26.01.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

26.1.2006: Ausbeutung, Geldwäsche, Umweltfrevel - Anti-Preise für "unverantwortliches Konzernverhalten" gehen in diesem Jahr an US-Konzerne

Auch in diesem Jahr haben die Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) "Erklärung von Bern" (EvB) und Pro Natura zeitgleich zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos die Public Eye Awards für unverantwortliches Konzernverhalten vergeben. Wie Medienberichten aus der Schweiz zu entnehmen ist, erhält diesen Anti-Preis unter anderem der US-amerikanische Bankenriese Citigroup für die "Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäscherei". Wie die Organisation "Tax Justice Network" erläuterte, hat vor allem die Bankentochter Citibank zwischen 1973 und 1980 58 Millioen Dollar von Hochsteuerländern in steuerfreie Zonen wie zum Beispiel Panama, Monaco oder die Kanalinseln verschoben und dabei etliche Diktatoren unterstützt.

In der Kategorie Umwelt ging der Negativpreis ebenfalls in die USA. Der Mineralölkonzern Chevron Corp. wurde ausgewählt, weil er verschmutzte über die letzten 30 Jahre gewaltige Flächen unberührten Regenwalds im Norden Ecuadors und sich weiterhin weigert, diese Amazonasgebiete umfassend zu sanieren. Dritter im Bunde der an den Pranger gestellten US-Konzerne ist Walt Disney, für den sich die Jury in der Kategorie Soziales entschied. Ihm werden etwa von der Nichtregierungsorganisation (NGO) "Students and Scholars Aganist Corporate Misbehavior (SACOM) aus Hongkong schwere Menschenrechtsverletzungen in seinen Zulieferbetrieben im Süden Chinas vorgeworfen. So sollen die Löhne für die Herstellung von Disney-Kinderbüchern und Spielwaren unter 50 US Cents pro Stunde liegen, bei Arbeitswochen von sechs bis sieben Tagen. Zudem erhielten die Arbeiterinnen und Arbeiter keine Sozialleistungen wie Krankenversicherung, Mutterschaftsurlaub oder Pensionsansprüche. Über die Arbeitsbedingungen in der Spielzeugbranche berichtet ECOreporter bereits vor Jahren, etwa in einem Beitrag vom Februar 2003).

Im vergangen Jahr waren die Anti-Preise an Nestle, Shell und Wal-Mart gegangen. Erstmals wurde bei der aktuellen Verleihung ein nachahmenswertes Beispiel mit einem Positive Award ausgezeichnet: Die mexikanische Gewerkschaft SNRTE sowie die deutschen NGO Germanwatch und Food First Information & Action Network erhielten den Preis, weil sie gemeinsam erfolgreich gegen die Schliessung des Reifenwerks von Continental im mexikanischen El Salto protestierten. Seit der Wiedereröffnung der Fabrik im Februar 2005 sind die Arbeiter deren Miteigentümer.

Bildhinweis:
In Davos kommen die Mächtigen der Welt zum Weltwirtschaftsforum zusammen; in China hergestelltes Spielzeug / Quelle: ToysRus
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