26.03.06 Erneuerbare Energie

26.3.2006: "Rettet den Regenwald" protestiert gegen staatliche Zuschüsse für Palmöl-Raffinerie - "Projekt würde indirekt Regenwaldvernichtung in Indonesien finanzieren"

Die Hamburger Umweltorganisation "Rettet den Regenwald" (RdR) hat den niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff aufgefordert, eine geplante Palmöl-Raffinerie in Emden nicht mit Steuergeldern zu fördern. "Staatliche Zuschüsse für das Projekt würden indirekt die weitere Regenwaldvernichtung in Indonesien finanzieren", so Werner Paczian, Sprecher von Rettet den Regenwald.

Die niederländische Investorengruppe BIOX plant den Angaben zufolge den Bau einer Palmöl-Raffinerie in Emden, die ab 2007 aus rund 430.000 Tonnen Palmöl im Jahr etwa 400 Millionen Liter Biodiesel herstellen solle. Das Land Niedersachsen wolle die Millioneninvestition mit Steuergeldern fördern, weil die Fabrik einen Beitrag leisten könne, die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern.

Das in der Raffinerie verwendete Palmöl wird nach Angaben der Betreiber aus Indonesien kommen. Dort habe die Palmöl-Industrie in den vergangenen Jahren bereits Millionen Hektar Regenwald vernichtet, hieß es. "Für die betroffenen Menschen bedeutet das Regenwaldzerstörung, die Vergiftung von Flüssen durch Pestizide und häufig die Vertreibung von ihrem Land", so Paczian weiter. "Auf Borneo plant die indonesische Regierung jetzt sogar den Kahlschlag von zwei Millionen Hektar Wald für neue Palmöl-Plantagen."

Wie Rettet den Regenwald weiter berichtete, müsste laut neuen Studien rund die Hälfte der Fläche Deutschlands nur mit Energiepflanzen bestellt werden, um die ab 2010 jährlich benötigten 22 Milliarden Liter Biokraftstoff für Europa zu liefern. Importe würden deshalb eine wachsende Bedeutung erlangen. Vor diesem Hintergrund kritisiert das Bündnis die in Aussicht gestellte Förderung der Emdener Palmöl-Raffinerie mit Steuergeldern. Fast 4500 besorgte Bürgerinnen und Bürger hätten inzwischen über die Homepage von RdR bei Ministerpräsident Wulff dagegen protestiert.
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