26.04.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

26.4.2005: Interview mit ?ko-Test-Chefredakteur J?rgen Stellpflug: Die ?ko-Test-Aktie wird gehandelt, Rekord beim Heftverkauf, trotzdem Ziel nicht erreicht - neue Prozesse

Der ?ko-Test-Verlag, gegr?ndet mit dem Geld vieler engagierter Kleinanleger, ist mittlerweile eine Aktiengesellschaft, und viele private Aktion?re warten darauf, ihre Aktien handeln zu k?nnen. ECOreporter.de sprach mit dem ?ko-Test Chef J?rgen Stellpflug ?ber die M?glichkeit, Aktien zu verkaufen, ?ber die Gesch?ftsentwicklung und Risiken für die ?ko-Test Holding AG, die sich aus neuen Prozessen ergeben k?nnten.


ECOreporter.de: Seit der Hauptversammlung der ?ko-Test Holding AG im vergangenen Jahr ist der Handel mit den Aktien Ihres Unternehmens ein wenig in Gang gekommen. K?ufer und Verk?ufer "treffen" sich zurzeit im Forum auf der ?ko-Test Webseite. Beobachten Sie den Handel?

J?rgen Stellpflug: Wir beobachten den Handel und greifen auch ein, wenn wir Handlungsbedarf sehen. So hat vor einiger Zeit ein Aktion?r mit der Behauptung, ?ko-Test halte 0,71 Euro pro Aktie für einen fairen Preis, versucht, Aktien billig aufzukaufen. Das haben wir unterbunden.


ECOreporter.de: Wie hat sich der Preis für die Aktie in den letzten Monaten entwickelt?

J?rgen Stellpflug: Eine Liste der Verk?ufe und der Preise finden Sie im ?ko-Test Forum unter dem Hinweis für Aktienk?ufer. Dort gibt es auch eine Aufstellung, die die tats?chlich gezahlten Preise und St?ckzahlen der gehandelten Aktien zeigt. (Anmerkung der Redaktion: Von September 2004 bis Januar 2005 wurden laut der Aufstellung insgesamt 23.600 Aktien der ?ko-Test Holding AG gehandelt. Die Preise lagen zwischen 0,71 Euro und 1,00 Euro.)


ECOreporter.de: Werden die zu den "Handelspartnern" geh?rigen Eintr?ge im Forum gel?scht, nachdem der Handel abgewickelt ist?

J?rgen Stellpflug: Soweit wir die Verk?ufer identifizieren k?nnen (im Forum) l?schen wir nach der Transaktion die Angebote. Das Forum betreue ich.


ECOreporter.de: Das Landgericht Frankfurt habe ?ko-Test zu Schadensersatz verurteilt, schreibt das Medienmagazin "journalist". Hintergrund sei der Streit um einen Test zu Vaterschaftsnachweisen, ?ko-Test habe einen Konkurrenten beauftragt, die Ergebnisse von verschiedenen Laboren zu pr?fen. Sie beabsichtigten nun, den Fall vor das Bundesverfassungsgericht zu bringen. Warum?

J?rgen Stellpflug: Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis vor das Verfassungsgericht ziehen m?ssen. Schon die Frage, wie sich aus einem - so hat das Gericht selbst festgestellt - richtigen Test ein Schaden ergeben soll, zeigt, dass es sich um ein offensichtliches Fehlurteil handelt. Sollte es aber n?tig sein, vor das Verfassungsgericht zu ziehen, m?ssen folgende Fragen gekl?rt werden: Ist der von uns beauftragte Gutachter ?berhaupt Konkurrent, wenn er keine heimlichen Vaterschaftstests anbietet. Selbst wenn diese Frage bejaht w?rde (weil er offizielle Abstammungsgutachten erstellt): War der Gutachter nicht neutral? Die von der Erstinstanz dazu herangezogenen Urteile beziehen sich auf v?llig andere Sachverhalte. Da ging es zum Beispiel darum, dass im Labor eines Herstellers Produkte des Herstellers und von der Konkurrenz getestet wurden und die Produkte des Testers auch noch am besten abgeschnitten haben.

Dass andere Gerichte die Frage der Neutralit?t v?llig anders sehen, zeigt der Prozess Uschi Glas gegen Stiftung Warentest. Das von der Stiftung beauftragte Testlabor entwickelt für die Kosmetikindustrie, also für Konkurrenten von Uschi Glas, Rezepturen. Das Landgericht Berlin sah darin aber keinen Grund, die Neutralit?t des Labors zu bezweifeln.


ECOreporter.de: Was für Kosten werden ?ko-Test voraussichtlich aus diesem Rechtstreit entstehen?

J?rgen Stellpflug: Wir haben Prozesskostenr?ckstellungen in H?he von 5500 Euro gebildet.


ECOreporter.de: Wie hoch sind die bereits aufgelaufenen Kosten?

J?rgen Stellpflug: Ein Kostenfestsetzungsbeschluss liegt noch nicht vor.


ECOreporter.de: Wie lange wird das Verfahren voraussichtlich dauern?

J?rgen Stellpflug: Wenn wir bereits vor dem Oberlandesgericht Recht bekommen, etwa noch ein Jahr. Allerdings gibt es bislang noch keine Terminierung. Mit Verfahren vor dem Verfassungsgericht habe ich keine Erfahrung.


ECOreporter.de: Wie hat sich ?ko-Test im letzten halben Jahr entwickelt?

J?rgen Stellpflug: Wir sind zufrieden, auch wenn wir nicht alle Ziele erreicht haben. Genaues kann ich aber erst nach Erstellung der Bilanzen sagen.


ECOreporter.de: Sie k?ndigten im Herbst neue Produkte und Formate von ?ko-Test an. Sind die inzwischen auf dem Markt?

J?rgen Stellpflug: Die neuen Produkte und Formate sind noch in der Entwicklung. Das erste geht in K?rze als Dummy an die Anzeigenkunden.


ECOreporter.de: Haben Sie die für 2004 angepeilten Verkaufszahlen erreicht?

J?rgen Stellpflug: ?ber alle Produkte gesehen haben wir mehr verkauft als je zuvor. Insgesamt jedoch weniger als geplant.


ECOreporter.de: Wann werden Sie die Zahlen für das Gesch?ftsjahr 2004 vorlegen?

J?rgen Stellpflug: Die Bilanz für das Kernst?ck, die ?ko-Test Verlag GmbH, ist praktisch fertig und muss jetzt gepr?ft werden. Danach folgt die Bilanz für die Holding, so dass ich davon ausgehe, dass wir Mitte Juni alle Zahlen beieinander haben.


ECOreporter.de: Herr Stellpflug, wir danken Ihnen für das Gespr?ch!


Bildhinweis: ?ko-Test Chefredakteur J?rgen Stellpflug / Quelle: ECOreporter.de
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