26.03.04 Erneuerbare Energie

26.3.2004: Kein Kabeljau und keine Windkraft in Karlsruhe - im Ländle ist frischer Wind nicht geduldet: der ECOreporter.de-Kommentar zum Wochenende

Die Karlsruher Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) freut sich. Das allein wäre keine Meldung wert. Dass sie sich über eine Mitteilung des Regierungspräsidiums freut, ist meldenswert, denn welche Wirtschaftsvereinigung freut sich heute schon über Nachrichten aus höheren Kreisen? Nur ist die Mitteilung des Regierungspräsidiums, also der Anlass zur Freude der Wirtschaftsvereinigung, eigentlich eher zum Heulen: Keine weiteren Windanlagen auf der Karlsruher Gemarkung, heißt die Nachricht.

"Genau so, wie wir niemals Weltmeister in Kabeljau- Fang werden, würden wir auch mit Windkraft in Karlsruhe nicht Weltmeister werden können", so Andreas- Gregor Wick, Vorsitzender des MIT laut ka-news. Da Karlsruhe auch niemals Weltmeister der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigungen jedweder Partei werden wird, sollten zwar nach Ansicht der ECOreporter.de-Redaktion auch diese Vereinigungen nicht mehr in der Karlsruher Gemarkung geduldet werden, aber das wäre ein anderes Thema und somit: auch keine Meldung wert.

Fast eine Meldung wert ist aber, dass die CDU-Mittelstandsvereiniger Ministerpräsident Erwin Teufel unterstützen, der sich gegen die "Verspargelung unserer Landschaft" einsetze. Endlich, endlich also wehrt sich jemand im Ländle mutig gegen die dortigen zehntausenden Windkraftanlagen! Die sind höchst bedrohlich, zum Beispiel viel gefährlicher als die Mercedes-Testraser, die mit 250 auf der Autobahn nach Norden preschen, um dort ihre Gefährte zu testen, die ja im Ländle wegen der Verspargelung keinen Platz für Teststrecken gefunden haben. Unser Angebot: Karlsruher, holt die Daimler-Teststrecke in Eure Gemarkung, dann verspargeln wir Euch nicht! Und wir werden in Zukunft nicht mehr zitieren, was Ihr so verbreitet, aber jetzt können wir doch nicht widerstehen:

"Das grüne Wirtschaftswunder" mit Tausenden neuer Arbeitsplätze, so ein Zitat des Umweltministers Trittin, entpuppe sich als Job- Killer, denn verteuerter Strom für die Bürger führe zu weniger Kaufkraft, damit zu weniger Konsum und Investition und damit zu weniger Arbeitsplätzen, so die Uni Bremen" - so spricht CDU-Mittelstandsvereiniger Wick. Und er fährt in ka-news fort: "Wir brauchen den Strom, wenn wir produzieren und nicht, wenn der Wind mal weht". Tja, Non-Spargel-Wick, damit wäre zugegeben, dass es das grüne Wirtschaftswunder gibt. War das gewollt? Nun fragen wir uns aber, ob diese gesamten Atom-Skandale von Teufel, EnBW und weiteren Nicht-Verspargelern nicht auch gewisse volkswirtschaftliche Nebenkosten erzeugen, die zu sinkenden Mercedes-Verkäufen führen. Und wir fragen uns auch, wo das so rohstoffreiche Karlsruhe eigentlich die Energie hernimmt, immer weiter gegen Windkraftanlagen zu kämpfen, die es noch gar nicht gibt? Habt ihr heimliche Spargelschnellkompostierungen mit Biogas-Anschluss gebaut? Oder kommt der Strom in Kralsruhe doch einfach aus der Steckdose?

Bild: Als Photomotiv auch im Binnenland reivoll: Windkraftanlagen
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x