02.06.04 Erneuerbare Energie

2.6.2004: Städte und Gemeinden wollen Biomassenutzung ausbauen - Akzeptanzprobleme bei Windkraftprojekten im Binnenland

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat sich für eine stärkere Nutzung der Biomasse ausgesprochen. Laut einer Meldung des Verbandes mit Sitz in Bonn anlässlich der Konferenz "renewables2004" befürwortet der DStGB eine Akzentverschiebung bei der Nutzung erneuerbarer Energien von der Windenergie im Binnenland weg hin zur Biomasse. Die Städte und Gemeinden haben den Angaben zufolge Bedenken gegen eine "Förderpolitik, die es ermögliche, Windenergie trotz riesiger Akzeptanzprobleme vor Ort in der Bevölkerung in großem Umfang zu subventionieren". Die Grenze der Belastbarkeit mit Windenergieanlagen im Binnenland, die zunehmend das Orts- und Landschaftsbild beeinträchtigten, sei erreicht, sagte Gerd Landsberg, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des DStGB.

Stattdessen solle verstärkt auf die Nutzung der vorhandenen Biomassepotentiale aus der Land- und Forstwirtschaft und deren verstärkten Einsatz zur nachhaltigen Deckung kommunaler Energiebedürfnisse gesetzt werden, so der Interessensverband weiter. Das Biomassepotential von Forst- und Landwirtschaft sei bisher kaum erschlossen, sagte Landsberg. Deutschland biete sehr günstige Voraussetzungen in für eine verstärkte Nutzung insbesondere des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Mit rund elf Millionen Hektar Wald sei die Bundesrepublik immerhin eines der waldreichsten Länder der Europäischen Union. Als Rohstoff stehe in den Wäldern Holz in Form von Waldholz, Waldrestholz und Durchforstungsholz in ausreichender Menge zur Verfügung. Zurzeit würden jedoch in den Wäldern jährlich nur 40 Millionen Festmeter Holz geerntet, obwohl Jahr für Jahr etwa 60 Millionen Festmeter Holz nachwachsen.

Aufgrund des hohen Potentials für die Energieerzeugung biete Biomasse große Chancen für den Klimaschutz durch Einsparung von Treibhausgasen. Darüber hinaus schaffe die Nutzung der Biomasse langfristige Perspektiven für Arbeitsplätze und damit Chancen zur Wirtschaftsentwicklung und Stärkung vor allem des ländlichen Raums. In deutschen Kommunen steige das Interesse an der Holzenergienutzung. Allerdings müsse in Deutschland endlich Schluss gemacht werden mit einer Debatte, die dem Verbraucher suggeriere, Forstwirtschaft und heimische Holznutzung ginge zu Lasten des Naturschutzes im Wald, erklärte Landsberg.
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