26.06.03 Erneuerbare Energie

26.6.2003: Bundesverband WindEnergie: Mehrkostendiskussion gefährdet Technologievorsprung und Tausende Arbeitsplätze

Vor Schnellschüssen der Politik in der aktuellen Diskussion um die Förderung der Windenergie warnt der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE). In einer Presserklärung des Verbandes mit Sitz in Osnabrück heißt es, die Mehrkostendiskussion gefährde mutwillig einen über Jahre aufgebauten Technologievorsprung und Tausende Arbeitsplätze. Sie trage zudem nichts dazu bei, die anstehenden Haushaltsprobleme zu lösen.

Immer wieder führten Politiker im Zusammenhang mit dem Thema Subventionsabbau die Windenergie ins Feld, so der BWE. So habe die CDU-Politikerin Angela Merkel erklärt: "Die Windenergie ist völlig überfördert." Die haushaltspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Antje Hermenau, argumentiere, die Grünen würden im Rahmen des Subventionsabbaus, was sie eigentlich nicht wollten, wohl auch Opfer bei der Windenergie bringen müssen.

Peter Ahmels, Präsident des BWE, sagt dazu: "Von beiden wird der entscheidende Faktor übersehen: Einsparungen bei der Windenergie bringen der Staatskasse null Mehreinnahmen. Die Kosten für Strom aus Windenergieanlagen werden nicht subventioniert, sondern verursachungsgerecht über das Erneuerbare Energien-Gesetz auf alle Stromkunden umgelegt. Dies sollte eigentlich in der Politik bekannt sein."

Die EEG-Umlage betrage aktuell rund 0,2 Cent/kWh und werde nach Berechnungen des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) in den kommenden Jahren auf maximal 0,4 Cent/kWh ansteigen, so der BWE weiter. Ab 2010 rechne man mit einem starken Absinken. Aufgrund ansteigender Primärenergiepreise werde Windstrom deshalb trotz eines weiteren Ausbaus im Jahr 2020 keine Mehrkosten mehr verursachen.

Das Erneuerbare Energien-Gesetz gelte weltweit als Erfolgsmodell und werde in vielen Ländern kopiert, heißt es in der Meldung des Windkraftverbandes. Deutschland sei weltweit führend in der Windenergie-Technologie und der mit Abstand größte Windstromerzeuger. Die gesamte Branche der erneuerbaren Energien umfasse in Deutschland mittlerweile 130.000 Arbeitsplätze. Langfristig können hier nach Berechnungen des BEE 500.000 Arbeitsplätze entstehen.
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