26.05.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

26.5.2003: Deutsche Telekom vor Klage-Tsunami — Kleinaktionäre fordern Schadensersatz

Die Deutsche Telekom AG muss mit einer Klagewelle aus dem Kreis ihrer Kleinaktionäre rechnen. Die Vorwürfe der Anteilseigner richten sich auf den umstrittenen Prospekt für den dritten Börsengang im Jahr 2000. Das Unternehmen hatte seine Aktien zum Preis von 66,50 Euro auf den Markt gebracht, inzwischen liegt der Kurs bei 12 Euro. Der Telekommunikationskonzern soll in dem Emissionsprospekt risikoreiche Investitionen verschwiegen haben. Der massive Kursverfall sei ursächlich durch diese Risiken ausgelöst worden, so die Kritik.

Nachdem der Bundesgerichtshofs (BGH) in der vergangenen Woche entschieden hat, dass Rechtsschutzversicherungen die Klagekosten übernehmen müssen, entschlossen sich nun zahlreiche Aktionäre für den Rechtsweg. Verschärfend kommt hinzu, dass in der Nacht zum morgigen Dienstag die Verjährungsfrist für Schadensersatzklagen abläuft. Allein die Kanzlei Doerr Kühn Plück & Thoeren erklärte, sie werde insgesamt 5500 Kleinaktionäre vertreten.

Auf den Klageweg verzichtet haben laut der Nachrichtenagentur Reuters die größten Investmentfonds in Deutschland. DWS Investments, Union Investment und DIT wollten keine Schadensersatzansprüche geltend machen, so Reuters.

Die Aktie der Deutschen Telekom AG ist ebenso wie eine Reihe von Anleihen des Bonner Unternehmens in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds vertreten.

Deutsche Telekom AG: ISIN:DE0005557508 / WKN: 555750
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