26.12.02

26.12.2002: Nachhaltiges Investment in den österreichischen Mitarbeitervorsorgekassen

Das "betriebliche Mitarbeitervorsorgegesetz", besser bekannt unter "Abfertigung neu", ist seit 1. Juli 2002 in Kraft. Es gilt grundsätzlich für alle Arbeitsverhältnisse, die auf einem privatrechtlichen Vertrag beruhen und deren vertraglich vereinbarter Beginn nach dem 31.12. 2002 liegt. Demnach muss jeder Arbeitgeber 1,53 Prozent des monatlichen Entgeltes in eine eigens dafür gegründete Mitarbeiterversorgungskasse (MVK) zahlen. Die Abfertigung neu ist ein beitragsdefiniertes System, d. h. die Höhe der Abfertigung ist einerseits abhängig von der Höhe der Besteuerung, andererseits von der Verzinsung.

Laut ÖGUT, der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik, gibt es insgesamt neun konzessionierte MVK, die die Arbeitnehmergelder veranlagen. Davon haben einige die Absicht, die Gelder nach ethisch-ökologischen Kriterien zu veranlagen. Das Bekenntnis dazu findet sich in den allgemeinen Veranlagungsbestimmungen der MVK. Um die Veranlagungspolitik genauer zu untersuchen, wurde von der ÖGUT-Plattform "Ethisch-ökologische Veranlagung" ein Fragebogen "ÖGUT-Standard zu Deklaration und Bericht über Nachhaltigkeit" ausgearbeitet und an alle MVK geschickt. Dieser "Standard" thematisiert vor allem die Anlagepolitik hinsichtlich Nachhaltigkeit und Transparenz. Auf Basis dieser Antworten empfiehlt die ÖGUT folgende MVK der Berücksichtigung "Ethisch-ökologische Kriterien" in der Anlagepolitik (nach derzeitigem Informationsstand):

VBV MVK
Anwendung der "Nachhaltigen Anlagepolitik" auf das gesamte Anlagevermögen; eigens entwickelte Ethikgrundsätze; unabhängiger Ethik-Beirat hat bereits getagt.

Bonus MVK
Anwendung der "Nachhaltigen Anlagepolitik" auf das gesamte Anlagevermögen; unabhängiger Beirat ist geplant.

NOE Versorgungskasse
Anwendung nur auf Aktieninvestments; unabhängiger Beirat geplant.
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