsgesellschaft des französischen Energieversorgers EDF, Anlagen liefern. Bereits im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen seine Präsenz auf dem französischen Markt deutlich verbessern. Auch in den britischen Markt ist dem Windanlagenbauer eigenen Angaben zufolge der erfolgreiche Einstieg gelungen. Eine erste Anlage des Typs MM82 sei an einen Privatinvestor verkauft worden. Die Beteiligungsgesellschaft REpower UK habe den Auftrag bereits wenige Monate nach der Gründung erhalten. Für das laufende Geschäftsjahr hält der Repower-Vorstand an seiner Umsatz- und Ergebnisprognose fest.

Beim Geschäftsbereich Windenergie der GE Energy sind Aufträge aus Österreich und Portugal eingegangen. Acht seiner Anlagen sollen jährlich mindestens 27 Millionen Kilowattstunden CO2-freien Strom für den Windpark Parndorf 2 im österreichischen Burgenland erzeugen. Bauherr des Windparks ist die Planet energy Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Tochter des Hamburger Stromversorgers Greenpeace energy eG. Sie nennt als Partner die oekostrom AG und die Stadtwerken Hartberg. Neun Windenergieanlagen mit je 1,5 MW Nennleistung wird die Windsparte des Konzernriesen General Electric für einen geplanten Windpark im Nordwesten Portugals liefern. Dessen Eigner ist die Eólica de Alagoa SA. Sämtliche neun Anlagen sollen voraussichtlich Ende 2004 an das portugiesische Stromnetz angeschlossen werden.

Vom derzeitigen Solarkraft-Boom profitiert die S.A.G. Solarstrom AG. Begünstigt durch das Photovoltaik-Vorschaltgesetz vom 01.01.2004 habe es "eine regelrechte Explosion" des Umsatzes auf 24 Millionen Euro gegeben, meldete das Unternehmen anlässlich seiner Hauptversammlung. Ende 2004 werde man erstmals die Gewinnschwelle erreichen.

Die Düsseldorfer versiko AG hat einer Unternehmensmeldung zufolge im 1. Halbjahr 2004 ein positives Ergebnis von über 0,2 Millionen Euro erzielt. Im Vergleichzeitraum des Vorjahres hatte sie mit -1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Der spanische Energiekonzern Iberdrola SA, Bilbao, steigerte im ersten Halbjahr seinen Nettogewinn von 505,6 Millionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 572,1 Millionen Euro. Der Chiphersteller Transmeta hat dagegen im zweiten Quartal 2004 einen Verlust von 25,5 Millionen US-Dollar bzw. 15 Cents je Aktie verzeichnet. Der Umsatz stieg von 5,1 Millionen auf 6 Millionen US-Dollar. Besonders hart traf es die Bremer Woll-Kämmerei (BWK) AG. Sie meldet für das erste Halbjahr 2004 einen Verlust in Höhe von annähernd 70% des Grundkapitals. Die schwache Marktlage sowie noch nicht abgeschlossene technische Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung hätten dazu geführt, dass das Unternehmen einen Fehlbetrag von 8,1 Millionen Euro aufweise. Diese Summe beinhalte außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Der BWK-Vorstand erarbeite zur Zeit ein Sanierungskonzept, um den langfristigen Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

BWK AG: ISIN DE0005272009 / WKN 527 200
General Electric Co.: ISIN US3696041033 / WKN 851144
Heidelberger Druckmaschinen AG: WKN 731400 / ISIN DE0007314007
Iberdrola S.A.: ISIN ES0144580018 / WKN 851357
REpower Systems AG: ISIN DE0006177033 / WKN 617703
S.A.G. Solarstrom AG: ISIN DE0007021008 / WKN 702100
Transmeta Corp.: ISIN US89376R1095 / WKN 564775
versiko AG: ISIN DE0005408686 / WKN 540868
Vestas Wind Systems A.S.: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.


Bildhinweise:
Solaranlage in München / Quelle: Phönix SonnenStrom AG,
Repower-Turbine / Quelle: Unternehmen,
Kann wieder lachen: Versiko-Vorstand Alfred Platow / Quelle: Unternehmen
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